Gute Frage: Umstellen auf Ökolandbau?

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Stefan Potthoff, Biomilchviehhalter in Velen, Jan Raude, Biosauenhalter in Hoetmar, und Christoph Bochröder, Bio-Ackerbauer in Düren, stellten in einer Podiumsdiskussion ihre Betriebskonzepte vor. Die Berufskolleginnen und -kollegen hörten gespannt zu, welche Gedanken sich die drei vor und während der Umstellung gemacht haben und welches Fazit sie heute, nach einer erfolgreichen Umstellung auf Ökolandbau, ziehen.

Nach sechs Jahren Pause fand Ende Februar wieder ein Umstellertag im Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse der Landwirtschaftskammer NRW statt. Zu der unter neuem Namen als „Infotag Ökolandbau“ angekündigten Veranstaltung kamen 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um ganz praxisnah zu erörtern, wie Bio funktioniert, welche Möglichkeiten eine Umstellung bietet und wo Unterstützung und Beratung zu erhalten sind.

Die Landwirtinnen und Landwirte von konventionell wirtschaftenden Höfen aller Betriebszweige diskutierten mit den ökologischen Berufskolleginnen und -kollegen sowie den anwesenden Marktpartnern. Einen intensiven Austausch untereinander wünschte Kammerdirektor Dr. Arne Dahlhoff in seiner Begrüßung. „Für diese sehr individuell zu treffende Entscheidung, ob man seinen Betrieb umstellen kann und möchte, sollte man sich mit allen möglichen Perspektiven beschäftigen. Der Zeitpunkt, sich mit dem Umstellungsgedanken zu befassen, ist jedenfalls gut, der Handel muss auf die wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln reagieren. Insofern sind neue Marktpotenziale vorhanden“, machte er Mut und sprach dabei die Knappheit heimischer Rohstoffe an, die vor allem die tierischen Produkte Milch, Fleisch und Eier betreffe. Ein Pluspunkt für Betriebe in NRW sei die im Biobereich sehr gut ausgebaute Verarbeitungsbranche. „NRW hat nach Bayern die meisten biozertifizierten Verarbeitungsunternehmen“, so Dr. Dahlhoff.

Annette Alpers von der Landesvereinigung Ökologischer Landbau ermunterte dazu, alle Perspektiven auf ihre realistische Umsetzbarkeit zu prüfen. „Gehen Sie zu den Marktpartnern und fragen Sie ab, was gebraucht und gesucht wird. Dann gibt es mehr realistische Chancen als Risiken für den ökologischen Landbau.“

Einer, der vor einigen Jahren seinen Schweinemastbetrieb auf Ökolandbau umgestellt hat, ist Jan Raude aus Hoetmar. „Seit der Umstellung macht mir die Landwirtschaft wieder richtig Spaß. Ich denke wieder viel mehr über das, was ich tue, nach und arbeite nicht nur routiniert und gedankenlos vor mich hin. Zwar ist die Biosauenhaltung sehr arbeitsintensiv, aber wenn ich die Ausläufe und Ställe frisch mit Stroh einstreue und sehe, wie sich die Tiere darüber freuen, einfach wühlen zu können, macht mich das sehr zufrieden und glücklich. Dieses Glücksgefühl kannte ich früher nicht.“ Ein umstellungsinteressierter Teilnehmer zeigte sich von der positiven Stimmung recht angetan: „Hier hat man gemerkt, wie sehr die Praktiker für ihren Biobetrieb brennen. Die wollen nichts Anderes. Das motiviert mich jetzt ungemein.“

Auf der Webseite oekolandbau.nrw.de gibt es einen ausführlichen Bericht mit ähnlichen Statements dreier Biolandwirte, die auf dem Podium mit dem Publikum diskutierten, sowie mit Infos zu Beweggründen einiger an der Umstellung interessierter Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch die frisch überarbeitete Broschüre „Umstellen auf den ökologischen Land- und Gartenbau“ wurde vorgestellt, die ab sofort im Fachportal zum Download bereitsteht.

Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 05.03.2026