Versorgung und Bewegung von Pferden hinsichtlich des Tierschutzes sicherstellen

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Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW hat einen Leitfaden für pferdehaltende Betriebe mit Publikumsverkehr herausgegeben. Dieser benennt Maßnahmen, um die Versorgung von Pferden sicherzustellen und gleichzeitig die Maßgaben zur Eindämmung der Coronainfektionen einzuhalten.

Hinsichtlich der Anforderungen des Tierschutzes weist das MULNV in diesem Leitfaden auch auf die Sicherstellung der täglichen mehrstündigen Bewegung der Pferde hin. Die Bewegung darf zusätzlich auch kontrolliert erfolgen, sofern die Möglichkeit der freien Bewegung allein nicht ausreichend ist. Genau dies ist insbesondere zur aktuellen Jahreszeit in vielen Betrieben der Fall, da vor allem die Weideflächen in den meisten Regionen noch nicht genutzt werden können. Auch das Anweiden der Pferde, eine Maßnahme die für die Gesundheit der Pferde unerlässlich ist, konnte dementsprechend noch nicht erfolgen.

Dennoch wird einigen Pferdebetrieben bei behördlichen Kontrollen vor Ort die Nutzung der Reithallen und -plätze zur kontrollierten Bewegung der Pferde untersagt oder die Schließung des Betriebs den Pferdeeigentümern gegenüber angeordnet. Die aus Tierschutzgründen erforderliche Pflege, Bewegung und gegebenenfalls notwendige Sicherstellung einer tierärztlichen Versorgung, wird jedoch in landwirtschaftlichen Betrieben mit Pferdepension durch den Eigentümer selbst bzw. einer von ihm mit der Betreuung beauftragten Person durchgeführt. Aus diesem Grund ist es den Eigentümern bzw. den beauftragten Personen gestattet, sich ausschließlich zu diesem Zweck auf dem Betrieb aufzuhalten. Sind hierbei mehrere Personen gleichzeitig anwesend, handelt es sich daher nicht um „Publikumsverkehr“ oder eine verbotene Zusammenkunft. Die Maßgaben zur Eindämmung der Coronainfektionen des Leitfadens sind einzuhalten. Den Betriebsleitern wird empfohlen, sich bei behördlichen Kontrollen auf den Leitfaden des MULNV zu beziehen und diesen vorlegen zu können.

Autor: Dr. Sandra Kuhnke