Ökologische Gewässerentwicklung der Wetering

Gewässernahe Fläche an der WeteringBild vergrößern
Beispiel für eine gewässernahe Fläche an der Wetering, die vom Eigentümer für eine mögliche ökologische Maßnahmen-Umsetzung zur Verfügung gestellt werden könnte. Foto: Bruno Schöler

Angestoßen durch die Zielsetzungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat der Deichverband Xanten-Kleve die Initiative ergriffen, einen Umsetzungsfahrplan nach dem „ bottom-up-Prinzip“ aufzustellen und umzusetzen. Diese Vorgehensweise nutzt eine Option, die der Musterumsetzungsfahrplan des Landes vorsieht. In Abstimmung mit den Wasser- und Bodenverbänden, Grundbesitzerverbänden und dem Waldbauernverband wurde hierfür ein Gewässerkörper am Unteren Niederrhein ausgewählt, die Wetering.

Im ersten Schritt wurden bereits Ende 2010 alle landwirtschaftlichen Grundstückseigentümer an der von Kalkar nach Kleve fließenden Wetering angeschrieben und nach ihrer grundsätzlichen Bereitschaft befragt, am Gewässer gelegene Flächen für die Umsetzung von ökologischen Maßnahmen gemäß WRRL bereit zu stellen. Das Anschreiben und den in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer entwickelte Fragenkatalog finden Sie unten. Von den knapp 70 angeschriebenen Landwirten konnten sich zehn eine Bereitstellung von Flächen vorstellen. Insgesamt standen damit für die ca.16 km lange Wetering 15 Parzellen zur Verfügung. Eine Beispielsfläche zeigt das Foto.

Die von den Landwirten für die ökologische Gewässerentwicklung der Wetering vorgeschlagenen Flächen wurden auf zwei Ortsterminen zusammen mit einem beauftragten Ingenieurbüro auf ihre Eignung im Rahmen des umzusetzenden Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzeptesüberprüft. Dabei erwiesen sich sieben Flächen für eine Berücksichtigung bei der Aufstellung des Umsetzungsfahrplans als geeignet. Diese sieben Flächen erfüllen nach heutigem Kenntnisstand unter den Aspekten Längenausdehnung und räumliche Verteilung die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Gewässerökologie der Wetering bis hin zum Erreichen des guten ökologischen Potenzials.

Das erfolgreiche Pilotprojekt an der Wetering ermutigte den Deichverband Xanten-Kleve, auch an den übrigen, ca. 70 km berichtspflichtiger Gewässer nach dem „ bottom-up-Prinzip“ vorzugehen – mit ähnlichen Erfolgen. Die abschließende Fertigstellung der Umsetzungsfahrpläne verlief aufgrund der wertvollen Vorarbeiten durch die Landwirtschaft entspannt und konfliktfrei.

Die Arbeiten wurden teilweise finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Landesinitiative des Landes NRW.