Maßnahme zur naturnahen Entwicklung der Kendel

Sedimentbänke in der KendelBild vergrößern
Gerinneaufweitung und Uferabflachung an der Kendel, Blick in Fließrichtung; bei niedrigem Wasserstand sind neu entstandene Strömungsrinnen und Sedimentbänke zu erkennen


Totholz in der Kendel, WurzelstumpfBild vergrößern
Einbringen von Totholz in die Kendel, hier ein Wurzelstumpf


Totholz in der Kendel, StammabschnitteBild vergrößern
Einbringen von Totholz in die Kendel, hier ganze Stammabschnitte. Fotos: Dr. Jürgen Apel


Die Kendel ist ein ca. 20 km langes Fließgewässer des linken Niederrheins. Sie entspringt westlich von Kevelaer und mündet kurz hinter der niederländischen Grenze in die Niers und gehört zum nördlichen Maas-Einzugsgebiet. Trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung des Umfelds ist sie aufgrund ihres weitgehend naturnah mäandrierenden Verlaufs als natürlicher Wasserkörper ausgewiesen und in der Systematik der Fließgewässertypologie als „kleines Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern“ klassifiziert. Die bisherigen Monitoring-Ergebnisse für die biologischen Qualitätskomponentensind überwiegend mäßig und schlecht (Planungseinheiten-Steckbrief, Dezember 2009).

Im Rahmen eines geplanten Kendel-Auenprogrammes konnte der für die Gewässerunterhaltung zuständige Wasser- und Bodenverband „ Baaler Bruch“ in den vergangenen Jahren seitlich des Gewässers bis zu 10 m breite Flächen als Uferstreifen erwerben. In einem Abschnitt unterhalb der Ortschaft Hülm wurden im Jahr 2009 auf einer Länge von ca. 300 m Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung durchgeführt, um die Entwicklung eines Strahlursprungs einzuleiten. Die Arbeiten bestanden in einer linksseitigen Gerinneaufweitung mit Entfernen von Uferverbau und der Einbringung einer großen Totholzwurzel am linken Uferrand. Im Sommer 2010 wurden an zwei weiteren Stellen zwei Totholzstämme als Strömungslenker eingebracht.

Als Folge der durchgeführten Maßnahmen ergaben sich deutliche positive Änderungen des Fließverhaltens mit einer Erhöhung der Strömungsdiversität und Strukturvielfalt ohne den ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu beeinträchtigen. Inwieweit sich positive Auswirkungen auf die Gewässerbiozönosen ergeben, werden die Untersuchungen des künftigen WRRL-Monitorings zeigen. Die Maßnahme an der Kendel ist Bestandteil der weiteren Maßnahmenplanung und wird bei der Erstellung des Umsetzungsfahrplans Berücksichtigung finden. Zwischenzeitlich sind an zwei weiteren, ober- und unterhalb der beschriebenen Maßnahme liegenden Stellen Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung umgesetzt worden.

Die Arbeiten wurden teilweise finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Landesinitiative des Landes NRW.