Maßnahmenblatt: Zwischenfruchtanbau

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Auf manch früh geräumten Getreideflächen haben sich nachgebaute Zwischenfrüchte bereits sehr weit entwickelt. Hier sind die Nmin-Werte zum Teil schon deutlich zurückgegangen.

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die Maßnahme besteht in der Einsaat von Zwischenfrüchten (Saatgutmischungen insbesondere aus Arten wie Grünroggen, Ölrettich, Ackersenf, Buchweizen, Phacelia u. a.) möglichst frühzeitig nach Ernte der Hauptfrucht. Der Zwischenfruchtanbau dient nicht nur der Verminderung von Nährstoffauswaschung und Bodenerosion, sondern bietet auch viele Vorteile für wildlebende Tiere der Feldflur. Zwischenfrüchte stellen Nahrung, Schutz und Deckungsmöglichkeiten bereit und erhöhen die Lebensraumvielfalt. Besonders bei blühenden Zwischenfrüchten ist der ökologische Nutzen sehr hoch (z. B. als Bienenweide oder zur Auflockerung des Landschaftsbildes). Empfehlenswert ist das Stehenlassen über die Samenreife hinaus, sodass bis in den Winter hinein positive Effekte erreicht werden.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Maßnahme ist förderfähig im Rahmen der Agrarumweltförderung. Die Förderung dient vorrangig der Minderung von Nitrateinträgen ins Grundwasser im Zusammenhang mit der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Sie ist deshalb an eine festgelegte Förderkulisse und die Teilnahme an der WRRL-Beratung der Landwirtschaftskammer NRW gebunden. Die aktuellen Fördersätze liegen bei 97 €/ha für konventionelle - bzw. 58 €/ha für Öko-Betriebe. Zusätzliche Fördermöglichkeiten bestehen im Rahmen der Trinkwasserkooperation in den jeweiligen Wasserkooperationsgebieten. Der Anbau von Zwischenfrüchten lässt sich fördertechnisch gut mit anderen Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen kombinieren. Im Rahmen des Greenings können Zwischenfrüchte mit einem Gewichtungsfaktor von 0,3 als ökologische Vorrangflächen anerkannt werden. Bei gleichzeitiger Agrarumweltförderung reduziert sich der oben genannte Förderbetrag um 75 €/ha. Näheres zum Zwischenfruchtanbau als ökologische Vorrangfläche enthält das Maßnahmenblatt „Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen“. Aufgrund der pflanzenbaulichen Vorteile bietet sich der Anbau von Zwischenfrüchten auch ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln an.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Rahmenrichtlinien Zwischenfrucht
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum/aum/zwischenfruchtanbau.htm

Maßnahmenblatt Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen: Stilllegung, Zwischenfrucht, Leguminosen, DruckversionPDF-Datei 190 KB


Hinweise zur Umsetzung

Bei Inanspruchnahme von Fördergeldern im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen muss die Aussaat der Zwischenfrucht auf mindestens 20% der in der Förderkulisse gelegenen Ackerflächen möglichst vor dem 5. September erfolgen. Einzelne Zwischenfruchtarten können auch später ausgesät werden. Grundsätzlich sind winterharte Sorten zu empfehlen. Bei Verwendung nicht winterharter Sorten muss die Folgefrucht in Mulchsaat ausgebracht werden. Der Umbruch sollte möglichst spät, darf aber nicht vor dem 16. Februar des Folgejahres durchgeführt werden. Eine Nutzung durch Mahd und Abfuhr vor diesem Termin ist nur bei wiederaustreibenden Kulturen möglich.

Eine Startdüngung nach Getreide ist zulässig, ansonsten ist auf eine Stickstoffdüngung zu verzichten. Im Rahmen des Greenings bestehen weitere Bewirtschaftungsauflagen. Nähere Angaben hierzu finden sich im Maßnahmenblatt „Ökologische Vorrangflächen im Greening - Flächenmaßnahmen“. Bei der Wahl des Saatgutes sollte darauf geachtet werden, dass keine Probleme für die Folgekulturen entstehen (Unkrautbekämpfung, Nematodenförderung).

Weiterführende Informationen:

Zwischenfruchtrechner
www.riswick.de/versuche/pflanzenbau/futterbau/veroeffentlichungen/zwischenfruchtrechner.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de/summendesrheinland

Kanders , M.J. und C. Berendonk: Zwischenfruchtpass, Landwirtschaftskammer, 2013
www.landwirtschaftskammer.de/riswick/pdf/lwk-zwischenfruchtpass.pdfPDF-Datei

Zwischenfruchtflyer der AG der Norddeutschen Landwirtschaftskammern, 2012
www.landwirtschaftskammer/riswick/pdf/broschuere_zwischenfruechte_2012_2.pdfPDF-Datei

Berendonk, Dr. Clara: „Exoten“ sorgen für Vielfalt, Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 2013PDF-Datei

Landwirtschaftskammer NRW, Ratgeber Pflanzenbau und Pflanzenschutz
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/zwischenfruechte/zwischenfruchtanbau-pdf.pdf PDF-Datei

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und Institut für Landschaftsökologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, AG Angewandte Landschaftsökologie/Ökologische Planung: Produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen – Umsetzungshandbuch für die Praxis, 2012: Link zur Datenbank und Bestellung des Handbuches hier:
www.kulturlandschaft.nrw/web/stiftung-westfaelische-kulturlandschaft

Vogt-Kaute, Werner: Themenblatt „Zwischenfruchtanbau lohnt sich gleich mehrfach“, Naturland Fachberatung. Beitrag entstanden im Rahmen des Projektes “Steigerung der Wertschöpfung ökologisch angebauter Marktfrüchte durch Optimierung des Managements der Bodenfruchtbarkeit", ohne Jahr
www.bodenfruchtbarkeit.org/fileadmin/bfbk/documents/bofru_themenblatt_zwischenfrucht.pdfPDF-Datei


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de


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