Überwachung von TSE in Ziegenbeständen

Mit der Verordnung VO Nr. 630/2013 ist der innergemeinschaftliche Handel mit Zuchtziegen fast zum Erliegen gekommen.

Diese Verordnung regelt, dass Schafe und Ziegen zur weiteren Zucht nur dann in andere EU-Länder verbracht werden dürfen, wenn sie entweder aus einem Betrieb stammen, der bereits den Status „kontrolliertes Risiko“ oder „vernachlässigbares Risiko“ hat, oder die Einzeltiere als scrapieresistent genotypisiert sind.

Für Schafe ist das vergleichsweise einfach machbar, da mittels einer bezahlbaren Blutuntersuchung die Scrapieresistenz jedes Einzeltieres direkt zu ermitteln ist.

Für Ziegen konnte jedoch bisher kein definiertes Resistenzgen ermittelt werden, sodass eine Untersuchung nur über Hirnmaterial, das heißt nur am toten Tier, möglich ist.

Das Land NRW hat nun, ähnlich wie z.B. die Bundesländer Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern, ein Programm erstellt, mit dem es Ziegenbeständen ermöglicht wird, den Status „kontrolliertes Risiko“ oder „vernachlässigbares Risiko“ zu erlangen und somit Handel mit EU-Staaten zu betreiben. Infos dazu finden sich in den Anhängen.

Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass der Handel mit kleinen Wiederkäuern in andere EU-Staaten – seien es Schafe oder Ziegen – ohne Scrapiestatus nur dann erlaubt ist, wenn die Tiere am Bestimmungsort der unmittelbaren Schlachtung zugeführt werden bzw. Lämmer ausschließlich zur Mast am Bestimmungsort verbleiben und dann geschlachtet werden. Eine kurzzeitige züchterische Nutzung dieser Tiere, z.B. als Deckbock, ist nicht erlaubt.

Der Handel mit Tieren, die in den Deckeinsatz kommen bzw. belegt werden sollen, ist grundsätzlich nur dann zulässig, wenn sie einen entsprechenden Scrapiestatus vorweisen können.

Interessierte Ziegenhalter wenden sich bitte an den Ziegenzuchtverband Westfalen bzw. Rheinland.

Autor: Dr. Cordula Koch