Anbau von Zwischenfrüchten

Förderung von Agrarumweltmaßnahmen - Anbau von Zwischenfrüchten

Grundlagen der Förderung

Förderfähig ist der Anbau von Zwischenfrüchten innerhalb der festgelegten Förderkulisse mit besonderem Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

Die Förderung beantragen können Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben und Ackerflächen innerhalb der Förderkulisse bewirtschaften.

Die Grundantragstellung kann bis zum 30. Juni vor Beginn des Verpflichtungszeitraumes bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer erfolgen. Der Antrag auf Auszahlung ist jährlich jeweils bis zum 15. Mai eines Verpflichtungsjahres (01.07. - 30.06) zu stellen.


Höhe der Zuwendung

Die Höhe der jährlichen Zuwendung beträgt 97 € je ha Zwischenfrucht; im Falle einer gleichzeitigen Förderung des ökologischen Landbaus auf Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 beträgt die jährliche Zuwendung je ha Zwischenfrucht 58 €.

Die Bewilligung kann dabei für maximal 50% der zum Zeitpunkt der Grundantragsstellung berücksichtigungsfähigen Ackerfläche innerhalb der festgelegten Förderkulisse ausgesprochen werden.

Soweit mit Untersaaten oder Zwischenfrüchten bestellten Flächen zum Nachweis als ökologischer Vorrangfläche gemäß Artikel 46 der VO (EU) Nr. 1307/2013 ausgewiesen sind, wird bei diesen Flächen ein Betrag von 75 Euro je Hektar abgezogen.

Die Bagatellgrenze beträgt 194 € pro Jahr.


Auflagen / Verpflichtungen

Der Verpflichtungszeitraum beträgt 5 Jahre.

Voraussetzung für die Gewährung einer Zuwendung ist, dass die Zuwendungsempfängerin / der Zuwendungsempfänger

  • nach der Ernte der Hauptfrüchte zum Zweck der Winterbegrünung Zwischenfrüchte (einschließlich Untersaaten, die nach der Ernte der Hauptfrucht beibehalten werden) auf mindestens 20 % seiner Ackerflächen in der Förderkulisse anbaut,
  • winterharte Zwischenfrüchte und Untersaaten, außer Leguminosen, gemäß Anlage 4 der Richtlinien anbaut; wird die nachfolgende Frucht in Mulchsaat ausgesät, sind auch abfrierende Zwischenfrüchte zulässig,
  • die Einsaat der Zwischenfrüchte aktiv vornimmt (keine Selbstbegrünung) und die ortsübliche Bestellung für den Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten sicherstellt,
  • die Einsaat der Zwischenfrucht bis zum 5. September vornimmt, bei später räumenden Kulturen kann die Bewilligungsbehörde auf Empfehlung der Gewässerschutzberatung eine Einsaat von spätsaatgeeigneten Zwischenfrüchten bis zum 1. Oktober zulassen.
  • auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie auf eine Stickstoffdüngung der Zwischenfrucht und beibehaltenen Untersaat wird verzichtet; eine Startdüngung nach dem Anbau von Getreide bleibt zulässig.
  • die Zwischenfrüchte und Untersaaten erst ab dem 15. Februar des Folgejahres umbricht oder auf ähnliche Weise in den Boden einarbeitet
  • eine Nutzung durch Mahd und Abfuhr ist vor dem 15.2. möglich, sofern es sich um sicher wieder austreibende Zwischenfrüchte handelt. Die Beweidung ist außer im Rahmen der Wanderschäferei ausgeschlossen.
  • der aus den Untersaaten oder Zwischenfrüchten entstandene Aufwuchs darf auch nach dem 15.02. nur mechanisch beseitigt werden.
  • eine Hauptkultur folgen lässt, die nicht aus den Zwischenfrüchten oder der Untersaat hervorgeht.
  • an mindestens zwei einzelbetrieblichen oder betriebsübergreifenden spezifischen Beratungsangeboten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der WRRL teilnimmt; die Teilnahme an einem ersten Beratungsangebot ist spätestens mit dem dritten Antrag auf Auszahlung, die Teilnahme an einem weiteren Beratungsangebot spätestens mit dem fünften Antrag auf Auszahlung zu belegen,
  • bis zum 15. Oktober jeden Jahres nach den Vorgaben der Bewilligungsbehörde ein Verzeichnis zum Zwischenfruchtanbau vorlegt.

Rechtsgrundlage

jeweils geltende Fassung der

  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 807/2014 DER KOMMISSION vom 11.März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1306/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17.12.2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 809/2014 DER KOMMISSION vom 17.Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Rates hinsichtlich der Kontrollverfahren und der Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 640/2014 DER KOMMISSION vom 11. März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
  • Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (BGBl. 2010 Teil I Nr. 63 S. 1934)
  • InVeKoS-Verordnung vom 24. Februar 2015 (BGBl. 2015 Teil I S. 166) in der Fassung vom 10. Februar 2016, soweit die Bestimmungen für diese Agrarumweltmaßnahme relevant sind
  • Verwaltungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung Nordrhein-Westfalen (LHO NRW)
  • Richtlinien zur Förderung von Agrarumweltmaßnahmen, RdErl. d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz - AZ. II A 4 – 62.71.30 - vom 29. Oktober 2015

Anträge / Anlagen

Grundantrag nach Muster; Jährliche Nachweise über den Zwischenfruchtanbau. Jährlicher Auszahlungsantrag und Flächenverzeichnis. Nachweis von mindestens zwei einzelbetrieblichen oder betriebsübergreifenden spezifischen Beratungsangeboten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zur Umsetzung der WRRL. Die erste Teilnahme ist spätestens mit dem dritten und die zweite Teilnahme spätestens mit dem fünften Auszahlungsantrag zu belegen.

Stand: 24.03.2017