Biomasseproduktion mit Zwischenfrüchten, Feldgras und Dauergrünland

Versuche mit Weidelgras

Zwischenfrüchte, Feldgras, Kleegras und Dauergrünland liefern Biomasse, die sich sehr gut für eine umweltfreundliche Biogasgewinnung eignet. In der Regel wird die Biomasseproduktion über Silomais sichergestellt, da die Technik der meisten Biogasanlagen auf die Verwertung von Silomais ausgerichtet ist. Versuche der Landwirtschaftskammer NRW gemeinsam mit der FH Soest und der Universität Bonn zur Vergärbarkeit verschiedener Grasarten zeigten jedoch, dass zum Beispiel auch rohfaserreichere Gräser wie Knaulgras, Lieschgras und Rohrschwingel ein hohes Biogaspotential aufweisen.

Die Gasausbeute der Gräser ist etwas geringer als beim Mais, der wesentlichste Unterschied zum Silomais ist jedoch, dass bei den Gräsern die Biogasentwicklung in den ersten Tagen etwas zögerlicher anläuft, dann allerdings über einen längeren Zeitraum von drei Wochen fast linear weiterschreitet, während beim Silomais die Hälfte des Gases bereits in der ersten Woche freigesetzt wird und die Freisetzungsgeschwindigkeit dann bereits sukzessive nachlässt.

Um das Potential grasreicher Aufwüchse auszuschöpfen, ist es daher wichtig, bei der Anlagenbemessung und täglichen Beschickung des Fermenters sicherzustellen, dass die mittlere Verweilzeit der Biomasse mindestens sechs Wochen beträgt.

Kombinierte Nutzung des Grünlandes für die Biomasseproduktion und zur Futtergewinnung

Interessant ist auch die Nutzung später Aufwüchse von Dauergrünland, denn zur Futtergewinnung für Hochleistungskühe werden bevorzugt die ersten beiden Aufwüchse energiereiche weidelgrashaltige Pflanzenbestände verwendet, die die höchste Futterqualität liefern, da sie in der ersten Vegetationshälfte unter günstigen Strahlungsverhältnissen heranwachsen.

Die Folgeaufwüchse erfüllen nicht immer die Qualitätsanforderungen der Hochleistungskuh. Daher wird die Nutzung des Grünlandes im Spätsommer und Herbst oft vernachlässigt. Die Grünlandnutzung zur Biomasseproduktion für die Energiegewinnung kann eine wichtige Pflegemaßnahme darstellen. Für die Biogasgewinnung sind die strukturärmeren Folgeaufwüchse sehr gut geeignet. Besonders die etwas späteren Herbstaufwüchse, die auch weniger zur Lignifizierung neigen, können bevorzugt in der Biogasanlage verwertet werden.

Durch diese Kombination der Grünlandverwertung wird eine höhere Nutzungsfrequenz des Grünlandes gesichert, die besonders in den Mittelgebirgslagen Voraussetzung ist, um weidelgrasreiche Bestände langfristig in ihrer Leistungsfähigkeit für die Hochleistungskuh zu erhalten.

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Autor: Dr. Clara Berendonk