Erosionsschutzstreifen

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Erosionsschutzstreifen

Was sind Erosionsschutzstreifen?

Erosionsschutzstreifen sind begrünte Flächen unterschiedlicher Breite auf Ackerflächen in erosionsgefährdeten Lagen.


Welchen Nutzen bringen Erosionsschutzstreifen?

In erster Linie dienen Erosionsschutzstreifen durch die Ausbildung einer stabilen Grasnarbe und durchgängige Bodenbedeckung dem Bodenschutz und wirken dem erosiven Abtrag von Boden entgegen. So können nicht nur empfindliche Ökosysteme vor dem Eintrag von Bodenpartikeln und Feinsedimenten geschützt werden, auch Erosionsereignisse in bebaute Gebiete können abgemildert werden.

Gleichzeitig bieten Erosionsschutzstreifen wertvolle Strukturen, die für viele Arten Lebens- und Rückzugsräume darstellen. Durch die lineare Anlage tragen die Streifen zur Biotopvernetzung bei, erhöhen die Strukturvielfalt und können eine Bereicherung des Landschaftsbildes bewirken.


Was ist bei der Umsetzung von Erosionsschutzstreifen zu beachten?

Erosionsschutzstreifen könne je nach örtlicher Gegebenheit und Schutzziel unterschiedlich angelegt werden. Zum Schutz angrenzender Gewässer, Flächen oder auch Straßen und Wegen vor abgetragenem Bodenmaterial kann ein Streifen am Hangfuß zielführend sein.

Zur Verkürzung von erosiven Hanglängen ist die Anlage an der Hangmitte empfehlenswert. Die Anlage eines Erosionsschutzstreifens am Vorgewende wird bei der Bewirtschaftung quer zum Hang bevorzugt.

Bei Inanspruchnahme von Fördergeldern sind die Zuwendungsvoraussetzungen entsprechend zu berücksichtigen. Geregelt wird z. B. die Mindest- und Maximalbreite des Streifens, die jährliche Nutzung ab einem Stichtag, der Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz sowie die Wahl der Einsaat. Zudem ist eine Förderung nur in Gebieten der Erosionsgefährdungsklassen CCWasser1 und CCWasser2 nach Maßgabe der Bodenschutzberatung der Landwirtschaftskammer NRW möglich. Es muss die fachlich sinnvolle Anlage der Erosionsschutzstreifen bestätigt werden.

Auch bei der Anlage von Erosionsschutzstreifen ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern kann es empfehlenswert sein, die fachliche Eignung durch die Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer prüfen und bestätigen zu lassen.

Neben gräserbetonten Mischungen sind auch tiefwurzelnde Dauerkulturen wie Miscanthus oder Durchwachsene Silphie als Erosionsschutz denkbar. Hier ist eine Agrarumweltförderung nicht möglich, allerdings sind die Streifen greeningfähig als ÖVF.


Welche Programme gibt es, um Erosionsschutzstreifen anzulegen?

Für landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Nordrhein-Westfalen Möglichkeiten Erosionsschutzstreifen im Rahmen folgender (Förder-)Programme:

  • Als Agrarumweltmaßnahme: Erosionsschutzstreifen
  • Für das Greening als ökologische Vorrangfläche (ÖVF): Pufferstreifen
  • Als nicht förderfähige „freiwillige“ Blüh- und Bejagungsschneise
Die förderrechtlichen Details zu den verschiedenen Maßnahmen sind im Maßnahmenfinder Biodiversität zu finden.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Team Biodiversität
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Bezirksstellen für Agrarstruktur der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/bfa