Einzelbetriebliche Naturschutz- und Biodiversitätsberatung Medebacher Bucht

Extensives Grünland in der Medebacher BuchtBild vergrößern
Extensives Grünland in der Medebacher Bucht

Das EU-Vogelschutzgebiet „Medebacher Bucht“ beherbergt besondere Wald- und Grünlandvogelarten wie Grauspecht, Braunkehlchen und Raubwürger-Arten, die landesweit vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet sind. Um diesen Artenbestand zu erhalten und zu erhöhen bietet die Landwirtschaftskammer NRW seit Januar 2020 die einzelbetriebliche Biodiversitätsberatung im Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht an. Interessierte Landwirtinnen und Landwirte können sich in den vielfältigen Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität im eigenen Betrieb beraten lassen und die Maßnahmen gemeinsam mit der Beraterin auf die betrieblichen Gegebenheiten abstimmen und so ihren Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten.

Durch die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung zur Förderung der Biodiversität in Agrarlandschaften (12.2014) hat sich die Landwirtschaftskammer dazu verpflichtet, die Beratung zur Umsetzung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen weiter zu erproben. Hierzu wurde ausgehend von den Erfahrungen im länderübergreifenden Projekt „Fokus Naturtag“ ein Beratungskonzept entwickelt, welches seit 2016 in der Praxis angewendet wird. Mit der Region „Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht“ kann die Landwirtschaftskammer nun in sechs (Stand Januar 2020) Gebieten in Nordrhein-Westfalen diese Biodiversitätsberatung anbieten. Dabei werden die verschiedenen Förderangebote, wie Agrarumweltmaßnahmen oder Vertragsnaturschutzpakete mit finanziellem Ausgleich genutzt.

Die Beratung findet vor Ort auf den Betrieben statt. Ausgangspunkt ist die einzelbetriebliche Analyse aller im Betrieb bewirtschafteten Flächen. Für die Maßnahmenumsetzung spielt insbesondere die Lage der Flächen eine wesentliche Rolle. Flächen mit angrenzenden Gewässern oder Strukturelementen, aber auch unwirtschaftliche Teilschläge bzw. Randbereiche werden zunächst besonders in den Fokus genommen. Auf diesen Flächen werden passende Maßnahmen aus den aktuellen Förderprogrammen empfohlen und die Kombination mit den Anforderungen des Greenings überprüft. Hierbei werden unter anderem Hinweise zur Umsetzung und zu konkreten Bewirtschaftungsauflagen besprochen. Im Anschluss erfolgt eine gemeinsame Flächenbesichtigung. Des Weiteren werden auch freiwillige, sogenannte niederschwellige Maßnahmen der Biodiversitätsförderung wie z.B. Lerchenfenster oder Maßnahmen an der Hofstelle vorgestellt.

Alle besprochenen Maßnahmen werden in einer umfangreichen Informationsmappe zusammengestellt. Diese enthält eine schlagspezifische Darstellung der Maßnahmen, eine Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit und ohne die geplanten Maßnahmen sowie detaillierte Maßnahmensteckbriefe mit Informationen zu Auflagen und Bewirtschaftungshinweisen. Des Weiteren werden die eingezeichneten Maßnahmen den Betrieben für ihren ELAN-Antrag zur Verfügung gestellt. Um die Umsetzung der Maßnahmen zu erleichtern erhält der Betrieb einen Jahreskalender mit allen für ihn relevanten Terminen und Fristen.

Vortrag

Ansprechpartnerin

Die Arbeiten wurden finanziert durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Landesinitiative des Landes NRW.