Nitratdienst September 2026

Zwischenfrucht im SeptemberBild vergrößern
Trotz verspäteter Aussaat zeigt Zwischenfrucht ihr Potenzial.

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs auf den ackerbaulich genutzten Referenzflächen im Zeitraum von Anfang August bis Anfang September. Der vierwöchige Beobachtungszeitraum war durch eine wechselhafte Witterung mit teilweise hohen Niederschlagsmengen geprägt. Anfang September wurden Tageshöchsttemperaturen von bis zu 30 °C erreicht, überwiegend lagen die Höchstwerte jedoch zwischen 20 und 25 °C. Gleichzeitig unterlagen die Temperaturen deutlichen Schwankungen, sodass die Nachttemperaturen zeitweise auf unter 10 °C sanken. Die vielerorts sehnsüchtig erwarteten Niederschläge setzten ab Mitte August ein und sorgten insbesondere im Hinblick auf die Aussaat von Zwischenfrüchten (ZF) und Winterraps für eine spürbare Entspannung. Die höchsten Niederschlagsmengen wurden mit rund 130 mm im südlichen Rheinland bei Nörvenich verzeichnet. Deutlich geringere Mengen fielen im westlichen Münsterland, wo in Marbeck etwa 70 mm registriert wurden. In Ostwestfalen war die Trockenheit insgesamt weniger stark ausgeprägt, da dort während der Hauptwachstumsphase mehr Niederschlag gefallen war als in vielen anderen Regionen Nordrhein-Westfalens. In Blomberg wurden im Beobachtungszeitraum etwa 75 mm gemessen. Die Niederschläge reichten jedoch bislang nicht aus, um den Unterboden nachhaltig mit Wasser zu sättigen. Bis dies erreicht wird, dürfte es noch mehrere Wochen dauern.

Mit den einsetzenden Niederschlägen nahmen auch die Feldarbeiten wieder deutlich zu, da nun günstige Bedingungen für die Stoppelbearbeitung sowie die Aussaat von Zwischenfrüchten und Winterraps herrschten. Für die Nmin-Probenahme stellte der weiterhin trockene Unterboden allerdings eine Herausforderung dar. Aufgrund der starken Austrocknung war der Boden in tieferen Schichten teilweise so hart, dass die Beprobung des Bereichs von 60 bis 90 cm nicht überall möglich war. Fehlende Werte in der Tabelle sind auf diesen Umstand zurückzuführen. Da einige Referenzflächen mit Mais bestellt sind, wirkt sich auf die Ergebnisse des Nitratdienstes auch der frühe Beginn der Silomaisernte Ende August aus. Im Durchschnitt blieb der Nmin-Gehalt unter Mais gegenüber dem Vormonat mit 89 kg N/ha unverändert, auch wenn sich die Werte einzelner Standorte naturgemäß unterschiedlich entwickelten. Besonders die Maisfläche in Hemer weist aktuell hohe Nmin-Gehalte auf (212 kg/ha). Ursächlich hierfür sind die vorausgehende Zwischenfrucht Kleegras sowie eine intensive Gärrestdüngung. Dieses Beispiel verdeutlicht, welchen Einfluss Vorfrucht und Düngungsmaßnahmen bis weit in den September hinein auf die Stickstoffdynamik haben können. Auch die Zuckerrübenbestände litten erheblich unter den trockenen und heißen Bedingungen. In den vergangenen Wochen kam es zu einer verstärkten Neubildung von Blattmasse, was zulasten des Zuckerertrags ging. Gleichzeitig wurde im Boden weiterhin Stickstoff mineralisiert. Dadurch stieg der durchschnittliche Nmin-Gehalt unter Zuckerrüben von 27 auf 50 kg N/ha und hat sich damit nahezu verdoppelt. Für den Winterraps bieten die aktuellen Bedingungen ebenfalls eine gute Ausgangssituation. Die Bestände verfügen ohne zusätzliche Stickstoffdüngung bereits über durchschnittlich 74 kg N/ha im Boden. Auf Flächen, auf denen bislang ein oder zwei Stoppelbearbeitungsgänge durchgeführt wurden, ist im Vergleich zur unbearbeiteten Stoppel ein deutlicher Mineralisierungseffekt erkennbar. Durch die anhaltende Trockenheit hat sich auf vielen Getreideflächen organisches Material angesammelt, das nun mit den verbesserten Bodenfeuchtebedingungen verstärkt umgesetzt wird. Nach einem Stoppelbearbeitungsgang wurden durchschnittlich 52 kg N/ha gemessen, nach zwei Bearbeitungsgängen 62 kg N/ha.

Erfreulich ist zudem, dass knapp ein Viertel der Referenzflächen mit Zwischenfrüchten bestellt wurde. Obwohl derzeit aus düngerechtlicher Sicht keine Verpflichtung zur Aussaat besteht, bleibt ihr Nutzen für die Bindung und Konservierung von Stickstoff im Wurzelraum weiter in den Fokus. Insbesondere in viehstarken Regionen mit höheren Mengen an Wirtschaftsdüngern erfolgte zur Zwischenfrucht vielfach eine organische Düngung nach der sogenannten 30/60-Regel. Aufgrund der bislang begrenzten Niederschlagsmengen besteht derzeit keine erhöhte Gefahr einer Stickstoffauswaschung. Dies wird auch durch die Nmin-Werte in der Bodenschicht von 60 bis 90 cm bestätigt, die keine Hinweise auf nennenswerte Verlagerungen von Stickstoff in tiefere Bodenschichten liefern.

Autor: Lukas Otten