Getreideernte 2026 in NRW hat begonnen

Seit vergangener Woche sind die ersten Mähdrescher auf den Getreidefeldern in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, teilt die Landwirtschaftskammer NRW mit. Die Ernte begann, wie üblich, im südlichen Rheinland mit der Wintergerste. Aufgrund der intensiven Hitze der letzten Tage wird auch in den anderen Landesteilen eine relativ frühe Ernte erwartet. Die Prognose der zu erwartenden Erträge und Qualitäten ist aufgrund der wiederholten Kaltphasen mit wenigen Sonnenstunden und der Hitzephase im Juni bisher schwierig.
Die Aussaat des Wintergetreides im vergangenen Herbst erfolgte überwiegend unter guten Bedingungen, obwohl die Saatfenster aufgrund immer wieder auftretender Niederschläge regional eher klein waren. Auch die Aussaat des anteilig geringen Sommergetreides erfolgte überwiegend ohne Probleme. Nach einem nur zeitweise kühlen uns sonst eher milden und trockenen Winter begünstigte der warme März ein frühes Einsetzen der Vegetation. Dieses ging mit einem entsprechend frühen Nährstoffbedarf einher. Auch aufgrund der oft geringen Nachttemperaturen und häufigen Niederschlagspausen blieb der Krankheitsdruck insgesamt eher gering. Der überdurchschnittlich nasse Mai füllte regional die abnehmenden Wasservorräte wieder auf, reduziert aber die für die Ertragsentwicklung wichtige Sonnenstrahlung. Der schnelle Wechsel zu sehr hohen Temperaturen beschleunigt aktuell die Abreife.
Daher ist anzunehmen, dass die Ernte der folgenden Kulturen wie Raps, Triticale, Roggen und Weizen in den nächsten Wochen sehr zügig erfolgen wird – immer vorausgesetzt, das Wetter bleibt überwiegend trocken und stabil.
2025 wurde in Nordrhein-Westfalen auf rund 554.000 ha Getreide angebaut. Das entspricht knapp der Hälfte des Ackerlandes und ist rund 5 % mehr als 2024. Die wichtigste Getreideart in NRW ist der Winterweizen, der 2025 auf 248.000 ha stand. An zweiter Stelle folgt die Wintergerste mit 129.000 ha. Die Anbaufläche von Triticale lag bei 45.700 ha und die von Roggen bei 35.700 ha. Der Anbau von Sommergetreide inklusive Hafer lag insgesamt nur bei etwa 21.500 ha.
Ausgehend von den ersten Schätzungen ist für den Anbau zur Ernte 2026 mit einer leichten Zunahme der Anbauflächen beim Wintergetreide und einem weiteren Rückgang beim Sommergetreide zu rechnen
Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 30.06.2026