Nmin-Richtwerte Sommerungen 2022

Nmin-ProbeBild vergrößern
Die eigene Nmin-Probe spiegelt am besten wieder, was unter der zu düngenden Fläche an mineralischem Nmin-Vorrat vorliegt. Das Nmin-Ergebnis ist Bestandteil der Düngebedarfsermittlung (DBE).

Die Nmin-Richtwerte für die Sommerungen 2022 wurden ausgewertet und stehen für die Düngebedarfsermittlung (DBE) zur Verfügung. Die NRW-Richtwerte stellen eine von drei Möglichkeiten dar, diese bei der zu dokumentierenden Düngebedarfsermittlung (DBE) für Stickstoff in Ansatz zu bringen. Die DBE inklusive des Nmin-Wertes selber müssen gemäß Düngeverordnung vor dem Aufbringen von wesentlichen Nährstoffmengen dokumentiert und sieben Jahre aufbewahrt werden. Sie sind außerdem relevant für die Cross Compliances (CC).

Seit Mai 2020 muss neben der Ermittlung des Düngebedarfs für Stickstoff und Phosphat auch das Aufbringen von stickstoff- und phosphathaltigen Stoffen spätestens zwei Tage nach dem Aufbringen dokumentiert sein. Beide Dokumentationspflichten können mit Hilfe des Düngeportals NRW erledigt und nachgehalten werden (www.duengeportal-nrw.de). Die vorläufigen sowie Jahres-Richtwerte sind im Düngeportal hinterlegt. Weitere Dokumentationshilfen, die Nmin-Richtwerte und Informationen rund um die Düngung finden Sie unter www.duengung-nrw.de.

Der Nmin-Wert kann auf verschiede Weise ermittelt werden

Zum Anfertigen der DBE können entweder Richtwerte, die von der LWK veröffentlicht oder alternativ das Ergebnis einer eigenen Nmin-Probe verwendet werden. Bezüglich der Richtwerte kann entweder von den hier veröffentlichten NRW-Richtwerten oder von regionalen Richtwerten, welche unter www.nmin.de aufrufbar sind, Gebrauch gemacht werden. Mit Hilfe der Online-Anwendung kann sich der Anwender für sechs Regionen in NRW einen regionalen Nmin-Wert aufrufen. Dieser muss für Prüfungszwecke unbedingt ausgedruckt werden.

Auf die Möglichkeit, eigene Nmin-Werte zu verwenden sollte grundsätzlich und vor allem aufgrund der hohen Düngemittelpreise und Düngerverfügbarkeit in diesem Jahr Gebrauch gemacht werden. Eigene Nmin-Analysen spiegeln die örtlichen Standort- und Bewirtschaftungsverhältnisse am besten wieder. Dabei werden Potenziale für das Einsparen von Dünger aufgedeckt und umgekehrt die Umwelt geschont. Wichtig zu wissen ist, dass für die Erhebung eigener Nmin-Werte keinesfalls alle Flächen eines Betriebes untersucht werden müssen. Es können sogenannte „Beprobungseinheiten“ gebildet werden, bei denen repräsentative Proben von Flächen mit gleicher Bewirtschaftung herangezogen werden. Genauere Informationen zu den Anforderungen zur Bildung der Beprobungseinheiten sind unter www.duengung-nrw.de einsehbar.

Nmin-Richtwerte gegenüber vorläufigen Werten deutlich niedriger und weniger differenziert

Gegenüber den vorläufigen, fünfjährigen Nmin-Richtwerten fallen die Werte für 2022 aufgrund der niederschlagsreichen Witterung im Februar sowie der ersten Aprilhälfte deutlich niedriger aus. Aufgrund einer nicht ausreichenden Probenanzahl mit Informationen für schwere Bodenarten wird dieses Jahr in dieser Kategorie auf die Werte für die mittleren Bodenarten zurückgegriffen, weshalb sich hier kein Unterschied ergibt. Auch dies sollte Anlass geben, eigene Proben zu ziehen und deren Ergebnisse zu verwerten.

Bei einer Abweichung von mehr als 10 kg/ha gegenüber den vorläufigen Richtwerten sollte die Düngebedarfsermittlung (DBE) angepasst werden. Das sind dieses Mal besonders viele Fälle. Diese Fälle sind in der Tabelle Gelb hinterlegt.

Tabelle: Nmin-Richtwerte NRW Sommerungen 2022

Bodenart Sommerung Vorfrucht Nmin 0 bis 30 cm Nmin 30 bis 60 cm Nmin 60 bis 90 cm Summe
leichter Boden
(S, lS, sU)
Rüben Halm- und Blattfrucht 15 12 9 36
Rüben ZF alle 15 12 9 36
Kartoffeln Halm- und Blattfrucht 15 12 9 36
Kartoffeln ZF alle 15 12 9 36
Mais Halm- und Blattfrucht 16 13 9 38
Mais ZF alle 15 12 9 36
Sommergetreide alle 15 12 9 36
NN**Sommer alle 15 12 9 36
mittlerer Boden
(ssl, lU, sL, uL, L)
Rüben Halm- und Blattfrucht 19 17 10 46
Rüben ZF abf. 18 17 10 45
Rüben ZF w.h. 18 17 10 45
Kartoffeln Halm- und Blattfrucht 18 17 12 47
Kartoffeln ZF abf. 18  17 10 45
Kartoffeln ZF w.h. 18 17 10 45
Mais Halm- und Blattfrucht 16  14 11 41
Mais ZF abf. 18 17 10 45
Mais ZF w.h. 18 17 10 45
Sommergetreide alle 17 11 10 38
NN**Sommer alle 18 17 10 45
schwerer Boden
(utL, tL, T)
Rüben alle 18  17 10 45
Kartoffeln alle 18 17 11 46
Mais alle 18 16 10 44
Sommergetreide alle 17 11 10 38
NN**Sommer alle 18 17 10 45

NN** = alle anderen, nicht gelisteten Kulturen
Mais = Blattfrucht
gHinweis: Bei Leguminosen ist nur der Nmin von der Schicht 0 - 30 cm anzurechnen.

Autor: Holger Fechner