20. GaLaBau-Symposium 2021: Corona. Was macht die Krise?

GaLaBau-Symposium 2021 online

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste unserer Veranstaltungsreihe „GaLaBau-Symposium“,

als die verantwortlichen Akteure unseres Hauses das Thema und Konzept des diesjährigen GaLaBau-Symposiums festgelegt und die inhaltlichen Abstimmungen vorgenommen haben, waren wir noch guter Hoffnung, dass die Tagung als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Sie werden Verständnis dafür haben, dass dies angesichts der gegenwärtigen Pandemielage und Beschränkungen nicht möglich ist. Umso mehr freue ich mich über die jetzt gefundene Lösung. Wir konnten die Referentinnen und Referenten für schriftliche Statements und ergänzende O-Töne gewinnen, die in einer besonderen Veröffentlichung unseres Medienpartners zusammengestellt worden sind und die wir ab heute, dem ursprünglichen Veranstaltungstag, an dieser Stelle für Sie zur Verfügung stellen (siehe unten).

Corona - Was macht die Krise?

Sie zieht sich. Und das in dieser trüben Jahreszeit. Fortschritte bei den Impfungen und die Erwartung des Frühlings auf der einen, Mutationen des Virus auf der anderen Seite. Immer verbleibt eine Ungewissheit, wie es weitergeht. Das verlangt den Menschen alles ab. Gerade das, was ansonsten unsere Akkus wieder aufzuladen vermag - Begegnung, Austausch, Geselligkeit und schöne Erlebnisse – kann und darf nicht oder nur sehr reduziert stattfinden. Wenn dann noch schwierige organisatorische Herausforderungen hinzukommen, wie die Betreuung der Kinder und anderer Familienangehöriger, gleichzeitig Homeoffice und insbesondere wirtschaftliche oder gar existentielle Sorgen, dann wird es eng.

Die Corona-Pandemie hat auch die Landwirtschaft und den Gartenbau in vielen Bereichen hart getroffen. Die Herausforderungen waren und sind auch ohne das Virus eigentlich schon groß genug. Beispielhaft nenne ich hier den Klimawandel und zunehmende Witterungsextreme, Marktveränderungen, neue rechtliche Rahmensetzungen und den Fachkräftemangel. Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Auswirkungen bei uns bisher aber noch moderat. Dies gilt insbesondere für den Dienstleistungsbereich. Die Menschen waren und sind durch die Krise sehr auf ihr Zuhause und das unmittelbare Umfeld fokussiert, viele können wohl auch die nicht ausgeschöpfte Urlaubskasse umwidmen und zeigen sich sehr investitionsfreudig. Es wird viel um- und neugebaut, so dass auch im Freiraum Gestaltungsleistungen nachgefragt werden. Am Immobilienmarkt hat sich die Gestaltungsqualität der Außenanlagen zu einem maßgeblichen Vermarktungsfaktor entwickelt und die Bedeutung von Grün insbesondere in den Ballungszentren steigt weiter an. Inwieweit sich die Pandemie längerfristig auf die öffentlichen Haushalte und entsprechenden Ressourcen für die grüne Infrastruktur auswirken wird, bleibt hingegen abzuwarten.

Im Aus- und Weiterbildungsbereich können wir uns – wieder im Vergleich zu anderen Branchen – ebenfalls gut sehen lassen. An dieser Stelle ein Blick auf die Ausbildungsverhältnisse: Berufs- und fachrichtungsübergreifend sind die Vertragszahlen in Summe mehr oder weniger konstant, im Gartenbau zeigt der Produktionsbereich zwar weiterhin leichte Einbußen, der GaLaBau aber Zuwächse. Im Rückblick auf 2020 und bis dato allerdings nur im Bereich der Vollausbildung, nicht bei den Werkern – bei diesen und bei den Bildungseinrichtungen sind Corona bedingte Hemmnisse offensichtlich. Als ein weiterer Indikator mag derweil gelten, dass Anträge auf Ausbildungsprämien für Ausbildungsbetriebe, die ihr Engagement trotz Corona aufrechterhalten oder sogar ausgebaut haben, bislang kaum beantragt werden mussten, die Ausschüttung ist schließlich an Umsatzeinbußen oder Kurzarbeit gebunden. Da die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ungebrochen ist, angesichts des demografischen Wandels noch zunehmen wird und die Branche um die Bedeutung der Verjüngung und Qualifizierung aus sich selbst heraus weiß, gehe ich davon aus, dass der Gartenbau mit über 56% aller Ausbildungsverhältnisse, hier insbesondere der GaLaBau mit fast 80% unter den Fachrichtungen, seine Führungsposition unter den Agrarberufen mindestens aufrechterhalten wird.

Trotz der widrigen Umstände und mit den gebotenen Schutz- und Hygienemaßnahmen hat die Landwirtschaftskammer zusammen mit ihren Prüfungsausschüssen in der letzten Sommerprüfung alleine im Gartenbau rund 1200 Kandidatinnen und Kandidaten durch die Abschlussprüfungen geführt und nochmal rund 300 durch die soeben beendeten Winterprüfungen. Rund 180 junge Führungskräfte waren bei der letzten Meisterprüfung dabei. Auch ansonsten haben wir unseren Betrieb aufrechterhalten und wo immer möglich, angepasste Angebote entwickelt. So hat die Krise auch in unserem Hause einen zusätzlichen Digitalisierungsschub verursacht, der zwar erst einmal neue Konzepte erfordert und auch nicht immer störungsfrei verläuft, der uns am Ende aber voranbringen und krisenfester machen wird.

Dennoch wird auch in Zukunft der persönliche Kontakt zu unseren Kunden wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit bleiben. Insofern freue ich mich, dass in der Veranstaltungsreihe GaLaBau-Symposium für dieses Jahr ein besonderes Format gefunden werden konnte, wir uns im kommenden Jahr aber im Sinne einer echten Begegnung wiedersehen und austauschen können. Im Rahmen des 21. GaLaBau-Symposiums am Aschermittwoch, den 2. März 2022, werden die Referentinnen und Referenten wieder dabei sein, dann mit physischer Präsenz, einem Rückblick auf die Pandemie, neuen Erkenntnissen und zusätzlichen Impulsen.

Welche Auswirkungen die Corona Krise jetzt schon hat, welche sie vermutlich noch haben wird, auf unsere Branche, aber auch darüber hinaus, wie wir ihr und ggf. auch zukünftigen Krisen begegnen können, das haben wir Expertinnen und Experten mit folgenden Arbeitstiteln gefragt:
 

  • Lutze von Wurmb
    Geschäftsführer des GaLaBau-Unternehmens OSBAHR GmbH in Uetersen und Präsident des BGL
    Branchenstatement zur Einführung
    Videobotschaft: https://youtu.be/OWTGfzAElkI
  • Peter Knappmann
    Geschäftsführer der Knappmann GmbH & Co. Landschaftsbau KG, Essen
    Welche Auswirkungen der Krise sehen Sie und wie krisenfest ist die Branche?
    Welche Zukunftsaufgaben sehen Sie aus der Perspektive eines großen Betriebes in einer Metropolregion mit der Ausrichtung „Großprojekte, öffentlich, halböffentlich, Gewerbe, Industrie“?
    Videobotschaft: https://youtu.be/UBNbRtDBgbw
  • Anura Heinsch
    Neuer Vorstand der Gärtner von Eden, Ratingen
    Dito, hier jedoch mit Fokus auf das Marktsegment „Privatgarten“
    Welche neuen Impulse haben Sie sich für die Genossenschaft der GvE vorgenommen?
    Videobotschaft: https://youtu.be/HbpPT_QnsCQ
  • Prof. Heiko Meinen
    Hochschule Osnabrück, Lehrgebiet Betriebswirtschaft im Bauwesen
    Wie beurteilen Sie die Auswirkungen der Krise und die Krisenfestigkeit der grünen Branche im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbereichen, insbesondere der Bauwirtschaft?
    Wie ist es um die wirtschaftliche Nachhaltigkeit bestellt?
    Welches Entwicklungspotenzial der Branche sehen Sie und welche Anforderungen an den Nachwuchs leiten Sie ab?  
    Videobotschaft: https://youtu.be/w31GIHtbzGo
  • Sybille Benning
    MdB, Wahlkreis Münster; politisch aktiv insbesondere im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, im parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und in der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung“; aktuell unmittelbar mit den politischen Weichenstellungen zur Krisenbewältigung befasst; aufgrund der eigenen beruflichen Wurzeln und des GaLaBau-Betriebes „zuhause“ mit besten Einblicken in die Branche
    Welche Möglichkeiten und Grenzen haben Politik und Regierung?
    Videobotschaft: https://youtu.be/hrmD_2xsPDE
  • Gela Allmann
    Sportwissenschaftlerin, Extrembergsportlerin, Coach und Key Note Speakerin; nach einem nahezu tödlichen Absturz über 800 Höhenmeter in 2014 und anschließender körperlicher wie auch mentaler Rehabilitation „wieder da“, seither mit einem besonderen Blick auf das, was gemeinhin als Krise bezeichnet wird
    Krise? Relativ!
    Videobotschaft: https://youtu.be/3gaN58-fKUo
     

Nach der Krise ist vor der Krise. Seien Sie dabei, wir laden Sie herzlich ein!

Ich sage herzlichen Glückwunsch zum 20. Geburtstag der Veranstaltungsreihe, stoße in Gedanken mit Ihnen an und sende viele Grüße.

Karl Werring
Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Sehen Sie die Beiträge unserer Referentinnen und Referenten gerne hier:

Sie sind noch nicht in unserem Verteiler, möchten aber gerne zu unseren Veranstaltungen in der Reihe „GaLaBau-Symposium“ eingeladen werden? Dann senden Sie gerne eine kurze E-Mail mit Ihren Kontaktdaten an:
seminare-wolbeck@lwk.nrw.de.