6.3.1 Gefährdungsabschätzung für den Wirkungspfad Boden - Pflanze/Vorsorge zur Begrenzung von Stoffeinträgen in den Boden und beim Auf- und Einbringen von Materialien
Tätigkeitsmerkmale:
- Vorkommen, stoff- und bodenspezifisches Verhalten von Schadstoffen in
(Kultur-) Böden
- Hintergrundgehalte von Schadstoffen in Abhängigkeit von Nutzung und Siedlungsstruktur, bei anorganischen Stoffen zusätzlich differenziert nach Substrat und Ausgangsgestein
- Puffer, Rückhalte- und Freisetzungspotential von Böden bzgl. Schadstoffe
- Sorption/Desorption/Mobilität von Schadstoffen in Böden und Einflussfaktoren
- Zusammenhänge zwischen Gesamtgehalten/mobilisierbaren/mobilen Schadstofffraktionen in Abhängigkeit von Stoffbestand und Eigenschaften der Böden
- Bioverfügbarkeit von Schadstoffen in Böden und Einflussfaktoren (u.a. "räumliche Verfügbarkeit",
- biochemische und mikrobiologische Besonderheiten in der Rhizosphäre)
- Abbau/Metabolisierung organischer Schadstoffe in Böden
- Schadstoffübergang Boden - Pflanze
- Bedeutung verschiedener Kontaminationspfade (Schadstoff-, Pflanzenart-, Pflanzenorgan-, Stand[1]ort- und Bewirtschaftungs-Einfluss)
- Art-, Sorten- und Organspezifität der Schadstoffakkumulation in Pflanzen ("Transferfaktoren")
- phytotoxische Wirkungen (Schadsymptome)
- Überlagerung durch den Kontaminationspfad Atmosphäre - Pflanze
- Durchführung von Geländebegehungen und -aufnahme unter
schadstoffspezifischen Fragestellungen,
insbesondere auch- erkennen von signifikanten biologischen Auffälligkeiten (pflanzensoziologische Besonderheiten/Veränderungen, Symptome toxischer Schadstoffkonzentrationen bei Pflanzen etc.)
- Deutung der Geländemorphologie und -befunde im Hinblick auf anthropogene Einflüsse (Stoffeinträge, Ablagerungen, Auffüllungen, Bodenumlagerungen etc.)
- Technik der Bodenkartierung auf anthropogen überprägten Flächen (z.B. Kartierhilfsmittel, Leitprofile, Kartierschlüssel) in Anlehnung an die Methoden der Stadtbodenkartierung
- Planung, Ausschreibung, Vergabe und Begleitung von gewerblichen Arbeiten, z.B. Sondier- und Bohrarbeiten, geophysikalische Untersuchungsverfahren, Probenahme und Probenbehandlung, Analytikleistungen, Arbeitssicherheit
- bodenkundliche Ansprache im Gelände, insbesondere anthropogen veränderter Böden (Horizontierung, Bodenart, Gefügeform-/besonderheiten, Lagerungsdichte, Humusgehalt, Fremdmaterial etc.)
- Gewinnung repräsentativer Boden- und Pflanzenproben unter Berücksichtigung statistischer Erfordernisse (Probenahmestrategie, Messnetzaufbau, Probenahmeverfahren, Probenahmegeräte etc.)
- fachliche Beurteilung erzielter Ergebnisse im Hinblick auf den Pfad Boden - Pflanze (-Tier) unter Berücksichtigung lebensmittel-/futtermittelrechtlicher Vorgaben bzw. toxikologischer Aspekte
- Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Unterbindung des Schadstofftransfers
Boden/Pflanze und deren Effizienz
- Schutz und Beschränkungsmaßnahmen (pH-Regulierung, Pflanzenauswahl, Bewirtschaftungsverfahren, Nutzungsänderung/-beschränkung)
- Sicherungsmaßnahmen (Immobilisierungsverfahren, Überdeckung)
- Maßnahmen zur Dekontamination
- spezielle fachliche Regelwerke und Arbeitshilfen