TerZ100 - Torfersatz im Zierpflanzenbau entlang der Vermarktungswege




Modell- und Demonstrationsvorhaben: Anpassungen entlang der Wertschöpfungskette bei weitestgehendem Torfverzicht im Zierpflanzenbau
Ausgangslage
Das Vorgängerprojekt TerZ (2019–2023) hat deutlich gezeigt: Eine Reduktion des Torfanteils in Kultursubstraten auf etwa 50 Vol.-% ist bei vielen Kulturen ohne negative Auswirkungen auf die Kultursicherheit möglich. Das Projekt TerZ100 knüpft an diese Ergebnisse an und begleitet weiterhin Gartenbaubetriebe auf ihrem Weg zur torffreien Produktion.
Hintergrund ist das Klimaschutzprogramm 2030, das eine weitgehende Reduzierung des Torfanteils in gärtnerischen Substraten vorsieht, um CO₂-Emissionen zu senken und Moorlandschaften als wertvolle Ökosysteme zu erhalten. Für die Betriebe bedeutet dies jedoch eine große Umstellung, da Torf bislang der wichtigste Ausgangsstoff für Kultursubstrate war. Ersatzstoffe wie Holzfasern, Kokosprodukte oder Kompost besitzen andere Eigenschaften und erfordern eine angepasste Kulturführung.
Projektvorstellung
Im Projekt werden 17 Modellbetriebe in fünf Regionen individuell bei der Umstellung auf möglichst torffreie Substrate begleitet. Ergänzend dazu führen die beteiligten Institutionen umfangreiche Untersuchungen durch: Entwicklung von Schnelltestverfahren zur Beurteilung des Versorgungszustandes, Analysen zur Stickstoff-Immobilisierung, Transport- und Vermarktungssimulationen, Haltbarkeitstests unter Endverbraucherbedingungen, sowie die Optimierung von Handelsprozessen.
Im Versuchszentrum Gartenbau Straelen liegt der Schwerpunkt auf der Haltbarkeit und Sicherung der Pflanzenqualität entlang der gesamten Vermarktungskette. Mit zunehmendem Torfverzicht steigen die Herausforderungen nicht nur in der Kultur, sondern auch beim Transport und am Point-of-Sale. Um die Haltbarkeit und Qualität der Pflanzen unter realen Bedingungen untersuchen zu können, führen wir Transportversuche durch: Transportwege werden simuliert, unterschiedliche Verkaufsbedingungen getestet und die Wasserhaltefähigkeit des Substrats und Pflanzenzustand analysiert.
Ziel ist es, praxisnahe Empfehlungen für die gesamte Prozesskette zu entwickeln: vom Betrieb über Logistik und Handel bis zum Endverbraucher. Die Ergebnisse werden in enger Kooperation mit dem Projekt FiniTo breit kommuniziert. Am Ende soll der Nachweis erbracht sein, dass ein weitestgehender Torfverzicht im Zierpflanzenbau unter Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Gartenbaubetriebe möglich ist.
Projektpartner
- Hochschule Weihenstephan-Triesdorf – HSWT Freising (Projektleitung)
- Landwirtschaftskammer Niedersachen – LVG Hannover-Ahlem
- Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen –VZG Straelen
- Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau – LVG Heidelberg
- Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – LfULG Dresden-Pillnitz
Unterauftragnehmer: Landgard GmbH
Projekt-Laufzeit
August 2024 bis Dezember 2026
Ansprechpartner
- Projektleitung: Andrew Gallik, Telefon 02834 704-141, E-Mail: andrew.gallik@lwk.nrw.de
- Projektbearbeitung: Tímea Szabó, Telefon 02834 704-192, E-Mail: timea.szabo@lwk.nrw.de