Haltungsverfahren auf Stroh

Förderung von Haltungsverfahren auf Stroh

Gegenstand der Förderung

Förderfähig ist die Haltung von Milchkühen, von Mutterkühen, von Rindern zur Aufzucht, von Mastrindern oder Schweinen in Laufställen mit planbefestigten oder mit teilperforierten Flächen und Aufstallung auf Stroh.

Nicht berücksichtigt werden bei den Rindern Liegeboxenlaufställe mit Hochboxen!

Folgende Betriebszweige sind zu unterscheiden:

  • Milchviehhaltung: Haltung von Milchkühen (alle Rinderrassen gemäß Anlage 1)
  • Mutterkuhhaltung: Haltung von Mutterkühen (alle Rinderrassen gemäß Anlage 2)
  • Bullenmast: Haltung von männlichen Rindern (Tiere älter als 6 Monate bis 24 Monate)
  • Rinderaufzucht/Färsenmast: Haltung von weiblichen Rindern (Tiere älter als 6 Monate ohne Kalbung)
  • Schweinezucht: Haltung von Sauen, einschließlich Saugferkel, Jungsauen und Eber
  • Sonstige Schweinehaltung: Haltung von Mastschweinen, Zuchtläufern und Absatzferkeln

Die Förderung beantragen können Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber mit Betriebssitz in Nordrhein - Westfalen, die den Betrieb selbst bewirtschaften und sich verpflichten für die Dauer von einem Jahr die Tierschutzmaßnahme im jeweils beantragten Betriebszweig vollständig durchzuführen.

Die Antragstellung kann bis zum 30. Juni vor Beginn des Verpflichtungszeitraumes bei der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer erfolgen. Bis zum 31.01. des Folgejahres muss die Anlage 4 (Monatsmeldungen bei Schweinehaltung) abgegeben werden.

Hinweis: Die Antragsfrist für diese einjährige Tierschutzmaßnahme für das Kalenderjahr 2017 läuft bereits am 30. Juni 2016 aus!


Höhe der Zuwendungen

Die Höhe der jährlichen Zuwendung beträgt, für konventionelle und ökologische wirtschaftende Betriebe je Großvieheinheit (GVE) durchschnittlicher Jahresviehbestand:

  • Für Milchkühe: 80 Euro
  • Für Mutterkühe, Aufzuchtrinder und Mastfärsen: 55 Euro
  • Für Mastbullen: 280 Euro
  • Für Mastschweine, Zuchtläufer und Absatzferkel: 75 Euro
  • Für Zuchtschweine: 120 Euro

Im Falle der Förderung eines Stalles im Rahmen des Agrarinvestitionsförderprogramms (AFP), für den die Zweckbindungsfrist im Verpflichtungsjahr fortbesteht oder endet, und in dem Tiere eines beantragten Betriebszweiges untergebracht sind, beträgt die Förderung je GVE für alle Tiere des Betriebszweiges

  • Für Milchkühe 40 Euro
  • Für Mutterkühe, Aufzuchtrinder und Mastfärsen 35 Euro
  • Für Mastbullen 280 Euro
  • Für Zuchtschweine 85 Euro
  • Für Mastschweine, Zuchtläufer und Absatzferkel 55 Euro.

Die Bagatellgrenze beträgt 550 Euro pro Jahr.


Auflagen / Verpflichtungen

Voraussetzung für die Gewährung einer Zuwendung ist, dass die Zuwendungsempfängerin / der Zuwendungsempfänger

  • alle Tiere des geförderten Betriebszweiges in Laufställen mit teilperforierten oder planbefestigten Flächen und Aufstallung auf Stroh hält,
  • die Anzahl der Liegeflächen auf der nicht perforierten oder planbefestigten nutzbaren Stallfläche so bemisst, dass alle Tiere gleichzeitig liegen können,
  • jedem Tier eine vorgeschriebene Mindestbewegungsfläche zur Verfügung stellt,
  • die Einstreumenge und die Einstreufrequenz der Haltungsform und dem Haltungsverfahren anpasst und die Liegeflächen der Tiere regelmäßig mit Stroh einstreut, so dass diese ausreichend gepolstert und trocken sind,
  • keine anderen Einstreumaterialien wie Sägemehl, Holzschnitzel oder Sand verwendet und in der Schweinehaltung ausschließlich Langstroh nutzt,
  • einen Stall mit tageslichtdurchlässiger Fläche von 3 % für Schweine und 5 % für Rinder zur Verfügung stellt,
  • bei Rindern einen Grundfutterplatz für jedes Tier vorsieht bzw. ein Tier-Fressplatzverhältnis von maximal 1,2:1 bei Vorratsfütterung von Milch-/Mutterkühen und Aufzuchtrindern.
    Die Fressplatzbreiten sind wie folgt definiert:
    • Milch-/Mutterkühe mind. 65 cm
    • Rinderaufzucht-/Färsenmast mind. 55 cm
    • Bullenmast, Deckbulle mind. 75 cm.
  • in der Zeit vom 16.12.-15.03. alle Rinder des beantragten Betriebszweiges im Stall hält,

jedem Tier mindestens folgende uneingeschränkt nutzbare Stallfläche zur Verfügung zu stellen:

  • Milch- und Mutterkühen 5,5 Quadratmeter
  • Mast- und Aufzuchtrinder 4,5 Quadratmeter
  • Absatzferkeln, Zuchtläufern, Mastschweinen, Jungsauen und Sauen im Zeitraum von über vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin sowie Ebern jeweils eine um 20 Prozent größere nutzbare Bodenfläche, als die nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043) festgelegte nutzbare Bodenfläche
  • Jungsauen und Sauen 6,0 Quadratmeter je Abferkelbucht,

Der Verpflichtungszeitraum beträgt 1 Jahr.


Rechtsgrundlage

jeweils geltende Fassung der

  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1305/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 808/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Rates über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 807/2014 DER KOMMISSION vom 11. März2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 1306/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17.12.2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der Gemeinsamen Agrarpolitik
  • VERORDNUNG (EU) Nr. 809/2014 DER KOMMISSION vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Rates hinsichtlich der Kontrollverfahren und der Einhaltung anderweitiger Verpflichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums
  • Delegierte VERORDNUNG (EU) Nr. 640/2014 DER KOMMISSION vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013
  • Verwaltungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung (LHO)
  • Richtlinien zur Förderung von Haltungsverfahren auf Stroh RdErl. d. Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz – II A 4-62.71.10 v. 27.3.2015

Anträge / Anlagen

Antragsformular und Anlagen;

Stand: 14.07.2017