Nitratdienst April 2026

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Mitte März bis Mitte April. Insgesamt war der Beobachtungszeitraum von zahlreichen sonnigen und meist freundlichen Tagen geprägt, zeigte sich jedoch insgesamt durchaus wechselhaft. In Nordrhein Westfalen wurden je nach Region zwischen 163 und 177 Sonnenstunden registriert. Die Lufttemperaturen erreichten insbesondere in der ersten und zweiten Aprilwoche häufig Werte um 20 °C, während Nachtfröste nur vereinzelt und meist ohne größere Bedeutung auftraten. Auch die Bodentemperaturen lagen an den sonnenreichen Tagen bereits im zweistelligen Bereich zwischen 10 und 15 °C, was aus pflanzenbaulicher Sicht als günstig einzustufen ist. Im Mittel fielen in NRW während des Beobachtungszeitraums rund 48 mm Niederschlag. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden dabei im nordwestlichen Mittelgebirge mit etwa 60 bis 70 mm aufgezeichnet. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind die Böden in NRW derzeit in den obersten 60 cm insgesamt gut mit Wasser versorgt, sodass für das weitere Pflanzenwachstum grundsätzlich günstige Bedingungen gegeben sind.
Durch die insgesamt günstige Witterungssituation wurde auf zahlreichen Flächen die Düngung weiter fortgesetzt. Zeitgleich fanden auf vielen Betrieben auch wichtige ackerbauliche Arbeiten statt: Zuckerrüben wurden gesät und Kartoffeln gepflanzt. Die Zuckerrübenaussaat ist dabei weitestgehend abgeschlossen, und aufgrund der inzwischen erwärmten Böden sind erste Keimlinge bereits sichtbar. In einzelnen Fällen ist auch schon Mais ausgesät worden, auf den Referenzflächen des Nitratdienstes jedoch bislang noch nicht. Die mikrobielle Aktivität im Boden hat durch den deutlichen Temperaturanstieg spürbar zugenommen, sodass vermehrt Stickstoff (N) aus der organischen Substanz mineralisiert und freigesetzt wird. Besonders unbewachsene Böden erwärmen sich aufgrund ihrer dunklen Oberfläche sehr schnell, was diesen Prozess zusätzlich begünstigt. Parallel dazu ist zu berücksichtigen, dass durch die fortlaufende mineralische und organische Düngung zusätzlicher mineralisierter Stickstoff in das System eingebracht wurde, der in den Nmin Proben ebenfalls erfasst wird.
Die Wintergerste ist in vielen Teilen von Nordrhein Westfalen bereits sehr weit entwickelt und befindet sich überwiegend im Stadium des Schossens. In dieser Entwicklungsphase ist die Stickstoffaufnahme der Pflanzen besonders hoch. Dies zeigt sich entsprechend auch in der Entwicklung der Nmin Werte: Im Durchschnitt sank der Nmin Wert unter Wintergerste von zuvor etwa 35 auf nun rund 18 kg/ha. In sehr weit entwickelten Beständen ist die Stickstoffdüngung mit der zweiten Gabe inzwischen bereits abgeschlossen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch beim Winterroggen. Dieser ist ebenfalls im Wachstum weit fortgeschritten und hat im betrachteten Zeitraum erhebliche Mengen an Stickstoff aufgenommen. Der durchschnittliche Nmin Wert verringerte sich hier im Vergleich zum Vormonat deutlich von 68 auf lediglich 9 kg/ha. Winterweizen stellt nach wie vor die am häufigsten angebaute Kultur auf den Referenzflächen dar. Je nach Saattermin und regionalen Bedingungen ist der Entwicklungsstand jedoch sehr unterschiedlich. Die Stickstoffdüngung ist in diesem Fall vielfach noch nicht vollständig abgeschlossen, wobei angesichts der angespannten Marktlage fraglich ist, in welchem Umfang tatsächlich eine dritte oder sogar vierte Gabe zur Erzeugung von Brotweizen vorgenommen wird. Zum aktuellen Zeitpunkt zeigt sich jedoch insgesamt ein ähnliches Bild wie bei den anderen Winterungen: hohe Stickstoffaufnahmen bei einem vergleichsweise höheren Nmin Niveau von durchschnittlich etwa 43 kg/ha. Dort, wo sich der Winterraps bereits in der Blüte befindet und die Bestände sehr dicht entwickelt sind, wurde die Probenahme aus praktischen Gründen ausgesetzt. Auf drei Flächen konnten dennoch Proben entnommen werden, wobei die ermittelten Nmin Werte zwischen 8 und 37 kg/ha lagen. In der Übersichtstabelle ist zudem dargestellt, dass einige Flächen noch mit Zwischenfrüchten bestellt sind oder diese zwischenzeitlich bereits bearbeitet wurden. Insbesondere auf Flächen, auf denen sowohl eine Düngung als auch eine Bodenbearbeitung stattgefunden haben, sind zum Teil ansteigende Nmin Werte festzustellen. Gute Beispiele hierfür stellen die Standorte Bönen und Bocholt Barlo dar. In Bönen wurden 75 kg/ha Gesamt N und in Bocholt Barlo sogar 120 kg/ha Gesamt N in Form von Wirtschaftsdünger ausgebracht.
- Tabelle Nitratdienst April 2026
73 KByte
Autor: Lukas Otten