Maßnahmenblatt: Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen

Reife ErbsenschotenBild vergrößern
Reife Futtererbsen


Zwischenfrucht MischungBild vergrößern
Auf manch früh geräumten Getreideflächen haben sich nachgebaute Zwischenfrüchte bereits sehr weit entwickelt. Hier sind die Nmin-Werte zum Teil schon deutlich zurückgegangen.


Stilllegung, Zwischenfrucht, Leguminosen

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Ein zentrales Element der neuen Agrarreform ist das Greening. Im Rahmen des Greenings sind Betriebe mit mehr als 15 ha Ackerfläche dazu verpflichtet, 5% ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) vorzuhalten und entsprechend zu bewirtschaften. Für die Umsetzung der ÖVF stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das vorliegende Maßnahmenblatt beschreibt die unterschiedlichen Flächenmaßnahmen. Die Stilllegung ist eine ökologisch sehr hochwertige Maßnahme. Durch sie werden Rückzugsräume geschaffen. Die Anlage von Ackerbrachen trägt zur Biotopvernetzung bei. In der Praxis ist es sinnvoll unwirtschaftliche Fläche stillzulegen, die im Betriebsdurchschnitt geringere Qualitäten aufweisen oder deren Zuschnitt nachteilig ist. Neben der Brache ist auch die Zwischenfrucht als ökologische Vorrangfläche anrechenbar. Diese Maßnahme ist allerdings mit einigen Auflagen verbunden.

Eine Begrünung mit Zwischenfrüchten trägt zur Bodenverbesserung und zum Bodenschutz bei. Auch stehen diese Bestände im Winter als Rückzugsraum für verschiedene Tiere, wie zum Beispiel den Feldhasen zur Verfügung. Eine blühende Zwischenfrucht bietet im Spätsommer vielen Insekten Nahrung. Möglich ist außerdem Grasuntersaat; sie bietet sich vor allem auf Maisflächen an und dient in erster Linie dem Erosionsschutz. Eine weitere Flächenmaßnahme ist der Anbau von Leguminosen, der zur Lockerung der Fruchtfolge beiträgt. Aufgrund ihrer unterschiedlichen ökologischen Wertigkeit werden bei den flächigen Maßnahmen unterschiedliche Gewichtungsfaktoren angesetzt: der höchste Gewichtungsfaktor von 1,0 (1m² Ackerfläche = 1m² ÖVF) gilt für die Ackerbrache, ein Gewichtungsfaktor von 0,7 für Leguminosen und ein Gewichtungsfaktor von jeweils 0,3 für den Zwischenfruchtanbau und die Grasuntersaaten.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Flächenmaßnahmen im Bereich Ökologische Vorrangflächen dienen einzeln oder in Kombination der Erfüllung der Greeningverpflichtungen und sind Voraussetzung für die Auszahlung der Greeningprämie.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum


Hinweise zur Umsetzung

Die Flächenmaßnahmen sind immer auf Ackerflächen bezogen. Nur Flächen mit einer Mindestgröße von 0,1 ha sind anrechnungsfähig. Bei der Ackerbrache ist ein Stilllegungszeitraum von 01.01. bis 31.12 festgesetzt.

Detaillierte Angaben liefert die nachfolgende Tabelle:

Stilllegung (Ackerbrache) Zwischenfrucht Grasuntersaat Leguminosen
Gewichtungsfaktor  1,0 Gewichtungsfaktor  0,3 Gewichtungsfaktor  0,3 Gewichtungsfaktor  0,7
Begrünung / Einsaat: Begrünung / Einsaat: Begrünung / Einsaat: Begrünung / Einsaat:
  • Gezielte Einsaat bis 01.04 oder Selbstbegrünung
  • Einsaat von Gräsermischungen, Wildblumen oder krautartigen Futterpflanzen
  • Einsaat vom 16.07 bis 30.09
  • Mischung aus mind. 2 Arten
  • Max. Anteil einer Art 60 % (Samenanteil/ Samengröße)
  • Max. 60 % Grasanteil
  • Vorgegebene Artenliste
  • Nur Grasarten (keine Mischungen zulässig)
  • Kein Einsaattermin
  • Einsaat bis 15.05
  • Vorgegebene Artenliste
  • Grobkörnige und feinkörnige Leguminosen
  • Keine Gemische
Auflagen und Pflege: Auflagen und Pflege: Auflagen und Pflege: Auflagen und Pflege:
  • Keine Pflegemaßnahme vom 01.04. bis 30.06
  • Min. 1 mal pro Jahr Mulchen oder Mähen
  • Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Keine Düngung
  • Keine Nutzung des Aufwuchses zulässig
  • Bodenbearbeitung zur Nachsaat oder Einsaat einer Folgekultur ab 01.08 zulässig
  • Bodenbearbeitung zur Einsaat der Folgekultur ab 16.02.
  • Nach Ernte der Hauptkultur: Kein Pflanzenschutz, keine min. Dünger, kein Klärschlamm
  • Mulchen zulässig
  • Beweidung bis 31.12. im Antragsjahr mit Schafen und Ziegen möglich
  • Bodenbearbeitung zur Einsaat der Folgekultur ab 16.02.
  • Normale Bewirtschaftung der darüberliegenden Kultur
  • Nach Ernte der Hauptkultur: Kein Pflanzenschutz, keine min. Dünger, kein Klärschlamm
  • Mulchen zulässig
  • Beweidung bis 31.12. im Antragsjahr mit Schafen und Ziegen möglich
  • Grobkörnige: Aussaat bis 15.05 - Ernte ab 15.08
  • Grobkörnige: Ernte vor dem 15.08 möglich, wenn die Ernte 3 Tage vor Beginn bei der Kammer angemeldet wird
  • Feinkörnige: Aussaat bis 15.05 - Ernte ab 31.08
  • Keine Bewirtschaftungsauflagen; Prinzip der guten fachlichen Praxis
  • Folgekultur muss eine Winterung sein
  • Anbau einer Zwischenfrucht möglich aber keine Anerkennung der Zwischenfrucht als ÖVF möglich
Nutzung: Nutzung: Nutzung: Nutzung:
  • Keine Nutzung des Aufwuchses zulässig
  • Einmalige Biogas- oder Futternutzung ab 16.02 des Folgejahres zulässig
  • Keine Überführung in Hauptfrucht zulässig
  • Biogas- bzw. Futternutzung ab 16.02 des Folgejahres zulässig
  • Schnittnutzung erlaubt

Die Umsetzung von ökologischen Vorrangflächen sollte stets betriebsindividuell erfolgen.

Weiterführende Informationen:

Praxisbeispiel: Projekt „Summendes Rheinland“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de/themen-projekte/kulturlandschaft-erhalten-und-foerdern/summendes-rheinland-landwirte-fuer-ackervielfalt


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de


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