Maßnahmenblatt: Eingrünung der Hofstelle mit heimischen Gehölzen

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Bereich Hofstelle

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die Anpflanzung heimischer Gehölze, entweder als Solitärbaum/-strauch, als Hecke, Gebüsch oder ähnliches bietet gegenüber nicht heimischen Gehölzen bedeutende ökologische Vorteile, da sie einer weitaus größeren Anzahl an heimischen Tieren - Säugetieren, Vögeln, Insekten - als Nahrungs- und Lebensgrundlage dienen. Über 200 Insekten- und 28 Vogelarten leben beispielsweise von der heimischen Stieleiche, von der eingebürgerten Rosskastanie dagegen nur noch 4 Insekten- und 2 Vogelarten. Je nach Zusammenstellung bestimmter Gehölzarten können unterschiedliche ökologische Funktionen gefördert werden, z.B. die der Vogelschutzhecke, der Bienenweide oder des schattenspendenden „Hofbaumes“. Standort und Anordnung bestimmen darüber, ob auch landschaftsstrukturierende und biotopvernetzende Funktionen erfüllt werden, z.B. wenn Gehölzanpflanzungen zur Verbindung der Hofstelle mit den sie umgebenden Flächen beitragen. Nicht zuletzt bestimmen sie als optischer Blickfang das charakteristische Erscheinungsbild der Hofstelle.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Durchführung der Maßnahme erfolgt in der Regel ohne Förderung. Fördermöglichkeiten bestehen, wenn die Eingrünung der Hofstelle – meist im Übergang zum Außenbereich – als Entwicklungsmaßnahme im Landschaftsplan festgesetzt ist (Förderrichtlinie Naturschutz, FöNa). Auskunft erteilen hier die zuständigen Unteren Landschaftsbehörden. Gegebenenfalls sind Schutzanpflanzungen für Hofanlagen im Außenbereich auch über die kostenlose Bereitstellung von Gehölzmaterial im Rahmen der Pflanzgutförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) förderfähig. Gehölzpflanzungen auf/an der Hofstelle können auch als Kompensationsmaßnahme in Verbindung mit betrieblichen Bauvorhaben in Betracht kommen.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Förderrichtlinien Naturschutz
recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000439

Pflanzgutförderung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR)
www.lvr.de/de/nav_main/kultur/kulturlandschaft/pflanzgutfrderung/pflanzgutfrderung_1.jsp


Hinweise zur Umsetzung

Die Auswahl der Gehölzpflanzen richtet sich vornehmlich nach Standortbedingungen und gewünschter Funktion. Zu vermeiden sind Zwischenwirtspflanzen, insbesondere für benachbarte Acker- oder Obstkulturen. Je nach Zugang durch Kinder sollten keine „Giftpflanzen“ verwendet werden. Bei Pflanzungen müssen die entsprechenden Grenzabstandsregelungen beachtet werden (siehe Nachbarschaftsrecht NRW). Gleichzeitig sind etwaige künftig beabsichtigte bauliche Erweiterungen zu berücksichtigen. Eine Beantragung der Betriebsprämie ist nicht möglich, da Eingrünungspflanzungen auf der Hofstelle in der Regel nicht unter die Definition der CC-relevanten Landschaftselemente fallen.

Sollten unter Schutz gestellte Naturdenkmale, z.B. Hofbäume, oder geschützte Landschaftsbestandteile vorhanden sein, so sind die einschlägigen rechtlichen Bestimmungen zu beachten (siehe Landesnaturschutzgesetz NRW und entsprechende Regelungen der Landschaftspläne).

Weiterführende Informationen:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze, 2012
www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/recht/leitfaden_gehoelze_.pdfPDF-Datei

Bioland Beratung GmbH / Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen / Demeter NRW /Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Merkblatt – Die Hofstelle naturnah und attraktiv gestalten, 2008
www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Verlag/Hofstelle.pdfPDF-Datei

Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 33: Merkblatt - Verwendung heimischer Gehölze für Pflanzungen in Nordrhein-Westfalen
www.bezreg-arnsberg.nrw.dePDF-Datei

Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG NRW)
recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=1120050120105539311


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com

Landschaftsverband Rheinland (LVR) zu Fragen der Pflanzgutförderung
www.lvr.de


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