Finanzhilfen in der Corona-Krise

Taschenrechner

Liquiditätshilfedarlehen

Landwirtschaftliche Rentenbank: „Liquiditätssicherung“ Programm 246

  • 4 – 10 Jahre Laufzeit
  • 1,0 – 5,1 % Zinsen p.a. (je nach Rating)
  • aktuell gibt es einen sogenannten „Förderzuschuss“ in Höhe von einmalig 1,5 % der Darlehenssumme
  • in der Regel grundbuchliche Absicherung erforderlich
  • Antragstellung über die Hausbank
  • Gegebenenfalls parallel eine öffentliche Bürgschaft (Bürgschaftsbank NRW, Neuss) beantragen

Landwirtschaftliche Rentenbank: „verbürgte Liquiditätssicherungsdarlehen“ Programm 302

  •  4 bzw. 6 Jahre Laufzeit
  • 1,0 – 5,1 % Zinsen p.a. (je nach Rating)
  • Darlehenssumme maximal 3 Mio. €;  höchstens 25% des Jahresumsatzes 2019 bzw. die doppelte Lohnsumme 2019
  •  aktuell gibt es einen sogenannten „Förderzuschuss“ in Höhe von einmalig 1,5 % der Darlehenssumme
  • 90%-ige Ausfallbürgschaft aus Mitteln des Bundes (einmalige Bürgschaftsgebühr in Höhe von 1% der Darlehenssumme); vorhandene eigen Sicherheiten müssen vorrangig eingesetzt werden
  • Antragstellung über die Hausbank

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): „KfW-Unternehmerkredit“ 037/047

  • 2 bis max. 5 Jahre Laufzeit
  • bis zu 90%-ige Haftungsfreistellung
  • 1,0 – 5,1 % Zinsen p.a. (je nach Rating)
  • produzierende Gartenbaubetriebe sind nicht antragsberechtigt
  • Anträge über die Hausbank

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): „KfW-Schnellkredit“

  •  10 Jahre Laufzeit
  •  100%-ige Haftungsfreistellung
  •  3,0 % Zinsen p.a.
  •  Unternehmen mit 10 – 50 Mitarbeiter max. 500.000 €; > 50 Mitarbeiter max. 800.000 €
  • Anträge über die Hausbank

NRW Bank: „Universalkredit“

  • 3 bis max. 10 Jahre Laufzeit
  • 80%-ige Haftungsfreistellung
  • 1,0 – 5,1 % Zinsen p.a. (je nach Rating)
  • produzierende Gartenbaubetriebe sind nicht antragsberechtigt
  • Anträge über die Hausbank

Überbrückungsfinanzierungen

Hausbanken:

In Absprache mit den finanzierenden Hausbanken sollten die Unternehmer prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, zusätzliche Liquidität zu gewinnen:

  • Befristete Aussetzung von Tilgungen (und gegebenenfalls auch Zinsen)
  • Vorübergehende Ausweitung der Girokonto-Inanspruchnahme in Absprache mit der Hausbank!
  • Überbrückungs- oder Liquiditätshilfedarlehen aus Mitteln der Hausbank (ist oft unkomplizierter in Beantragung und flexibler bei der Rückzahlung)

Öffentliche Bürgschaften

Es gibt zwei verschiedene öffentliche Bürgschaften. Landesbürgschaften und Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW.

Die Landesbürgschaften sind für die Absicherung von Investitionsvorhaben, Betriebsübernahmen und ähnliche Finanzierungsfälle gedacht. Reine Betriebsmittel- oder Liquiditätshilfedarlehen sind darüber nicht abzusichern.

Dagegen sind die Bürgschaften der Bürgschaftsbank NRW unter anderem auch für die Absicherung von Liquiditätshilfedarlehen vorgesehen. Es handelt sich dabei in der Regel um 80%-ige Ausfallbürgschaften. Sie müssen über die Hausbank beantragt werden.

Direktzahlungen, Entschädigungszahlungen

Das Soforthilfeprogramm Corona des Bundes sieht für Kleinunternehmen direkte Zuschüsse in Höhe von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro vor. Die Landesregierung stockt das Programm noch einmal auf und unterstützt über die NRW-Soforthilfe 2020 Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten mit 25.000 Euro. Auch Gartenbau und Landwirtschaft sind antragsberechtigt. Der Online-Antrag kann hier ausgefüllt werden:
hhttps://soforthilfe-corona.nrw.de

Steuererleichterungen

Aufgrund der Corona-Krise hat das Bundesfinanzministerium angekündigt, dass die Finanzverwaltung kulant mit Anträgen auf Herabsetzung oder Aussetzung der Einkommensteuervorauszahlungen umgeht. Hierzu muss über den Steuerberater ein entsprechender Antrag an das Finanzamt gestellt werden.

Gegebenenfalls ist es auch möglich, die bereits zum 10.03.2020 geleistete ESt.-Vorauszahlung auf Antrag vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Hierzu gibt es von verschiedenen Steuerberatern allerdings unterschiedliche Aussage.

Auch Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzsteuer können auf Antrag gestundet werden.

Von der Corona-Pandemie betroffene Arbeitgeber können ab sofort eine zweimonatige Fristverlängerung für die zum 10. April abzugebende Lohnsteueranmeldung beantragen. Die verlängerte Abgabefrist läuft bis zum 10. Juni 2020. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihren Steuerberater.

Kurzarbeitergeld (KUG)

Wie unter anderem der ZVG berichtet hat, haben die Unternehmer gegebenenfalls die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter zu beantragen.

Bei der Kurzarbeit wird der Arbeitnehmer teilweise von der Pflicht der Arbeitsleistung befreit, verliert dadurch aber auch in entsprechender Höhe seinen Anspruch auf Vergütung. Der Verdienstausfall wird über das Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit ausgeglichen.

Das Unternehmen kann KUG beantragen, wenn 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Der Arbeitgeber muss auf das KUG keine Sozialversicherungsbeiträge leisten.

Es ist für die Antragstellung bei der zuständigen Agentur für Arbeit eine Vereinbarung mit allen Mitarbeitern zur Kurzarbeit erforderlich.

Der entstehende Arbeitsausfall muss dokumentiert werden (z.B. stornierte Bestellungen oder ähnliches). Der Arbeitsausfall muss mit Nennung der Ursache zeitnah bei der Agentur für Arbeit angezeigt werden, da das KUG erst ab dem Monat der Anzeige gewährt wird.

Im zweiten Schritt muss der Unternehmer für jeden Mitarbeiter, der betroffen ist einzeln den Arbeitsausfall auf einem Formular darstellen.

Die Bundesregierung hat im April eine bis Ende 2020 befristete Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Der Betrag soll - abhängig von der Dauer der Zwangspause - in zwei Stufen ab dem 4. und dem 7. Monat auf bis zu 80 Prozent und für Eltern bis zu 87 Prozent des Lohnausfalles steigen. Bisher lagen die Berechnungssätze bei 60% bzw. 67% der Nettolohnsumme. 

Sozialversicherungsbeiträge

Bei ernsthafte finanziellen Schwierigkeiten können die Sozialversicherungsbeiträge gestundet werden. Laut § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV dürfen Ansprüche auf den Gesamtsozialversicherungsbeitrag dann gestundet werden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für das Unternehmen verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Ein Stundungsantrag ist bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen.

Beiträge Gartenbauversicherung

Zur Entlastung der Liquidität bietet die Gartenbauversicherung ab sofort die Möglichkeit zur Stundung Ihrer Prämienzahlungen an. Für die Gewächshauspolice gilt die gebührenfreie Stundung vorerst bis zum 30. Juni, für die Freilandpolice sogar bis zum 30. September dieses Jahres. Der Antrag kann formlos per E-Mail, Brief oder Fax mit Angabe der Mitglieds- und Policennummer erfolgen. 

Weitere Informationen

Fragen dazu gerne an das Ökonomieteam der Gartenbauberatung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen:

Ansprechpartner