Nitratdienst Februar 2026

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Raps zeigt einsetztendes Wachstum.

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar. Im Beobachtungszeitraum herrschten überwiegend winterliche Witterungsbedingungen mit niedrigen Temperaturen und zahlreichen Niederschlagstagen. Insbesondere in Westfalen kam es zu Nachtfrösten und zeitweise auch zu anhaltendem Frost. Im Rheinland war es im Beobachtungszeitraum etwas milder. Im Durchschnitt sind in NRW 50 mm Niederschlag gefallen, wodurch die Böden in den obersten 60 cm wassergesättigt sind. Am meisten Niederschlag wurde in Lüdenscheid mit 92 mm (Bergisches Land) gemessen. Am wenigsten wurde in Lübbecke mit 22 mm (Ostwestfalen) aufgezeichnet. Die Sonne ließ sich kaum blicken – es wurden weniger als 10 Sonnenstunden verzeichnet.

Entsprechend der oben beschriebenen Witterung herrschten keine wirklich wüchsigen Bedingungen – die Vegetationsruhe hielt somit an. Erst in der zweiten Februarhälfte, bei milderen Temperaturen (vor allem nachts) und länger werdenden Tagen, zeichnete sich bei den Winterungen ein erstes Wachstum ab. Demzufolge wurde von den Kulturen kaum Stickstoff (N) aufgenommen. Eine Feldbestellung für Sommerungen konnte nur in einem sehr kurzen Zeitfenster von wenigen Tagen stattfinden; viele Flächen sind jedoch noch unbestellt geblieben. Insbesondere bei Winterweizen zeigt sich häufig eine Ansammlung von mineralisiertem N in der Bodenschicht von 60 bis 90 cm. Dieser Stickstoff steht den jungen Weizenpflanzen erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt zur Verfügung. Die mit der Düngebedarfsermittlung berechnete maximale N-Düngemenge fällt dementsprechend geringer aus. Ob dem Weizen der mineralisierte Stickstoff in der angerechneten Menge tatsächlich zur Verfügung steht, ist jedoch fraglich. Der durchschnittliche Nmin-Wert unter Weizen beträgt 54 kg/ha. Eine Andüngung der Referenzflächen hat bis zum Zeitpunkt der Probenahme Mitte Februar nicht stattgefunden. Bei der Wintergerste stellt sich die Situation anders dar. Durch die frühere Aussaat und das ausgeprägtere Wurzelwachstum wurde über Herbst und Winter mehr N aufgenommen. Somit ergeben sich aus den gemittelten Nmin-Werten 29 kg/ha. In dieser Kultur hat in einigen Fällen bereits eine Andüngung stattgefunden, insbesondere mit Wirtschaftsdünger, beispielsweise in Delbrück-Westenholz mit 49 kg N/ha. Aufgrund der weiterhin winterlichen Bedingungen lässt sich die Düngung zum Zeitpunkt der Probenahme jedoch noch nicht in den Nmin-Werten wiederfinden. Beim Winterroggen wurden ebenfalls einige Referenzflächen bereits gedüngt. Dort, wo mineralisch angedüngt wurde, ist dies auch in den Nmin-Werten erkennbar, beispielsweise in Horstmar, wo eine Veränderung von 91 kg/ha im Vergleich zum Nmin-Wert von Januar festgestellt wurde. Dort, wo es die Befahrbarkeit zuließ, wurde auch Winterraps angedüngt, beispielsweise in Hopsten und Legden (beides leichte Standorte). Die N-Düngung ist auch in den Ammonium-N-Werten erkennbar und beträgt 42 bzw. 22 kg/ha. Eine Kombination aus Ammonium-N und Nitrat-N ist für das Pflanzenwachstum optimal. Der höchste gemessene Nmin-Wert wurde in Mettingen mit 216 kg/ha in der Zwischenfrucht (ZF) Grünroggen festgestellt. Obwohl dort seit der letzten Hauptfrucht Silomais keine Düngung mehr erfolgt ist und die Fläche seit Jahren zurückhaltend gedüngt wird, kommt ein solcher Wert zustande. Eine mögliche Erklärung könnte der Bodentyp Plaggenesch sein, der durch seine Mächtigkeit vor allem die Schichten von 30 bis 90 cm beeinflusst, denn allein dort finden sich 189 kg/ha. Die übrigen Referenzflächen mit Zwischenfrüchten sind unauffällig und weisen jahreszeittypische Nmin-Werte auf.

Autor: Lukas Otten