Fazit der diesjährigen Maisernte

Die Maisernte 2026 ist in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen abgeschlossen, teilt die Landwirtschaftskammer NRW mit. Aufgrund der ausgeprägten Trockenheit im Sommer werden die Erträge im Landesmittel voraussichtlich 25 bis 30 % unter dem Niveau der sehr ertragreichen Jahre 2024 und 2025 liegen.
Trotz optimaler Aussaatbedingungen infolge eines feuchtwarmen Frühjahrs entwickelte sich die Wasserversorgung der Maisbestände ab Mitte Juni regional sehr unterschiedlich. Während sich der Wassermangel in Ostwestfalen erst später bemerkbar machte, kam das Pflanzenwachstum im westlichen Münsterland und am Niederrhein bereits frühzeitig zum Erliegen.
Insbesondere auf leichten, sandigen Standorten führte die Trockenheit ab Juni zu einer unzureichenden Kornbildung. In Extremfällen bildeten die Pflanzen überhaupt keine Kolben aus. Teilweise wurden Körnermaisbestände deshalb gehäckselt, um sich abzeichnende Engpässe in der Futter- und Substratversorgung abzumildern. Deutlich besser entwickelten sich die Maisbestände hingegen in Ostwestfalen und am Hellweg. In den Höhenlagen begünstigten zudem die günstigen Abreifebedingungen die Ernte.
Ob und wie stark die Futterknappheit tatsächlich ausfallen wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Einerseits ist die Nachfrage nach Mais derzeit begrenzt: Die Rinderbestände stagnieren, Biogasanlagen müssen den Maisdeckel beachten und aus dem ertragreichen Vorjahr sind noch Vorräte vorhanden. Andererseits ist die Maisanbaufläche in NRW in den vergangenen zwei Jahren insgesamt um 35.800 ha auf nunmehr 264.200 ha zurückgegangen. Futterbaubetriebe konnten zwar von zwei bis drei qualitativ hochwertigen Grünlandaufwüchsen profitieren, müssen jedoch zumindest die entstandenen Energiedefizite in der Futterversorgung ausgleichen.
Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 15.10.2026