Neues Orthobunyavirus in Wiederkäuerbeständen

Seit wenigen Wochen kursiert in Frankreich, der Schweiz und in Süddeutschland ein bisher unbekanntes Virus, was bei Milchkühen zu Fieber, Durchfall und Milchleistungsrückgang führt. Das Virus gehört zur gleichen Gruppe wie das Schmallenbergvirus, welches ebenfalls zu den gleichen Symptomen bei Rindern führt und wird durch Gnitzen übertragen.

Derzeit (Stand 10.08) gibt es noch keine Beschreibungen bei Schafen und Ziegen.

Für das Schmallenbergvirus ist bekannt, dass es bei Schafen v.a. während der Trächtigkeit Probleme verursacht. So kommt es im ersten Drittel der Trächtigkeit zu Fruchtresorptionen, was im Betrieb als Umbocken erkannt wird. Eine Infektion im zweiten Drittel der Trächtigkeit führt zu mitunter massiven Mißbildungen der Lämmer, bei denen die Vorder- und Hintergliedmaßen verkürzt sind. Dadurch sind die Lämmer mitunter so deformiert, dass eine natürliche Geburt durch den weichen Geburtskanal nicht möglich ist. Somit ist ein Kaiserschnitt erforderlich oder die Muttertiere verenden unter der Geburt. Zudem ist der Unterkiefer verkürzt. Eine Infekton der Muttertiere im letzten Trimester hat keine Auswirkungen mehr.

Ob das neue Orthobunyavirus zu Mißbildungen führen kann, ist jedoch bisher nicht bekannt.

Wichtigste Gegenmaßnahmen sind die Reduktion von Hitzestress sowie die bereits bekannte Bekämpfung der Gnitzen. Um mögliche Mißbildungen bei den Lämmern sowie Umbocken zu vermeiden, kann die Decksaison nach hinten verlegt werden, wenn die Gnitzen nicht mehr fliegen. Damit ist im November zu rechnen.

Ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung.