Nitratdienst Mai 2026

Mais Mai 2026Bild vergrößern
Mais von Beginn an gut mit Nährstoffen versorgt.

Der Nitratdienst berichtet über die Entwicklung des mineralischen Bodenstickstoffs im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Mai. Witterungsbedingt zeigte sich dieser Abschnitt sehr wechselhaft. In Nordrhein-Westfalen wurden je nach Region zwischen 230 und 250 Sonnenstunden verzeichnet. Besonders Ende April und Anfang Mai stiegen die Lufttemperaturen auf bis zu 25 °C, während die Nächte weiterhin kühl blieben; Nachtfröste traten jedoch nur vereinzelt auf. Die intensivere Sonneneinstrahlung und die höheren Tageshöchsttemperaturen führten zu einem Anstieg der Bodentemperatur: In einer Tiefe von bis zu 20 cm wurden tagsüber Werte von bis zu 15 °C erreicht. Hinsichtlich der Niederschläge ergab sich ein uneinheitliches Bild: Während in Blomberg (Ostwestfalen) mit 124 mm überdurchschnittlich hohe Mengen gemessen wurden, lagen die Werte im Münsterland und im Rheinland zwischen 60 und 80 mm. Der Großteil der Niederschläge fiel zu Beginn des Monats Mai. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes liegt die nutzbare Feldkapazität über alle Standorte in Nordrhein-Westfalen aktuell bei 100 %. Somit stand den Ackerbaukulturen ausreichend Wasser zur Verfügung, um eine effektive Nährstoffaufnahme zu gewährleisten – auch aus kürzlich ausgebrachten Düngemitteln. Trotz einiger kühler Tage und Nächte wurde durch die Kombination aus Sonneneinstrahlung und ausreichender Bodenfeuchte ein insgesamt gutes Pflanzenwachstum begünstigt. Insbesondere Sommerungen wie Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais profitierten deutlich von diesen Bedingungen.

Der Anstieg der Bodentemperaturen führte zudem zu einer erhöhten mikrobiellen Aktivität. In Kombination mit Düngungsmaßnahmen und Bodenbearbeitung resultieren auf Referenzflächen mit Sommerungen vergleichsweise hohe Nmin-Werte. Dabei ist zu beachten, dass diese Werte sowohl pflanzenverfügbaren Stickstoff aus der Mineralisierung organischer Substanz als auch aus ausgebrachten Düngemitteln umfassen. Treffen Düngungsmaßnahmen zeitlich mit optimalen Bedingungen für die Mineralisierung zusammen, wird dieser Prozess zusätzlich verstärkt (Priming-Effekt). Der mineralisierte Stickstoff wird jedoch in den folgenden Tagen und Wochen teilweise wieder von Mikroorganismen gebunden, da diese sich vermehren und Stickstoff in ihre Biomasse einbauen. Der Nitratdienst erlaubt allerdings keine genaue Differenzierung darüber, welcher Anteil des Stickstoffs von Pflanzen aufgenommen oder durch Mikroorganismen „immobilisiert“ wird.

Bei den Winterungen zeigt sich anhand der Nmin-Werte, dass die Düngung weitgehend abgeschlossen ist. Insbesondere bei Wintergerste, Wintertriticale und Winterroggen spiegeln die niedrigen Werte eine Kombination aus abgeschlossener Düngung und hoher Stickstoffaufnahme der Pflanzen wider. In den Bodenschichten von 30–60 cm sowie 60–90 cm liegen die Nmin-Werte im einstelligen Bereich. Im Durchschnitt beträgt das Stickstoffangebot dieser Kulturen etwa 18 kg/ha.

Etwas anders stellt sich die Situation beim Winterweizen dar. Als Kultur mit dem höchsten Stickstoffbedarf erhält er vielfach noch eine dritte Düngergabe zum Ährenschieben, insbesondere bei angestrebter Backqualität (B-Qualität). Daraus ergibt sich im Mittel ein Nmin-Wert von 21 kg/ha, wobei auf Einzelflächen auch deutlich höhere Werte gemessen werden können – beispielsweise im südlichen Rheinland, etwa in Nörvenich, mit 47 kg/ha in der Krume.

In diesem Jahr wurden zudem erneut einige Referenzflächen mit Mais bestellt. Hier wird häufig ein Großteil des Stickstoffbedarfs bereits vor der Aussaat über Wirtschaftsdünger gedeckt. In der Folge steigen die Nmin-Werte in der Krume innerhalb kurzer Zeit deutlich an und bewegen sich aktuell meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Aufgrund unterschiedlicher Düngermengen und Bodenbearbeitungsverfahren weisen die Werte jedoch eine hohe Variabilität auf und unterliegen starken Schwankungen.

Autor: Lukas Otten