ReLaBo - Regenerative Landwirtschaft und Bodenernährung

ReLaBo - Regenerative Landwirtschaft und Bodenernährung

Regenerative Landwirtschaft

Projektinfo

Das EIP-Reallabor-Projekt ReLaBo ist auf Initiative von vier landwirtschaftlichen Betrieben am Niederrhein entstanden, die nach regenerativen Prinzipien wirtschaften. Ansätze der regenerativen Landwirtschaft zielen darauf ab, durch die Kombination einer Vielzahl von Maßnahmen das Bodenleben und die durch das Bodenleben erbrachten Bodenfunktionen nachhaltig zu fördern. Maßnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung, ganzjährige Bodenbedeckung, vielfältige Fruchtfolgen sowie eine an die Bodenbiologie angepasste Düngung sollen zur Verbesserung der Bodenstruktur und Wasserhaltefähigkeit, zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffeffizienz und damit zur Klimaresilienz (Stabilität der Erträge) und Umweltverträglichkeit unseres landwirtschaftlichen Produktionssystems beitragen. Gleichzeitig besteht Forschungsbedarf hinsichtlich der agronomischen Wirksamkeit und der ökonomischen Tragfähigkeit dieser Maßnahmen unter Praxisbedingungen. 

Reallabor-Ansatz

ReLaBo folgt dem Ansatz eines Reallabors als transdisziplinäres Forschungsformat. Im Projekt arbeiten Akteure aus Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Beratung eng zusammen, um innovative Bewirtschaftungsansätze unter realen betrieblichen Bedingungen zu entwickeln, zu erproben und wissenschaftlich zu bewerten.

Im Fokus stehen Fragen, die sich aus der Bewirtschaftungspraxis der vier Projektbetriebe ergeben haben, insbesondere wie ein regeneratives Nährstoffmanagement die Bodenfunktionen, die Pflanzenentwicklung sowie die Effizienz der Nährstoffnutzung beeinflusst. Sie sind aktiv in die Planung, Umsetzung und Bewertung der Versuche eingebunden. Externe Einflussfaktoren werden dabei bewusst in die Wissensgewinnung einbezogen. Ziel ist die Generierung von belastbarem, praxisrelevantem Wissen sowie dessen direkte Überführung in betriebliche Entscheidungsprozesse und die Beratung. 

Projektfokus

Ziel des Projekts ist die systematische Untersuchung und Weiterentwicklung regenerativer Bewirtschaftungsansätze im Rahmen eines Reallabor-Settings. Dabei soll insbesondere eruiert werden, ob es im Kontext der regenerativen Bewirtschaftung einer Anpassung bestehender Düngeempfehlungen bedarf. Schwerpunkte liegen auf folgenden Themenfeldern: 

  • Düngestrategien unter konservierender Bodenbewirtschaftung
    • Anpassung der Düngung an konservierende, d.h. nicht wendende Bodenbearbeitungssysteme
    • Optimierung der Bodenstruktur zur Steigerung von Wasserinfiltration und Wasserhaltefähigkeit
  • Nährstoffmanagement zur gezielten Förderung der Bodenbiologie  
    • Verbessertes Verständnis zur Wirkung von Düngemaßnahmen auf die Bodenbiologie (Mikrobielle Aktivität und Effizienz, biologische Nährstoffmobilisierung)
    • Verbessertes Verständnis zur Mobilisierung und Immobilisierung von Nährstoffen durch die Bodenmikrobiologie (Priming)
    • Berücksichtigung und gezielte Steuerung von Primingeffekten durch Düngemaßnahmen zur Verbesserung der Nährstoffeffizienz und zur Verringerung der Herbst-Nmin-Gehalte (Gewässerschutz)
  • Steigerung der Pflanzenvitalität und Stresstoleranz durch regenerative Maßnahmen
    • Einfluss der Düngung auf Pflanzenvitalität und Stresstoleranz
    • Potenzial biologischer Präparate, z. B. Komposttees, Pflanzenvitalität und Stresstoleranz zu steigern
  • Werkzeuge zur Bewertung der Nährstoffversorgung im Feld
    • Praxisnahe Verfahren zur Bewertung der Pflanzenversorgung im Feld, z.B. Pflanzennährstoff- und Blattsaftanalysen, BRIX-Wert, Drohne mit Multispektralkamera

Das Projekt soll anhand folgender Arbeitspakete entwickelt werden:

Arbeistpakete im Projekt ReLaBo

Finanzielle Förderung

Die Förderung des EIP-Projekt ReLaBo erfolgt im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP-Agri) sowie durch das Land NRW über das MLV NRW.

Logo Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW
Kofinanziert von der europäischen Union

Weitere Informationen zu den Projekten der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP Agrar)

Durchführungszeitraum:

01.12.2025 bis 01.12.2028

Mitglieder der operationellen Gruppe:

  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Hochschule Rhein-Waal
  • Vier landwirtschaftliche Betriebe

Ansprechpartnerin zum Projekt

Jule Bonsels (Projektkoordinatorin)
Fachbereich 61 Landbau, Nachwachsende Rohstoffe und Wasserschutz
Gartenstraße 11, 50765 Köln-Auweiler
Telefon: 0221-5340-528
E-Mail: Jule.Bonsels@maillwk.nrw.de