Maßnahmenblatt: Uferrandstreifen

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Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Uferrandstreifen sind begrünte Flächen unterschiedlicher Breite entlang von Fließgewässern. Sie dienen in erster Linie dem Erhalt und der Verbesserung der ökologischen Gewässerfunktionen und sollen Oberflächengewässer vor dem Eintrag von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie vor erosivem Bodenabtrag schützen. Deutlich positive Effekte ergeben sich aber auch für die Artenvielfalt an Gewässern. Uferrandstreifen bieten vielen, gerade gewässergebundenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum. Sie fungieren als Wanderkorridor für Organismen und eignen sich daher in idealer Weise für die Biotopvernetzung. Neben der Breite beeinflusst die konkrete räumliche Situation - Relief, Überschwemmungsgebiet, angrenzende Nutzung - die Umweltwirkung von Uferrandstreifen. Nicht zuletzt bereichern sie auch das Landschaftsbild.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Anlage von Uferrandstreifen ist förderfähig als Agrarumweltmaßnahme („Uferrand- und Erosionsschutzstreifen“) gemäß den entsprechenden Förderrichtlinien. Mit dem neuen Förderprogramm ab 2015 sind Uferrandstreifen grundsätzlich auf Ackerflächen möglich, auf Dauergrünland nur noch in bestimmten Projektgebieten, die derzeit noch nicht abschließend festgelegt sind. Ab Juli 2015 beträgt die Zuwendungshöhe pro ha Uferrandstreifen 1100 €. Uferrand- und Erosionsschutzstreifen auf Ackerflächen können im Rahmen des Greenings als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden. In diesem Fall wird der Fördersatz um 38 0€/ha gemindert. Uferrandstreifen sind auch als produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme (PIK) für Eingriffe möglich. Mittel aus der Agrarumweltförderung können dann allerdings nicht in Anspruch genommen werden.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Rahmenrichtlinien Vertragsnaturschutz
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/vertragsnaturschutz.htm


Hinweise zur Umsetzung

Entlang des Fließgewässers werden Flächen entweder komplett aus der Nutzung genommen oder den fördertechnischen Vorgaben entsprechend begrünt, bepflanzt und extensiv genutzt. Bei Inanspruchnahme von Fördergeldern sind Zuwendungsvoraussetzungen unter anderem: die Begrünung mit mehrjährigen Grasmischungen auf einer Breite von 5 bis 30 Metern, die Nutzung des Streifens durch Mahd oder jährliches Mulchen frühestens am 01.07., der Verzicht auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, keine Beweidung, keine über die Abfuhr des Mähgutes hinausgehende Nutzung. Abstandregelungen beim Einsatz von Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln auf angrenzenden Flächen sind einzuhalten. Die Streifen dürfen im Rahmen der Gewässerunterhaltung befahren werden, die kurzfristige Ablage von Mähgut oder Aushub ist ganzjährig möglich. Bei der Beantragung der Betriebsprämie sind Uferrandstreifen im Flächenantrag als solche zu kodieren. Uferabbrüche sind vom Antragsteller zu melden. Durch Einzelfallprüfung werden dann in der Regel rückzahlungsfreie Flächenverkleinerungen festgelegt. Weitere Regelungen für Uferrandstreifen, die als ökologische Vorrangflächen im Rahmen der Greeningverpflichtungen ausgewiesen sind, finden sich zusammengefasst in dem untenstehenden Maßnahmenblatt.

Weiterführende Informationen:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012; Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.kulturlandschaft.nrw/web/stiftung-westfaelische-kulturlandschaft

Maßnahmenblatt Ökologische Vorrangflächen im Greening - Streifenmaßnahmen: Feldrandstreifen, Pufferstreifen, Waldrandstreifen, DruckversionPDF-Datei 215 KB


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/natur-wald/wer-macht-was

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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