Maßnahmenblatt: Biodiversitätsstreifen und Bejagungsschneisen

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Bejagungsschneise im Maisacker mit Blühpflanzen. Foto: Kuhn, AELF Uffenheim

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die Anlage von Biodiversitätsstreifen und Bejagungsschneisen stellt eine einfache Alternative zu den bestehenden Streifenmaßnahmen der Agrarumweltprograme und des Vertragsnaturschutzes dar. Sie leisten für sich genommen oder in Ergänzung zu diesen einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität und zur Regulierung von Schwarzwildbeständen. Es werden Nahrungs- und Rückzugsräume insbesondere für diverse Insekten und Vogelarten, aber auch für andere Tiere der Feldflur geschaffen. Durch ihren Blühaspekt bereichern derartige Schneisen das Landschaftsbild und können außerdem zur Vernetzung von Biotopen beitragen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Fördermöglichkeiten bestehen nicht. Bei der Maßnahme handelt es sich um eine sog. niederschwellige („low level“-) Maßnahme, mit der bei geringem bürokratischen und arbeitstechnischen Aufwand trotzdem viel für Biodiversität und Umwelt getan werden kann. Zu den geförderten Streifenmaßnahmen siehe das Maßnahmenblatt „Blühstreifen“.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/hinweise/bluehstreifen.htm


Hinweise zur Umsetzung

Biodiversitätsstreifen und Bejagungsschneisen können auf allen Flächen mit einer Hauptkultur angelegt werden. Sie dürfen dabei nicht mehr als 20% der Hauptkulturfläche ausmachen und müssen nicht gesondert codiert werden. Als geeignete Flächen für die Anlage von Bejagungs- und Blühstreifen bieten sich beispielsweise an: Randbereiche von Sommerungen wie Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, schräge Teilflächen, an Strukturelemente angrenzende Streifen oder Flächen, witterungsbedingte Kahlstellen, spät geräumte Rübenmieten aber auch innerhalb von Schlägen gelegene Teilbereiche mit möglicherweise weniger günstigen Bewirtschaftungsbedingungen. Ein Einsaattermin ist nicht vorgeschrieben. Einsaatmischungen sind frei wählbar, verschiedene Saatguthersteller bieten hier geeignete Mischungen an. Auch Zwischenfruchtmischungen können verwendet werden. Die Einsaatbreite kann der gängigen Arbeitsbreite (3 m) entsprechen. Biodiversitätsstreifen und Bejagungsschneisen dürfen ganzjährig befahren werden. Nach der Ernte der Hauptfrucht können sie umgebrochen werden, wobei aus naturschutzfachlicher Sicht ein möglichst später Umbruchtermin anzustreben ist. Die Streifen müssen anschließend wieder in eine Nutzung mitaufgenommen werden und dürfen nicht überjährig stehen bleiben.

Flächen, auf denen Biodiversitätsstreifen und Bejagungsschneisen angelegt werden, erfordern keinen gesonderten Antrag, sondern müssen lediglich der zuständigen Kreisstelle gemeldet werden. Hierfür sind sie in ein spezielles „Formblatt zu Bejagungs- und Blühschneisen“ einzutragen, welches bei der Antragstellung mit eingereicht wird, aber auch nachgereicht werden kann.

Weiterführende Informationen:

Elisabeth Verhaag: „Streifen unkompliziert anlegen“ LZ Rheinland, Ausgabe 8 /2018, S. 12PDF-Datei 300 KByte

Kurzinformation zu freiwilligen Streifen, Beratungsteam Biodiversität, Landwirtschaftskammer NRWPDF-Datei 775 KByte

Maßnahmenblatt „Blühstreifen“


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm


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