Siloplatten

Nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) müssen Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Gärsäften so beschaffen sein und eingebaut, aufgestellt, unterhalten und betrieben werden, dass der bestmögliche Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen oder sonstiger nachteiliger Veränderungen ihrer Eigenschaften erreicht wird.

Zu oberirdischen Gewässern und Brunnen ist ein Mindestabstand einzuhalten. Die Siloplatte ist wasserundurchlässig anzulegen. Aufkantungen und ca. 2 % Gefälle sorgen dafür, dass Sickersäfte und Niederschlagswasser sicher abgeleitet, in einer Grube aufgefangen und dann sachgerecht entsorgt werden können. Mit einem Gärsaftabscheider kann bei sorgfältiger Handhabung unbelastetes Oberflächenwasser und Gärsaft getrennt werden. Der Abfluss von gereinigten Siloflächen kann häufig in einen Vorfluter eingeleitet werden, während Gärsaft und kontaminiertes Regenwasser aufgefangen werden muss und z. B. in das Güllelager eingeleitet wird.

Die Siloplatte wird mechanisch belastet durch das Gewicht der Silage, durch das Festwalzen und die Entnahme mit dem Schlepper. Entsprechend tragfähig muss der Unterbau und die Platte ausgebildet werden. Außerdem muss die Siloplatte die Temperaturdifferenzen im Freien (häufige Frost- und Tauwechsel) und den Säureangriff aus der Silage (pH-Werte 3,5 bis 5,5) aushalten.

Wird Beton als Baumaterial eingesetzt, sind folgende Qualitätskriterien zu beachten: wasserundurchlässig, hoher Frostwiderstand, widerstandsfähig gegen starken chemischen Angriff, effektive Nachbehandlung.

Zur Vermeidung von Rissen durch Temperaturschwankungen und Schwinden sind Schein- oder Pressfugen anzulegen, die anschließend mit einer geeigneten, elastischen, dauerhaften Vergussmasse abgedichtet werden müssen. Die Fugenabstände sollen nicht größer als 6 m sein.

Asphaltbauweise

Der bekannte Gussasphalt wird bei ca. 230 °C verarbeitet, ist fließfähig, und aufgrund des hohen Bitumenanteils entstehen keine Hohlräume. Er ist also wasserundurchlässig und mit geeignetem Zuschlagmaterial auch resistent gegen die Gärsäuren. Er wird häufig zur Sanierung von stark angegriffenen, aber noch tragfähigen Betonsiloplatten eingesetzt.

Siloplatten können auch mit Walzasphalt angelegt werden. Bei Walzasphalt kann die Was-serundurchlässigkeit erreicht werden, wenn der Hohlraumgehalt unter 3 Volumenprozent durch intensives Walzen abgesenkt werden kann.

Die sach- und fachgerechte Zusammensetzung des Baumaterials und Herstellungsweise sollte unbedingt im Vertrag beschrieben und zugesichert werden.

Weiterführende Literatur

Autor: Dr. Horst Cielejewski