Durchwachsene Silphie

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Durchwachsene Silphie im Versuchsanbau


Durchwachsene Silphie
Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum)


Die Durchwachsene Silphie findet zunehmendes Interesse in der landwirtschaftlichen Praxis. Die Silphie, auch Kompass- oder Becherpflanze genannt, gehört zur Familie der Korbblütler und stammt aus den gemäßigten Breiten Nordamerikas. Sie bildet je nach Standjahr drei bis zehn Stängel mit den typischen Blättern aus, die den Stängel trichterartig umschließen. Die gelbe Blüte beginnt im Juli und reicht bis in den September hinein. Die Silphie ist eine ausdauernde mehrjährige Staudenpflanze mit einer Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren. Die Kosten im Anbaujahr sind sowohl bei der Pflanzung mit 40 000 Pflanzen je Hektar als auch bei der Direktsaat aufgrund der Pflanz- und Saatgutkosten und der geringen Auflaufrate noch hoch. Allerdings fallen in den Folgejahren bei einer mehrjährigen Nutzung geringere Kosten an. Die Landesanstalt für Landwirtschaft Thüringen (TLL) arbeitet im Rahmen eines Projektes derzeit intensiv an der Entwicklung einer Direktsaatmethode für diese Pflanze und führt dazu umfangreiche Versuche durch. In Versuchen wurden bereits hohe Auflaufraten erzielt.

Derzeit sind die Erfahrungen im praktischen Anbau der Durchwachsenen Silphie als Energiepflanze noch gering. In Nordrhein-Westfalen liegen noch keine belastbaren Feldversuchsergebnisse und Praxiserfahrungen vor. In Niedersachsen und Thüringen wurden Versuche in bedeutender Größenordnung durchgeführt. Die Anbauten wurden überwiegend mit Jungpflanzen angelegt. In Versuchsergebnissen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnten im zweiten Erntejahr auf allen drei Versuchsstandorten durchschnittlich 158 dt TM/ha erzielt werden. Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass diese Pflanze auf Grenzstandorten mit geringer Wasserhaltefähigkeit aufgrund ihrer Wurzelausbildung Mais voraussichtlich ersetzen kann. Die Durchwachsene Silphie wird aber im Ertragsniveau voraussichtlich unter dem von Mais bleiben.

Im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse wurde bei dem 2011 angelegten Bestand die Möglichkeit der Beikrautbekämpfung zwischen den Reihen mit Glyphosat erprobt. Dadurch konnte der starke Konkurrenzdruck durch Schwarzen Nachtschatten, Distel, Kamille und Ampfer reduziert werden. Abschließende Aussagen sind erst nach weiteren Versuchen möglich.