Nitratdienst Januar 2026

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Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Anfang Dezember bis Anfang Januar. Von Ende Dezember bis Anfang Januar herrschten überwiegend kalte Witterungsbedingungen. Es gab Nachfröste, teilweise sogar ganztägigen Frost. Anfang Januar kam zusätzlich Schneefall hinzu. Anfang Dezember sowie ab der zweiten Kalenderwoche stiegen die Temperaturen jedoch zeitweise auf bis zu 10 °C. Die Sonnenscheindauer war in NRW gleichmäßig verteilt und lag im Beobachtungszeitraum bei durchschnittlich etwa 60 Sonnenstunden. Am sonnigsten war es am Niederrhein mit 68 Stunden. Landesweit fielen rund 37 mm Niederschlag. Dieser Wert liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1961 bis 1990. Die höchste Regenmenge wurde im Raum Mülheim an der Ruhr mit 76 mm gemessen. Für das südliche Rheinland meldete die Wetterstation in Nörvenich dagegen nur 23 mm. An der Wetterstation Münster/Greven im Münsterland wurden von November bis Mitte Januar nur 50 % des üblichen Niederschlags registriert. Während fast alle Regionen in diesem Zeitraum 20 bis 30 % weniger Niederschlag hatten, entspricht die Menge im südlichen Rheinland dem langjährigen Durchschnitt.

Durch den Frost sind die abfrierenden Zwischenfrüchte (ZF) nun vollständig abgestorben. Auf einigen Flächen nutzten Landwirte den gefrorenen Boden, um die Bestände zu mulchen. Die Zuckerrübenernte ist abgeschlossen. Auf den meisten Flächen gab es kaum Bodenbewegung. Die Wintergerste weist einen durchschnittlichen Nmin-Wert von 39 kg/ha auf. Auf dem Sandboden in Delbrück Westenholz wurden 38 kg/ha Nitratstickstoff unterhalb von 90 cm ausgewaschen. Auf lehmigen, mittel-schweren Böden zeigt sich eine Verlagerung des Stickstoffs von der Schicht 30–60 cm in den Bereich 60–90 cm. Beim Winterroggen ergibt sich ein ähnliches Bild. Der durchschnittliche Nmin-Wert liegt bei 18 kg/ha. Beim Winterweizen zeigen die Durchschnittswerte keinen Unterschied zum Vormonat. Dieses Ergebnis täuscht jedoch, da einige Rüben Weizen Flächen höhere Nmin-Werte aufweisen. Das ist jedoch nicht ungewöhnlich, da durch die Rübenernte Boden bewegt und der Blattapparat eingearbeitet wird. Die gut organisch versorgte Rapsfläche auf Haus Düsse bei Soest liefert weiterhin Stickstoff nach. Dort nahm der Nmin-Wert um 15 kg/ha zu. Andere Rapsflächen zeigen dagegen niedrigere Werte als im Vormonat. Beim Raps ist zu berücksichtigen, dass die ältesten Blätter zu dieser Jahreszeit abfallen und schnell mineralisieren. Dadurch steigt der Nmin-Wert in der Schicht 0–30 cm kurzfristig an. Die ZF präsentieren sich aktuell sehr heterogen. Ein klarer Trend ist nicht erkennbar. Dennoch erfüllen sie ihre Funktion und halten die Nmin-Werte niedrig.

Aktuelles zur Düngung

Am 15.01. endete die Sperrfrist zum Aufbringen von Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Kompost/Champost auf Nicht-Nitratbelasteten Flächen. Erfolgt eine solche Düngung, ist diese der 1.Hauptkultur im aktuellen Jahr zuzuordnen. Außerdem ist vor der Aufbringung eine Düngebedarfsermittlung (DBE) für N und P2O5 zu erstellen. Hinweise zu den Sperrfristen und der Erstellung einer DBE können unter www.duengung-nrw.de nachgelesen werden.

Autor: Lukas Otten