Scheitholzkessel jetzt erneuern

Die verfügbaren Feuerungstechniken lassen mittlerweile hohe Funktionssicherheit und Lebensdauern erwarten. Scheitholzkessel werden vorwiegend im Leistungsbereich bis etwa 60 kW eingesetzt. Sie können feuerungstechnische Wirkungsgrade erreichen, die mit Öl- oder Gasfeuerungen vergleichbar sind, und werden fast ausschließlich manuell mit Brennstoff beschickt.

Emissionsgrenzwerte einhalten

In der novellierten 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1.BImSchV) wurden die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid (CO) für Holzfeuerungen in zwei Stufen verschärft. Ab dem 1. Januar 2017 müssen dann auch Scheitholzkessel einen Staubgrenzwert von 0,02 g/m³ Rauchgas einhalten, der bisher nur für automatische Feuerungen für Holzhackschnitzel und Holzpellets gilt. Dies setzt weitere Entwicklungen in der Anlagentechnik und der Filtertechnik voraus. Kessel, die bis zum 31. Dezember 2016 in Betrieb genommen werden, fallen in eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2024. Auch für bestehende Kessel gibt es Übergangsfristen, siehe dazu die Tabelle. Neben der Art der Feuerung sind Zustand und Form des Brennstoffes wichtig für eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Holzverbrennung. Nach den geltenden Bestimmungen (1.BimSchV) darf in Kleinfeuerungsanlagen bis 1 000 kW nur naturbelassenes Holz einschließlich Rinde mit einem Feuchtegehalt von unter 25 % (Wassergehalt weniger als 20 %) verbrannt werden. Der Betreiber einer handbeschickten Feuerung hat sich innerhalb eines Jahres nach Inbetriebnahme durch einen Schornsteinfeger über die sachgerechte Bedienung der Anlage und Lagerung des Brennstoffes beraten zu lassen. Hier kann dann auch die zulässige Holzfeuchte durch den Schornsteinfeger überprüft werden. Grundsätzlich sollte schon bei der Planung einer Holzfeuerung der Rat des zuständigen Schornsteinfegermeisters eingeholt werden. Im Rahmen der neu geregelten Messpflicht müssen alle Biomassekessel ab 4 kW, ausgenommen Einzelraumfeuerungen, vier Wochen nach Inbetriebnahme und dann wiederkehrend alle zwei Jahre gemessen werden (Staub, CO). Für handbeschickte Feuerungen, wie Scheitholzkessel, wird ein Wasserwärmespeicher von mindestens 55 l/kW gefordert. Hersteller bieten dazu gut gedämmte Speicher an, es können aber auch gebrauchte Behälter verwandt werden.

Scheitholzkessel mit guten Wirkungsgraden

Scheitholzkessel sind preisgünstiger als zum Beispiel Holzhackschnitzelfeuerungen und stellen weniger große Anforderungen an die Brennstofflagerung. Dafür ist manueller Aufwand für das Beschicken und Betreuen der Feuerung erforderlich. Die meisten Scheitholzkessel arbeiten heute nach dem Unterbrand- oder Vergasungsprinzip. Bei diesen sind die Verbrennungsphasen, also die Erzeugung von Holzgasen und deren Verbrennung, räumlich voneinander getrennt. Durch sogenannte trockene Brennkammern und gezielte Luftzufuhr, getrennt nach Primär- und Sekundärluft, werden Temperaturen von über 1 000° C erreicht, was zu sauberem Ausbrand der Schwelgase führt. Die Kessel sind als Spezialkessel nur für das Verbrennen von Scheitholz geeignet. Mit Hilfe elektronischer Regelungen und der Steuerung der Verbrennung über sogenannte Lambda-Sonden erreichen sie gute Verbrennungsqualitäten und Wirkungsgrade. Holzfeuerungen sollten für Beschickung und Betreuung gut zugänglich sein und nicht im hintersten Keller versteckt werden. Der Kessel sollte möglichst über eine so genannte Rücklaufanhebung in das Heizsystem eingebunden werden. So wird erreicht, dass er schnell auf Temperatur kommt und mangelhafte Verbrennungsqualitäten und Kondensatbildung während der Anheizphasen reduziert oder vermieden werden. Zudem kann kaltes Rücklaufwasser zu Spannungen im Material führen und so die Lebensdauer der Anlage mindern.

Die Kosten kennen

Bezüglich der Wirtschaftlichkeit sind neben den Investitionskosten und den Fördermöglichkeiten die Brennstoffkosten von wesentlicher Bedeutung für den wirtschaftlichen Betrieb einer Anlage. Da Holz als Brennstoff im Vergleich zu anderen Energien recht preisgünstig ist, rechnen sich Holzfeuerungen bei hohem Wärmebedarf relativ gut. Sollte es unwirtschaftlich sein, eine Holzfeuerung für ein Zentralheizsystem zu installieren, können auch mit Einzelfeuerungen, wie Kamin- oder Kachelöfen, nennenswerte Mengen Holz genutzt und fossile Energien, wie Öl oder Gas, eingespart werden. Scheitholzkessel unter 100 kW Leistung können über das Marktanreizprogramm (MAP, siehe dazu auch www.bafa.de, mit 2 000 €/ Anlage bezuschusst werden. Mit dem MAP-Antrag können ein weiterer Antrag zum Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) gestellt und die Fördersumme weiter erhöht werden.

Bauartzulassung erforderlich

In Deutschland dürfen nur Kessel installiert werden, die eine Bauartzulassung besitzen und somit als Betriebssicher gelten (DIN 4702, DIN 4751). Zudem gibt es freiwillige Qualitätsprüfungen zum Beispiel nach DIN EN 303-5 und CE- Zeichen. Für den Nachweis der Betriebssicherheit muss der Kessel ein DIN- Zeichen mit Registriernummer oder ein Baumusterkennzeichen aufweisen.

Autor: Elmar Brügger, Carsten Brüggemann