Afrikanische Schweinepest: aktuelle Lage (11.07.2019)

Wildschweine fressen ÄpfelBild vergrößern
Wildschweine dürfen auf keinen Fall Zugang zum Hofgelände bekommen. Foto: Hanne Hasu, Pixabay.de

Die Afrikanische Schweinepest (ASP, African Swine Fever ASF) ist seit 2014 dauerhaft in der Wildschweinpopulation an der EU-Ostgrenze vorhanden und bricht dort auch immer wieder in Hausschweinebestände ein. Sie ist dort vermutlich aus Rußland herübergeschwappt. Auch an den östlichen Grenzen Rußlands kämpfen China und andere asiatische Länder seit fast einem Jahr mit der ASP, wobei der bedeutende Schweineproduzent China mittlerweile Fälle aus allen Provinzen gemeldet hat.

Während Experten die Ausbreitung innerhalb einer Wildschweinpopulation als relativ langsam einschätzen (20 - 30 km pro Jahr), muss jederzeit mit großen „Sprüngen“ durch virushaltige und nicht sachgerecht entsorgte Lebensmittel aus Schweinefleisch gerechnet werden. Bedeutende „Virussprünge“ konnten in der EU bereits nach Tschechien und in den Großraum Warschau beobachtet werden.

Tschechien hat, anders als Polen, durch ein stringentes Bekämpfungsprogramm, bei dem die Vermeidung von Wildschweinabwanderungen und das Finden und Entsorgen infizierter Kadaver die wichtigsten Bausteine waren, den Ausbruch erfolgreich bekämpft und ist mittlerweile wieder als frei anerkannt.

Das aktuell jüngste und für uns auch räumlich sehr nahe Auftreten in Belgien wird ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Verschleppung durch Menschen zurückzuführen sein. Die Nähe der belgischen Fundorte zur deutschen Grenze (ca. 60 km) im zusammenhängenden Waldgebiet Eifel-Ardennen hat das zusätzliche Risiko für ein direktes Einwandern des Virus nach Deutschland mit den Wildschweinen jetzt deutlich erhöht, während gleichzeitig die Gefahr durch kontaminierte Lebensmittel unverändert groß bleibt!

Basierend auf den Erfahrungen aus Tschechien hat sich NRW darauf vorbereitet, im Seuchenfall Waldgebiete abgrenzen zu können und dort infizierte Kadaver zu suchen und zu entfernen. Unter anderem wurde dafür eine „Wildseuchenvorsorgegesellschaft“ gegründet, die entsprechendes Material vorhält und Personal schult!

Aktuelle Karten und Zahlen zum europäischen Seuchengeschehen finden sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI):
www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepestExterner Link

Die aktuellsten Informationen und Karten zum Seuchengeschehen in Belgien können Sie bei der dortigen FAVV einsehen -leider nur auf Niederländisch oder Französisch:
www.afsca.be/dierengezondheid/afrikaansevarkenspestExterner Link