Mäuseschäden im Dauergrünland

Die durch Mäuse verursachten Grünlandschäden haben örtlich ein starkes Ausmaß angenommen, teil die Landwirtschaftskammer NRW mit. Die letzten Wochen und Monate zeigten wieder einmal sehr anschaulich, dass schädlingsfreie Wiesen und Weiden keine Selbstverständlichkeit sind. Bedingt durch die bereits seit den Trockenjahren 2018 bis 2020 und 2022 zu beobachteten steigenden Populationsdichten, hat der derzeitige Befall mit teilweise großen Grünlandschäden einen neuen Höchststand erreicht.
Die zwei Gattungen Feldmaus und Schermaus sind auf dem Grünland besonders relevant. Massenvermehrungen von Feld- und Schermäusen werden vor allem durch Witterung, Landschaftsstruktur und Bewirtschaftung beeinflusst. Der Rückgang von Hecken, Feldgehölzen und Zäunen sowie größere Schläge erschweren die natürliche Regulierung durch Fressfeinde wie Füchse, Marder, Wiesel, Greifvögel und Eulen.
Besonders warme, trockene Frühjahre und Frühsommer begünstigen die Fortpflanzung und können zeitversetzt zu ausgeprägten Mäusejahren führen. Starke Niederschläge und geringe Sonnenscheindauer hemmen dagegen die Populationsentwicklung. Auch die Standortbedingungen spielen eine Rolle: Trockene, erhöhte und südexponierte Flächen sind häufig stärker betroffen, da sie weniger durch Regen- und Schmelzwasser gefährdet sind.
Mäuse können bis zu einem Kilometer pro Tag zurücklegen und bei steigenden Beständen neue Flächen besiedeln. Besonders attraktiv sind Grünlandbestände mit hohem Anteil an wertvollen Weidelgräsern und Klee sowie dichte, überständige Narben, die den Tieren ausreichend Deckung bieten.
Regelmäßige Kontrollen, frühzeitige und abgestimmte Maßnahmen sowie eine bedarfsgerechte Reparatursaat helfen, Mäuseschäden im Grünland wirtschaftlich zu begrenzen. Die Pflanzenbauberater der Landwirtschaftskammer NRW unterstützen bei der Einschätzung des Befalls und der Auswahl geeigneter Maßnahmen.
Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 15.10.2026