Erfahrungsbericht Verwaltungsfachangestellte - Kreisstelle Steinfurt

Im Anschluss an meine Zeit an der Realschule besuchte ich die Höhere Handelsschule für Wirtschaft und Verwaltung, um die Fachhochschulreife zu erreichen. Ich entschloss mich für den Bereich Wirtschaft und Verwaltung, da mir damals schon klar war, dass ich etwas im Büro machen wollte. Ich kam dann zu dem Entschluss, dass ich eine Ausbildung machen möchte, in der ich mit Gesetzen arbeite und auch betriebswirtschaftliche Aufgaben habe. Bei der Recherche nach möglichen Ausbildungsplätzen stieß ich so auf die Ausbildung zur bzw. zum Verwaltungsfachangestellten.

Die Bewerbungsphase begann und somit bewarb ich mich im Sommer 2011 bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Meine Bewerbung ging an die Zentrale in Münster. Erst wurde ich zu einem Einstellungstest beim Studieninstitut-Westfalen Lippe eingeladen. Später kam die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Vor dem Gespräch musste ich eine Aufgabe mithilfe eines Gesetzes lösen. Dann wurde es wahr, ich hatte den Ausbildungsplatz bei der Kreisstelle Steinfurt erhalten.

Im November 2011 organisierte die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen einen Kennenlerntag der neuen Auszubildenden mit deren Eltern in der Zentrale in Münster. Uns wurde der Aufbau und die Aufgaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen näher erklärt. Danach machten wir noch eine Stadtführung durch Münster.

Die Kreisstelle Steinfurt feierte im Juni 2012 ihr Betriebsfest. Ich wurde eingeladen, um schon einmal die Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen.

Der erste Arbeitstag am 01.08.2012 fiel mir leichter, da ich schon viele Mitarbeiter kannte. Mein Ausbilder vor Ort erklärte mir am ersten Tag, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen aufgebaut ist. Am zweiten Tag durfte ich schon selbstständig Arbeiten. Mir wurde alles erklärt und dann war ich dran. Da musste ich z.B. Feldblöcke bestätigen oder Zweitkontrollen von Subventionsanträgen der Landwirte bearbeiten. Nach zwei Wochen in der Kreisstelle begann der dienstbegleitende Unterricht im Studieninstitut. Meist einmal wöchentlich werden dort Fächer wie Sozialrecht, Recht der Gefahrenabwehr (Ordnungsrecht), Kommunale Einnahmen, Personalrecht und Kommunales Verfassungsrecht gelehrt. Auch ist Thema, wie man Gesetze lesen und verstehen muss.

Die erste Zeit der Ausbildung verging wie im Fluge. Im April 2013 stand der erste der drei Berufsschulblöcke am Hansa-Berufskolleg Münster auf dem Plan. Während der Blockunterrichtszeiten findet kein Unterricht im Studieninstitut und auch kein Einsatz in der Praxis statt. Es werden wirtschaftliche Themen unterrichtet, die auf die Ausbildung in der Verwaltung abgestimmt sind. Es gibt z.B. die Fächer Allgemeine Wirtschaftslehre, Verwaltungsrechtliches Handeln, Verwaltungsbetriebscontrolling, Rechtskunde sowie Politik, Deutsch, Sport und Englisch.

Nach dem Blockunterricht ging es wieder zurück an die Kreisstelle.

Im September stand das dreimonatige Kommunalpraktikum auf dem Ausbildungsplan. Ich habe dieses bei einer Stadtverwaltung absolviert. Dort war ich eine Zeit lang in der Schulabteilung und im Ordnungsamt eingesetzt. Zwei Tage durfte ich die Arbeit im Jobcenter kennenlernen. Die meiste Zeit meines Praktikums verbrachte ich im Bereich Finanzen, damit  ich das Kommunale Finanzmanagement näher kennenlernen konnte.

Im Anschluss ging es für mich direkt wieder in den zweiten Blockunterricht. Hier hieß es nun lernen, lernen, lernen, denn die Zwischenprüfung stand im Februar 2014 an.

Im März 2014, passend zum Beginn der Mithilfezeit, fand der nächste Praxisabschnitt an der Kreisstelle Steinfurt statt. Bei der „Mithilfe“ unterstützt man die Landwirte beim Stellen der Anträge auf Förderprämien. Hierfür werden Termine an der Terminhotline vereinbart. Diese Aufgabe zählte unter anderem zu meinem Bereich. Später durfte auch ich bei der Mithilfe mitarbeiten. Dieses hat sehr viel Spaß gemacht, da man persönlichen Kontakt mit Kunden hatte und deren verschiedene Charaktere kennenlernt.

Im August 2014 ging es in den letzten Blockunterricht. Die Themen bauten nun natürlich auf die Themen aus dem zweiten Block auf, aber zwischenzeitlich auch auf die Themen aus dem Studieninsitut.

Nun, im November 2014, bin ich frisch aus dem Blockunterricht zurück in der Kreisstelle Steinfurt. Meine Aufgabe besteht darin, fehlerhafte Förderanträge zu bearbeiten. Bald habe ich wieder ein- bis zweimal wöchentlich Unterricht im Studieninstitut. Dann findet die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung statt. Die Prüfung besteht aus vier schriftlichen Prüfungen und einer mündlichen Prüfung.

Alles in allem kann ich sagen, dass die Zeiten im Studieninstitut und der Berufsschule anstrengend und fordernd sind. Jedoch sorgt die Kombination von Theorie und Praxis für eine spannende und abwechslungsreiche Ausbildung.

Maren Lütkemeyer, Einstellungsjahrgang 2012