Biodiversitätsberatung für Betriebe

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Video: Steigerung der Biodiversitätsmaßnahmen am Niederrhein - LEADER-Region Leila e.V. (youtube.be)

Auf Grundlage der Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2014 zwischen den beiden Landwirtschaftsverbänden, der Landwirtschaftskammer NRW und dem NRW Landwirtschaftsministerium konnte in den letzten Jahren die Biodiversitäts- und Naturschutzberatung erprobt werden. Die Beratung wird sukzessive ausgebaut um sie flächendeckend in NRW anzubieten.

Ziel dieses Vorhabens ist es, für Förderangebote im Bereich Natur- und Artenschutz zu werben und damit die Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz zu erhöhen. Gleichzeitig sollen im Rahmen der Greening-Verpflichtungen die ökologischen Vorrangflächen naturschutzfachlich optimiert werden.

Die Beratung findet vor Ort auf den Betrieben statt. Ausgangspunkt ist die einzelbetriebliche Analyse aller im Betrieb bewirtschafteten Flächen. Für die Maßnahmenumsetzung spielt insbesondere die Lage der Flächen eine wesentliche Rolle. Flächen mit angrenzenden Gewässern oder Strukturelementen, aber auch unwirtschaftliche Teilschläge bzw. Randbereiche werden zunächst besonders in den Fokus genommen. Ein wesentlicher Baustein in der Beratung ist darüber hinaus der Vertragsnaturschutz. Hier wird gemeinsam mit den Unteren Naturschutzbehörden oder den Biologischen Stationen eruiert, welche Flächen sich hierzu besonders eignen. Auf diesen Flächen werden passende Maßnahmen aus den aktuellen Förderprogrammen empfohlen und die Kombination mit den Anforderungen des Greenings überprüft. Hierbei werden unter anderem Hinweise zur Umsetzung und zu konkreten Bewirtschaftungsauflagen besprochen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit einer gemeinsamen Flächenbesichtigung. Des Weiteren werden auch freiwillige, sogenannte niederschwellige Maßnahmen der Biodiversitätsförderung wie z.B. Lerchenfenster oder Maßnahmen an der Hofstelle vorgestellt.

Alle besprochenen Maßnahmen werden in einer umfangreichen Informationsmappe zusammengestellt. Diese enthält eine schlagspezifische Darstellung der Maßnahmen, eine Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit und ohne die geplanten Maßnahmen sowie detaillierte Maßnahmensteckbriefe mit Informationen zu Auflagen und Bewirtschaftungshinweisen. Des Weiteren werden die eingezeichneten Maßnahmen den Betrieben für ihren ELAN-Antrag zur Verfügung gestellt. Um die Umsetzung der Maßnahmen zu erleichtern erhält der Betrieb einen Jahreskalender mit allen für ihn relevanten Terminen und Fristen.

Insgesamt kann mit diesem Ansatz die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und dem Naturschutz maßgeblich verbessert werden. Durch das gebündelte Knowhow der Landwirtschaftskammer NRW und des Naturschutzes können mehr zielgerichtete Maßnahmen in die Fläche gebracht werden.