Deutscher Grünlandtag in Kleve

Lässt sich die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung mit dem nachhaltigen Ressourcenschutz von Dauergrünland vereinbaren? Und wie kann eine verstärkt grünlandbasierte Fütterung künftig als tragfähige ökonomische Basis dienen? Mit diesem Spannungsfeld beschäftigten sich Akteure aus Politik, Wissenschaft, Beratung und Praxis auf dem diesjährigen Deutschen Grünlandtag am 30. September und 1. Oktober im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Riswick der Landwirtschaftskammer NRW in Kleve.
„Hof-eigenes, qualitativ hochwertiges Grobfutter wird zum zentralen ökonomischen Hebel. Wenn wir die Grobfutterleistung steigern und den Kraftfuttereinsatz reduzieren können, verbessern wir nicht nur das betriebswirtschaftliche Ergebnis, sondern verringern auch effektiv Nährstoffüberhänge. Die Optimierung der Grünlandwirtschaft ist daher von zentraler Bedeutung – sie senkt Kosten, erhöht die Milchleistung aus dem Grundfutter und schützt gleichzeitig die Umwelt“, betonte Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW in seiner Eröffnung.
Auch Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach einige Grußworte. „Das Grünland in Nordrhein-Westfalen ist weit mehr als nur eine Futtergrundlage für unsere Nutztierhaltung – es prägt unsere Kulturlandschaft, schafft Wertschöpfung in den ländlichen Räumen und leistet einen wichtigen Beitrag für Umwelt und Artenvielfalt“, so Ministerin Gorißen. „Der Grünlandtag zeigt, wie moderne Landwirtschaft, wirtschaftliche Perspektiven und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen zusammengebracht werden können. Unsere Milcherzeuger müssen eine gute Perspektive haben und dürfen nicht in einem Dickicht aus Vorschriften ersticken. Als Landesregierung stehen wir an der Seite unserer Landwirtinnen und Landwirte.“
Die künftige Ausgestaltung der GAP 2028 stand im Mittelpunkt des Vormittags. Perspektiven und Eckpunkte wurden sowohl aus Sicht des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat als auch aus den Reihen des landwirtschaftlichen Berufsstandes beleuchtet und diskutiert. Die Nachmittagsvorträge befassten sich schwerpunktmäßig mit der grasbetonten Milchviehfütterung, sowie mit den Ökosystemleistungen und der ökoeffizienten Bewirtschaftung von produktivem Grünland.
Die Vorträge, Diskussionen und Exkursionen lieferten wertvolle Impulse sowie fundiertes Fachwissen für die Milchviehhaltung. Das Fazit ist jedoch, dass die vielen kleinen Stellschrauben im Betrieb den Gesamterfolg sichern.
Am zweiten Tag erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Praxiseinblicke durch die Vorstellung des Versuchsbetriebs in Haus Riswick sowie die Besichtigung von zwei Milchviehbetrieben am Niederrhein und im Gelderland in den Niederlanden.
Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 30.09.2026