Tierseuchenkasse aktuell: Bitte der Meldepflicht nachkommen!

Gänse auf der WeideBild vergrößern
Foto: Gotthard Augst, piclease

Am 30.12.2016 versendete die Tierseuchenkasse an alle ihr bekannten Tierhalter - mit Ausnahme der Rinderhalter - den Meldebogen für die Tierzahlmeldung 2017. Jeder Halter von Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen, Gehegewild, Geflügel und Bienen ist verpflichtet, seinen Tierbestand online oder schriftlich der Tierseuchenkasse zu melden.

Der schnellste, bequemste und sicherste Weg ist die Meldung per Internet. Der Zugang für die Online-Meldung erfolgt ab 02.01.2017 über die Internetadresse:

Die Anmeldung erfolgt mit der Registriernummer und der dazugehörigen PIN.

Tierhalter, die nicht oder nicht mehr im Besitz einer gültigen PIN sind, können diese über eine entsprechende Schaltfläche auf der Startseite der Online-Meldung anfordern. Die neue PIN wird dann innerhalb weniger Tage auf dem Postweg zugestellt.

Die Meldung des am 01.01.2017 (Stichtag) vorhandenen Tierbestandes ist die Grundlage für die Beitragserhebung und muss der Tierseuchenkasse bzw. bei Nutzung des Meldebogens der auf dem Meldebogen vorgedruckten Erfassungsstelle der Tierseuchenkasse (Daten.Werk GmbH, Döbelner Str.1, 12627 Berlin) spätestens bis zum 31.01.17 vorliegen.

Es gibt allerdings drei Ausnahmen:

  • Neu: Ab 2017 gibt es für Bienenhalter keine Stichtagsmeldung mehr. Bienenhalter haben erstmalig den Jahreshöchstbesatz anzugeben, das ist die Zahl der Völker und Ableger, die maximal im Beitragsjahr gehalten wird (Die Änderung war erforderlich, weil die Bestandsgröße zum Stichtag nicht genau ermittelt werden konnte).
  • Rinder müssen nicht gemeldet werden, da die Tierseuchenkasse - wie schon in den Vorjahren - die entsprechenden Bestandszahlen der HIT-Datenbank entnimmt. Die Nachmeldung beim Zukauf von Rindern zwischen dem 02.01. und 15.02. (siehe Nachmeldung) ist hiervon allerdings ausgenommen.
  • Halter von Legehennen, Masthähnchen, Elterntieren, Putenhähnen, Putenhennen, Putenküken, Enten, Entenküken, Gänsen und Gänseküken müssen den Jahreshöchstbesatz angeben, d.h. die Tierzahl, die maximal in der jeweiligen Geflügelart während des Jahres gehalten werden soll (= genutzte Stallkapazität).

Hat ein Tierhalter nach Ablauf der Meldefrist keine Online-Meldung vorgenommen bzw. keinen Meldebogen übersandt, wird er von der Tierseuchenkasse an die Meldung erinnert. Sollte er auch dann noch keine Meldung abgeben, wird das zuständige Veterinäramt in Kenntnis gesetzt, das gegebenenfalls eine Vor-Ort-Kontrolle durchführt.

Die Tierseuchenkasse appelliert an alle Tierhalter, ihrer Meldepflicht fristgerecht nachzukommen. Eine nicht oder eine zu gering gemeldete Tierzahl kann zur Folge haben, dass der Tierhalter den Anspruch auf Leistungen aus der Tierseuchenkasse verliert.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass auch am Stichtag vorhandene Saugferkel, Lämmer, Fohlen etc. gemeldet werden müssen.

Meldet der Tierhalter nicht fristgerecht oder unvollständig, bedeutet dies, dass Tiere, die von einer Seuche betroffen sind, nicht entschädigt werden. Des Weiteren würden auch die Kosten der Tötung und Tierkörperbeseitigung sowie die oft erheblichen Kosten der Reinigung und Desinfektion des Betriebes nicht von der Tierseuchenkasse übernommen. Zudem erhält der Tierhalter während des gesamten Beitragsjahres keine Beihilfen für Impfungen, Untersuchungen etc.

Neu: Verspätungszuschlag

Grundsätzlich kommt die überwiegende Zahl der Tierhalter ihrer Meldepflicht fristgerecht nach. Es gibt aber immer einige Tierhalter, die die Meldung nicht oder mit erheblicher Verspätung abgeben. Von diesen Tierhaltern wird künftig nach erfolgloser Anmahnung ein Verspätungszuschlag in Höhe von 20 % der Beitragsschuld, mindestens 25 € und höchstens 500 € erhoben, wenn das Unterlassen oder die Verspätung vom Tierhalter zu vertreten ist.

Nachmeldung

Über die Meldung zum 1. Januar 2017 hinaus sind alle Tierhalter, die am 15. Februar 2017 mehr als 50 Pferde, 50 Rinder, 100 Schweine, 50 Schafe, 50 Ziegen oder 50 Stück Gehegewild halten, verpflichtet, ihren Tierbestand auch zum 15. Februar zu melden, wenn sich bei einer dieser Tierarten der Tierbestand durch Zugänge aus anderen Betrieben seit dem 1. Januar 2017 um mehr als 10 % erhöht hat oder dieser Tierbestand neu gegründet wurde. Die erforderliche Nachmeldung hat bis spätestens 28.02.17 schriftlich zu erfolgen.

Rinderhalter müssen zwar keine Stichtagsmeldung zum 01.01 machen; es ist aber unverzichtbar, dass auch sie - bei Vorliegen der vorgenannten Voraussetzungen - eine schriftliche Nachmeldung bei der Tierseuchenkasse abzugeben. Die Daten werden nicht der HIT-Datenbank entnommen.

Nach dem 15. Februar des Beitragsjahres neu gegründete Tierbestände sind - damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist - der Tierseuchenkasse unverzüglich zu melden.

In Geflügelbeständen mit mehr als 500 Gänsen, 500 Enten, 1.000 Elterntieren, 10.000 Masthähnchen und 10.000 Legehennen/Junghennen ist jede Überschreitung des angegebenen Höchstbesatzes um mehr als 10 v.H. der Tierseuchenkasse unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Dies gilt auch für Tierhalter, die in Aufzuchtbetrieben mehr als 10.000 Gänseküken, 10.000 Entenküken oder 10.000 Putenküken halten. Nachgemeldetes Geflügel ist beitragspflichtig.

In seiner Sitzung am 21.06.2016 hat der Verwaltungsrat der Tierseuchenkasse die nachfolgenden Beitragssätze für 2017 beschlossen.

Pferde:
beitragsfrei

Rinder:
Beiträge in Beständen mit
1 bis 2 Tieren, je Bestand = 10,00 €
3 und mehr Tiere, je Tier  = 5,00 €

Schweine:
Beiträge in Beständen mit:
1 bis 50 Tieren, je Bestand  = 10,00 €
51 und mehr Tieren, je Tier  =   0,20 €

Schafe und Ziegen:
Beiträge in Beständen mit:
1 bis 20 Tieren, je Bestand  = 10,00 €
21 und mehr Tieren, je Tier  =   0,50 €

Gehegewild:
beitragsfrei

Bienen:
Beiträge in Beständen mit:
1 bis 10 Völkern, je Bestand  = 10,00 €
11 und mehr Völkern, je Volk =  1,00 €

Geflügel:
Kleinstbestände:
(Hühner, Enten, Gänse, Puten)
1 bis 50 Tiere = 10,00 €

Legehennen:
1 bis 300 Tiere = 10,00 €
301 und mehr Tiere, je angefangene hundert Tiere = 3,00 €

Masthähnchen:
1 bis 600 Tiere = 10,00 €
601 und mehr Tiere, je angefangene hundert Tiere = 1,50 €

Elterntiere:
1 bis 100 Tiere, je Bestand = 10,00 €
101 und mehr Tiere, je Tier =  0,10 €

Putenhähne:
1 bis 62 Tiere = 10,00 €
63 und mehr Tiere, je Tier = 0,16 €

Putenhennen:
1 bis 125 Tiere = 10,00 €
126 und mehr Tiere, je Tier = 0,08 €

Putenküken:
1 bis 400 Tiere, je Bestand = 10,00 €
401 und mehr Tiere, je Tier = 0,025 €

Gänse:
1 bis 83 Tiere, je Bestand = 10,00 €
84 und mehr Tiere, je Tier = 0,12 €

Gänseküken:
1 bis 333 Tiere, je Bestand = 10,00 €
334 und mehr Tiere, je Tier = 0,03 €

Enten:
1 bis 100 Tiere, je Bestand = 10,00 €
101 und mehr Tiere, je Tier = 0,10 €

Entenküken:
1 bis 400 Tiere, je Bestand = 10,00 €
401 und mehr Tiere, je Tier = 0,025 €

Bei der Berechnung der Beiträge für Geflügel von gewerbsmäßig handelnden Tierbesitzern wird lediglich die Zahl der Tiere mit dem höchsten Beitragssatz herangezogen.

Bonus bei Schweinen

Tierhalter, die den Beitragsbonus in Höhe von 20 v.H. beantragen wollen, sollten sorgfältig prüfen, ob sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Ist dies der Fall, muss unbedingt die Frist 31.01.2017 beachtet werden, denn nur bis zu diesem Zeitpunkt kann der Bonus beantragt werden.

Auch die Mitarbeiter/Innen der Tierseuchenkasse stehen für Auskünfte gerne zur Verfügung, Telefon 0251 28982-0.