Maßnahmenblatt: Blühstreifen/Blühflächen

Blühstreifen im SommerBild vergrößern

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Blühstreifen bzw. -flächen werden angelegt durch streifenförmige oder flächige Einsaat geeigneter Saatmischungen auf Ackerflächen, entweder an der Schlaggrenze oder auch innerhalb eines Schlages. Sie bieten insbesondere Bestäubern und Insekten ein vielfältiges Blütenangebot. Darunter befinden sich auch viele landwirtschaftliche Nützlinge, die einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung leisten. Auch für andere Tiere stellen sie wichtige Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Rückzugsbiotope dar. Blühstreifen können auch als Erosionsschutzstreifen angelegt sein. Darüber hinaus bereichern sie das Landschaftsbild und können aufgrund ihrer linienhaften Struktur zur Vernetzung von Biotopen beitragen. Die ökologischen Effekte erhöhen sich in der Regel mit zunehmender Standzeit und Streifenbreite. Insbesondere durch den Blühaspekt fördern sie zudem das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Maßnahme kann sowohl als Agrarumweltmaßnahme als auch im Rahmen des Vertragsnaturschutzes gefördert werden. Blühstreifen/-flächen sind im Rahmen des Greenings auch als Ökologische Vorrangflächen anrechenbar. Der Fördersatz der Agrarumweltförderung von 1200 €/ha wird dann allerdings um 380 €/ha gekürzt. Blühstreifen/-flächen sind auch als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe möglich. Oft werden sie jedoch auch ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln angelegt.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foederung.htm

Rahmenrichtlinie Blüh- und Schonstreifen
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/bluehstreifen.htm


Hinweise zur Umsetzung

Werden Blühstreifen als Agrarumweltmaßnahme umgesetzt, müssen sie 6 bis 12 m breit sein, alternativ können Blühflächen von maximal 0,25 ha je Schlag angelegt werden. Es sind für NRW festgelegte Saatmischungen zu verwenden, Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist zu verzichten. Zur Förderung der Biodiversität ist es sinnvoll, Blühstreifen/-flächen bereits im Herbst des Vorjahres einzusäen und wenn möglich über den Winter des Folgejahres stehen zu lassen, sofern sie nicht ohnehin mehrjährig angelegt sind. Das Befahren und die Durchführung von Pflegemaßnahmen dürfen innerhalb der Sperrfrist (1. April -31. Juli) nicht erfolgen. Außerhalb dieser Sperrfrist ist ein gelegentliches Befahren – z. B. auch zum Zwecke der Gewässerunterhaltung – zulässig. Ab dem 1. August dürfen die Blühstreifen/Blühflächen gemäht oder gemulcht werden; ein Umbruch ist jedoch erst nach der Ernte der Hauptfrucht möglich.

Die Lage der Blühstreifen/-flächen auf Ackerflächen kann frei gewählt werden. Im Rahmen des Vertragsnaturschutzes angelegte Blühstreifen/-flächen werden nur dort gefördert, wo sie naturschutzfachlich sinnvoll sind. Die Entscheidung hierüber liegt bei der Unteren Landschaftsbehörde oder der Biologischen Station des jeweiligen Kreises. Grundsätzlich sollten Blühstreifen an Stellen, bei denen Vorkommen seltener oder geschützter Ackerwildkräuter bekannt sind oder vermutet werden, aus Naturschutzgründen nicht angelegt werden

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/die-stiftung

Schmid, Martin: Mehr Abwechslung in Maisflächen, Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 2013PDF-Datei

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Blühstreifen und Blühflächen richtig anlegen, 2011
www.lfl.bayern.de/publikationen/merkblaetter/d_41570

Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (dvs): Naturschutz in Ackerbauregionen, 2012
www.netzwerk-laendlicher-raum.de/fileadmin/sites/ELER/Dateien/05_Service/Publikationen/handlungsleitfaden_naturschutz_web.pdfPDF-Datei

www.rheinische-kulturlandschaft.de/summendesrheinland


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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