Die Landwirtschaft als Kohlenstoffsenke
Der Kohlenstoffkreislauf in der Landwirtschaft
Kohlenstoff ist ein zentraler Bestandteil allen Lebens und bildet die Grundlage vieler biologischer Prozesse. In der Landwirtschaft spielt er eine besondere Rolle, da Pflanzen Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnehmen und in Biomasse umwandeln. Durch Ernte, Tierhaltung und Bodenprozesse gelangt ein Teil davon wieder in die Luft zurück. Der Austausch zwischen Atmosphäre, Pflanzen, Tieren und Boden beschreibt den natürlichen Kohlenstoffkreislauf.
Pflanzen binden während der Photosynthese Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft und speichern es in Form organischer Verbindungen. Ein Teil dieses Kohlenstoffs wird über die Ernte genutzt oder über tierische Stoffkreisläufe weitergegeben. In Böden wird organischer Kohlenstoff im Humus gespeichert, wo er über längere Zeiträume gebunden bleiben kann. Gleichzeitig finden im Boden Abbauprozesse statt, bei denen CO₂ wieder freigesetzt wird. So entsteht ein dynamisches Gleichgewicht aus Aufnahme und Abgabe.
Wie viel Kohlenstoff im Boden verbleibt, hängt von Bewirtschaftung, Bodentyp, Klima und Fruchtfolge ab. Dauergrünland und humusreiche Böden speichern über längere Zeiträume große Mengen Kohlenstoff, während Ackerböden stärker von jährlichen Schwankungen geprägt sind. Wird mehr Kohlenstoff gebunden als abgegeben, spricht man von einer Senke – überwiegt der Abbau, wird der Boden zur Quelle von CO₂.
Auch die Tierhaltung ist Teil dieses Kreislaufs. Tiere nehmen über das Futter Kohlenstoff in Form pflanzlicher Kohlenhydrate auf und geben ihn über Atmung und Verdauung wieder ab. In geschlossenen landwirtschaftlichen Systemen bleibt der Kohlenstoff somit weitgehend im Umlauf. Entscheidend ist, in welchem Verhältnis Bindung und Freisetzung zueinanderstehen.
Der Kohlenstoffkreislauf zeigt, dass Landwirtschaft sowohl Quelle als auch Speicher von Kohlendioxid sein kann. Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung ist es, den natürlichen Kreislauf zu stabilisieren und Kohlenstoffverluste im Boden möglichst zu vermeiden.
In der Treibhausgasbilanzierung werden diese Kohlenstoffflüsse getrennt von den klimawirksamen Gasen betrachtet. Das Global Warming Potential (GWP100) beschreibt, wie stark verschiedene Treibhausgase im Mittel über 100 Jahre zur Erwärmung beitragen. Es berücksichtigt jedoch nicht, ob Kohlenstoff in Böden oder Biomasse vorübergehend gebunden oder wieder freigesetzt wird.
Eine vollständige Gegenüberstellung von Emissionen und Kohlenstoffspeicherung ist derzeit methodisch kaum möglich. Die Speicherprozesse sind standort- und zeitabhängig und lassen sich nur mit großen Unsicherheiten erfassen. Daher werden sie in der Regel ergänzend beschrieben, nicht direkt mit den berechneten Emissionen verrechnet.
Trotz dieser Einschränkung verdeutlicht der Kohlenstoffkreislauf, dass landwirtschaftliche Böden und Pflanzen eine zentrale Rolle im Klimasystem spielen.
Klimaschutz durch die Wiedervernässung von Mooren
Moorschutz ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele. Nach Schätzungen wurden in der Vergangenheit jedoch etwa 92 % der Moore trockengelegt. Da Moore hochwertige Lebensräume darstellen, können sich gleichzeitig Synergieeffekte mit Naturschutzzielen ergeben.