Konzept der Eh da-Flächen

Intensiv gepflegtes StraßenbegleitgrünBild vergrößern
Negativbeispiel: häufig gemähte Straßenböschung, gräserdominiert


Extensiv gepflegtes StraßenbegleitgrünBild vergrößern
Positivbeispiel: extensiv gepflegtes, artenreiches Straßenbegleitgrün


Viele in der Agrarlandschaft und den Ortslagen vorhandene, aber keiner wirtschaftlichen Nutzung unterliegenden Flächen lassen sich ökologisch aufwerten und können damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität leisten. Hierzu ist es zunächst notwendig, derartige Flächen zu identifizieren.

Was sind Eh da-Flächen?

Unter Eh da-Flächen sind Flächen zu verstehen, die „eh da“, also ohnehin vorhanden sind ohne einer bestimmten landwirtschaftlichen Nutzung zu unterliegen oder bereits einer Naturschutzfunktion zu dienen. Sie finden sich in der freien Landschaft, aber auch im Siedlungsbereich. Sehr häufig sind es infrastrukturbegleitende Flächen wie beispielsweise Straßenränder, Verkehrsinseln, Bahndämme oder Ruderalflächen. Sie beinhalten ein hohes Potenzial zur ökologischen Aufwertung und tragen, sofern sie eine lineare Struktur aufweisen, zur Vernetzung von Lebensräumen bei.

Welche Ziele verfolgt das Eh da-Flächen-Konzept?

Ziel des vor einigen Jahren entwickelten und durch wissenschaftliche Studien begleiteten Eh da-Flächen-Konzeptes ist es, durch Identifizierung geeigneter, mehr oder weniger „funktionsloser“ Freiflächen und deren zielgerichteter ökologischer Optimierung einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität zu leisten. Das Konzept erhält gerade dadurch seinen besonderen Reiz, dass es nicht mit einer  Einschränkung bestehender, beispielsweise landwirtschaftlicher Bewirtschaftung verbunden ist, weil Flächen verwendet werden, die „eh da“ sind und eben nicht zur landwirtschaftlichen Erzeugung genutzt werden oder anderen Funktionen dienen. Das Eh da-Flächen-Konzept beruht also letztlich darauf, die für den Schutz biologischer Vielfalt vorhandenen Flächenressourcen besser zu nutzen. Das Ausmaß dieser Flächen ist beträchtlich und liegt einer Potenzialstudie aus den Jahren 2012-2014 zufolge je nach Region und Landschaftstyp in einer Größenordnung von 2 bis 5%. Viele Kommunen und andere Akteure nutzen bereits heute Möglichkeiten, auf Eh da-Flächen biodiversitätsfördernde Maßnahmen umzusetzen.

Wie erfolgt die Umsetzung?

Geeignete Flächen müssen zunächst identifiziert werden. Hier sind – da es sich häufig um Verkehrswege begleitende Flächen handelt – in erster Linie die Kommunen gefragt. In Kooperation mit der Gemeinde und der zuständigen Naturschutzbehörde sind dann unter Berücksichtigung der örtlichen Standortbedingungen Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen zu entwickeln, die die Fläche ökologisch aufwerten. Die speziellen naturschutzfachlichen Ziele richten sich dabei nach den standörtlichen Gegebenheiten und sollten auf jeden Fall die Möglichkeit einer Biotopvernetzung mitberücksichtigen. Aber auch der einzelne Landwirt kann in seinem betrieblichen Umfeld Flächen unter dem „eh da“-Aspekt betrachten und wird hier in aller Regel eine ganze Reihe möglicher Flächen finden. Auf diesen Flächen können in Eigenregie Maßnahmen umgesetzt werden. Im Interesse einer hohen ökologischen Wirksamkeit empfiehlt es sich, auch in diesem Fall fachkundigen Rat einzuholen.

Wo gibt es weiterführende Informationen?

Zur weiteren Information sei in erster Linie auf die umfangreiche Homepage des Konzeptes, aufrufbar unter www.eh-da-flaechen.de, hingewiesen. Hier sind neben zwei Potenzialstudien auch ein Leitfaden zur Umsetzung des Konzepts sowie Hinweise auf Fördermöglichkeiten und weitere detaillierte Hintergrundinformationen einsehbar. Außerdem enthält sie zahlreiche Beispiele für Eh da-Flächen mit ihren jeweiligen ökologischen Aufwertungsmöglichkeiten.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de


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