Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung und für den Hochwasserschutz an der Else

Luftbild der Else während des UmbausBild vergrößern
Luftbild der Else während des Umbaus


Bauarbeiten an der ElseBild vergrößern
Bauarbeiten an der Else


Die Else direkt nach dem UmbauBild vergrößern
Die Else direkt nach dem Umbau


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Die Else direkt nach dem Umbau. Fotos: Martin Irgang


Die Else, ein als erheblich verändert eingestuftes Fließgewässer mit einer Lauflänge von 97 km fließt vom Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen, um dort in die Werre zu münden. Durch frühere Gewässerausbaumaßnahmen sowie durch eine teilweise intensive Nutzung der Talaue und zahlreiche Querbauwerke besitzt die Else erhebliche strukturelle Defizite. Zudem stellt der hohe Anteil an kommunaler Bebauung innerhalb der Überschwemmungsflächen der Else bei großen Hochwasserereignissen ein erhebliches Schadensrisiko dar. Die Hochwassersituation an der Else im Bereich der Stadt Bünde erforderte schon seit längerem Maßnahmen des Werre-Wasserverbandes.

Bereits 2003 wurde ein vorbereitender Arbeitskreis unter Beteiligung der Landwirtschaft gebildet. Die ursprüngliche Zielkonzeption wandelte sich seit dem zunehmend dahin, die vorgesehene Umsetzung bestehender Hochwasseraktionspläne mit den Erfordernissen der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Einklang zu bringen. Die zukünftigen Retentionsräume sollten nicht mehr nur der Verbesserung des örtlichen Hochwasserschutzes dienen, sondern zugleich eine naturnahe Entwicklung der Else ermöglichen und die Durchgängigkeit des Gewässersystems verbessern.

Grundvoraussetzung für die Umsetzung der Planungen ist die Bereitstellung der erforderlichen Flächen, die über ein Bodenordnungsverfahren in Form eines vereinfachten Flurbereinigungsverfahrens beschafft werden konnten und aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Begleitet wurde dieses Verfahren von dem Arbeitskreis, in dem neben Vertretern der Kommune und weiterer Akteure auch die Landwirtschaftskammer vertreten war. Im Erarbeitungsprozess wurde deutlich, dass zur Förderung der Bereitschaft der Grundstückseigentümer, Flächen für Grunderwerb oder Flächentausch bereit zu stellen, eine Konkretisierung der geplanten gewässerökologischen Maßnahmen und die frühzeitige Beachtung sich abzeichnender Umsetzungshindernisse hilfreich ist. Der umsichtigen Vorgehensweise des Wasserverbandes ist es zu verdanken, dass von Anfang an eine hohe Akzeptanz in der Landwirtschaft gegeben war. Die Bereitschaft zur Flexibilität in der Plangestaltung schuf das erforderliche Vertrauen und verringerte Planungswiderstände. Im Ergebnis kann der Werre-Wasserverband heute über eine Fläche von ca. 80 ha in dem genannten Auenbereich verfügen.

In einem ersten Umsetzungsschritt haben der Werre-Wasserverband und die Stadt Bünde an einem ca. 4 km langen Gewässerabschnitt der Else erste Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung umgesetzt. Dabei sollen vorhandene Deichanlagen zurück verlegt, Flutpolder zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit errichtet und ein Entwicklungskorridor zur eigendynamischen Laufentwicklung nach den Vorgaben der WRRL initiiert werden. Unter Berücksichtigung der zeitlichen Vorgaben zur Erreichung des guten Zustandes bzw. des ökologischen Potentials werden die Maßnahmen in mehreren Bauabschnitten umgesetzt.

Der auf den Fotos vorgestellte 1. Bauabschnitt konnte Ende 2010 fertig gestellt werden. In einem 400 m langen Abschnitt im Elsevorland wurden ein Altarm und eine Flutrinne geschaffen und eine Deichanlage als Lückenschluss eines späteren Polders in diesem Bereich errichtet. Die zur Verfügung stehende Fläche scheint für die Initiierung und Zulassung einer eigendynamische Gewässerentwicklung ausreichend zu sein, allerdings sind Sicherungsmaßnahmen für den Fall vorgesehen, dass größere Hochwasserereignisse eine stärkere Dynamik des Fließgewässers auslösen und die Else dadurch den vorgesehenen Entwicklungskorridor verlässt. Der umgebaute Gewässerabschnitt soll zu einem Strahlursprung entwickelt werden. Die Lage dieses Strahlursprunges unmittelbar vor der Ortslage Bünde ermöglicht auch die Überprüfung seiner Wirkstrecke und damit spätere Aussagen zur Wirkung von Strahlursprüngen. Die Landwirtschaft hat durch ihre aktive Mitarbeit in diesem Projekt ihre Bereitschaft unter Beweis gestellt, die Umsetzung der WRRL aktiv zu begleiten und zu unterstützen. Die Fotos zeigen eine Gesamtsicht der Maßnahme (Luftbild) sowie die Maßnahme während und kurz nach Fertigstellung der Bauarbeiten.

Die Arbeiten wurden teilweise finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Landesinitiative des Landes NRW.