Kranke Himbeerruten früh entfernen

Himbeerrutenkrankheit
Himbeerrutenkrankheit. Didymella oben, Leptosphaeria unten. Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Die Himbeerrutenkrankeit ist die bedeutendste Krankheit der Himbeere. Zwischen gesunden, wüchsigen Trieben stehen im Frühjahr Ruten, die nur schlecht oder gar nicht austreiben. Laub und Blüten dieser Triebe sterben früh ab. Die Rinde reißt auf, blättert ab und zeigt sich in silbrig-grauer Farbe. Verursacher dieser Krankheit sind die Pilze Didymella applanata und Leptospaeria coniothyrium, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Die Sporen der Pilze dringen bei feuchtem Wetter über feine Rindenrisse in die Himbeerrute ein und verbreiten sich mit dem Pilzgeflecht innerhalb des Triebes. Auf der abgestorbenen Rinde bilden sich später sehr kleine schwarze Pusteln, die Fruchtkörper der Pilze. Die wichtigsten Maßnahmen im Frühjahr sind die Unkrautentfernung und Bodenabdeckung mit Stroh oder Kompost zur Regulierung des Wasserhaushaltes. Erkrankte Ruten sollten laufend entfernt werden. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist ebenso wichtig, wie das regelmäßiges Entfernen aller Austriebe ab Juli. Lediglich sechs bis acht Tragruten je laufendem Meter bleiben für die nächstjährige Ernte stehen. So ist der Himbeerbestand gut durchlüftet und die einzelnen Ruten trocknen nach Regenfällen schnell wieder ab.

Eine Bekämpfung der Krankheit mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich. Um die Widerstandsfähigkeit der Sträucher zu stärken, können im Frühjahr ab einer Jungrutenlänge von etwa 30 Zentimeter regelmäßige Spritzungen mit einem Pflanzenstärkungsmittel vorbeugend helfen. Bei Neupflanzungen sollten weniger anfällige Sorten, wie Meeker, Rumiloba und Schönemanns, bevorzugt werden. Himbeeren gehören in windgeschützte Lagen und lieben leichtere Böden mit einer ausgeglichenen Bodenfeuchte. Auf weniger günstigen Standorten sollte Kompost eingearbeitet werden.

Pressemeldung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom 02.03.2006