22. GaLaBau-Symposium -
Nachhaltigkeit konkret

Häufig wird behauptet, der Gartenbau und speziell der Garten und Landschaftsbau seien per se ein Garant für Nachhaltigkeit. Weil wir Bäume pflanzen und Dächer begrünen und das nun mal gut für das Klima ist? Aber gilt das auch bei der Verwendung von Exoten, die unseren Naturhaushalt mitunter mehr zu irritieren als zu bereichern scheinen? Und wie groß mag die Fläche sein, die alle GaLaBauer zusammen genommen im Jahr zupflastern, wie viel Diesel wird dabei verbrannt und kann ein Material wirklich nachhaltig sein, wenn es aus China oder Indien stammt? Die Widersprüche sind offensichtlich. Wir wollen also genauer hinsehen und hinterfragen, wie es um die Nachhaltigkeit in unserer Branche tatsächlich bestellt ist und was wir noch tun müssen, um glaubwürdig zu bleiben.

Viele Ansätze mögen BranchenkollegInnen, die schon in den 1980er und 90er Jahren aktiv waren, erstaunlich vertraut vorkommen. Sind es die gleichen, nur wurden sie bislang nicht mit Nachdruck verfolgt? Und haben sie jetzt eine Chance, weil sie nicht mehr nur Gegenstand des politischen Lagerkampfes sind, sondern schlicht und ergreifend existentiell? Und weil sich Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit nicht mehr unversöhnlich gegenüberstehen?

Schon hinsichtlich des Begriffes „Nachhaltigkeit“ lohnt ein Blick zurück, bevor wir nach vorne schauen: Er soll aus der Forstwirtschaft stammen, was allenfalls so halb stimmt. Denn Hans Carl von Carlowitz war nicht Förster (und schon gar nicht Gärtner), sondern Bergmann. Als solcher stellte er im 18. Jahrhundert fest, dass der Branche das insbesondere für die Stollenstabilisierung so wichtige Holz auszugehen drohe. Die daher begründete „nachhaltige Forstwirtschaft“ sollte jederzeit erntefähige Rohstoffe sichern - von Ökologie, Naturhaushalt oder gar Klimaschutz (noch) keine Rede. So macht also ein besonderer Förster den Auftakt, der bei Bäumen oder Wald an alles andere als an Plantagenwirtschaft denkt und anstatt nachhaltig lieber „enkelgerecht“ sagt.

Inhalte

Programm
9.00 Uhr Begrüßung
Vinzenz Winter
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bildungszentrum Gartenbau und Landwirtschaft Münster-Wolbeck

Markus Reher
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Geschäftsbereich 4 - Berufsbildung, Fachschulen

Josef Mennigmann
Präsident des Verbandes Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen

9.30 Uhr Wie "enkelgerecht" leben und wirtschaften wir?
Peter Wohlleben
Wohllebens Wald & Wildnis gGmbH, Wershofen

10.30 Uhr Kaffee, Tee, Croissants

11.00 Uhr So machen wir das!
Ludwig Scheidtmann
Scheidtmann Garten- und Landschaftsbau GmbH, Vorsitzender des VGL-Ausschusses Nachhaltigkeit, Marl

12.00 Uhr Schwarze Zahlen im grünen Bereich? Ökobilanzierung im GaLaBau
Prof. Dr. Thomas Brunsch
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät Landschaftsarchitektur, Lehr- und Forschungsbereich Technik und Bauabwicklung im Landschaftsbau, Freising

13.00 Uhr Mittagspause/Buffet

14.00 Uhr Das rechnet sich!
Prof. Dr.-Ing. Heiko Meinen
Hochschule Osnabrück, Fakultät A&L, Lehr- und Forschungsbereich Betriebswirtschaft im Bauwesen, inwb - Institut für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienwirtschaft

15.00 Uhr Kaffee, Tee, Kuchen

15.30 Uhr Ab jetzt: Nur noch nachhaltige Freianlagen?
Prof. Dr.-Ing. Hendrik M. Laue
Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Fachgebiet Spezialbauweisen im Landschaftsbau, Leiter des AK Nachhaltigkeit in Freianlagen der FLL, Höxter

16.30 Uhr Fragen, Meinungen, Ausblick

ca. 16:45 Uhr Verabschiedung

Zielgruppe

Unternehmer und leitende Mitarbeiter in Gartenund Landschaftsbaubetrieben, Planer, Lehrer, Dozenten und Ausbilder sowie Verwaltungsvertreter und Produktanbieter "im grünen Bereich".

Wo und Wann

Bildungszentrum Gartenbau und
Landwirtschaft Münster-Wolbeck
Münsterstr. 62-68
48167 Münster

Beginn: 22. Februar 09:00 Uhr
Ende: 22. Februar 17:00 Uhr

Teilnehmerbeitrag

Teilnahmegebühr 190 € pro Person, ermäßigt 95 € (gegen Rechnung)

Hinweise zu den Seminarkosten

Kurs-Nummer

MS-G00013

Besonderheiten/weitere Hinweise

Konzept, Organisation & Moderation
Markus Reher
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Geschäftsbereich 4 - Berufsbildung. Fachschulen

Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung
Für Fachmitglieder der Architektenkammer NRW, Fachrichtung Landschaftsarchitektur, 4 Std. à 45 Min., Registrierungsnummer 23-0513-001

Medienpartner
DEGA GALABAU

Teilnehmerzahl

nur noch wenige verfügbare Plätze