Extensives Grünland

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Was ist extensives Grünland?

Extensive Grünlandnutzung ist gekennzeichnet durch ein geringeres Düngeniveau und den weitgehenden Verzicht auf Pflanzenschutzmittel. Eine späte Mahd oder eine eingeschränkte Beweidungsdichte sorgen dafür, dass Pflanzen zum Blühen kommen. Zusätzlich sind Brutgelege geschützt und die Jungen sind durch die Insekten von Beginn an mit Eiweißfutter versorgt.


Welchen ökologischen Vorteil bietet extensives Grünland?

Extensiv genutzte Grünlandflächen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Agrarlandschaft überhaupt. Sie sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, wie z. B. für viele, teils seltene Blumen- und Gräserarten, für Heuschrecken und Schmetterlinge, für Vögel (Wiesenbrüter!) und Säugetiere. Ziel ist es einerseits, vorhandene artenreiche Grünlandbestände bzw. Grünlandflächen mit hohem Naturschutzpotenzial zu erhalten und zu fördern, andererseits auch intensiver genutztes Grünland durch Aushagerung in artenreiches Grünland zu überführen. Extensive Grünlandflächen, insbesondere entlang linearer Strukturen (Fließgewässer, Gräben, Wege) können auch bedeutende Lebensraumvernetzungsfunktionen übernehmen. Durch blütenreiche Extensiv-Grünlandflächen wird zusätzlich das Landschaftsbild in besonderer Weise bereichert.

Extensiv genutzte Weideflächen bringen spezielle Grünlandgesellschaften hervor, die sich von Pflanzengesellschaften auf Wiesen (auch extensiv genutzten) unterscheiden. Auf den für den Naturschutz oft bedeutenden Grenzstandorten wie z.B. Magerrasen ist die Beweidung durch Pferde, Rinder, Schafe oder Ziegen die einzige Möglichkeit, diese meist artenreichen Flächen vor Verbuschung zu bewahren. Der Kot der Pflanzenfresser bildet einen wichtigen Bestandteil innerhalb der Nahrungskette als Grundlage für die Bildung von Insekten-Biomasse. Extensiv genutzte Weiden tragen so wesentlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, aufgrund der reduzierten Stickstoffdüngung aber auch zum Schutz der Ressourcen Wasser und Boden bei. Naturnahe Weidesysteme in Auenlandschaften haben positive Auswirkungen auf Gewässermorphologie und Wasserhaushalt und können ideale Instrumente zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie sein.


Was ist bei der Umsetzung von extensives Grünland zu beachten?

Grundsätzlich ist zwischen reiner Weide- oder Wiesennutzung und kombinierter Mähweidenutzung zu unterscheiden. Als Maßnahmen kommen je nach Extensivierungsstufe neben einem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel, Beschränkungen des Düngemitteleinsatzes, der Grünlandpflege und der Nutzung in Betracht. Die Maßnahmen sollten sich außer an Naturschutzzielen an den standörtlichen und betrieblichen Gegebenheiten orientieren.

Durch Extensive Beweidung an Gewässern können Trittschäden in den ufernahen Bodenbereichen entstehen. Diese können im Sinne einer Erhöhung der Strukturvielfalt in Gewässer und Gewässerumfeld durchaus erwünscht sein und die eigendynamische Gewässerentwicklung unterstützen. Eine Auszäunung der Gewässer ist dagegen insbesondere in Gebieten mit hoher Nährstoffbelastung oder an gegenüber Feinsedimenteinträgen besonders empfindlichen Abschnitten (beispielsweise Laichgewässer für Salmoniden) empfehlenswert.

Bei Umsetzung von ausgleichmaßnahmen ist Vertragsnaturschutzförderung auf derselben Fläche ausgeschlossen.


Welche Programme gibt es, um extensives Grünland umzusetzen?

Für landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen gibt es Möglichkeiten extensives Grünland im Rahmen folgender (Förder-)Programme umzusetzen:

  • Als Agrarumweltmaßnahme als „Extensive Grünlandnutzung im Gesamtbetrieb“
  • Im Vertragsnaturschutz als
    • „Extensive Weidenutzung"
    • „Extensive Wiesen- bzw. Mähweidenutzung“
    • „Ganzjährige Extensivierung von Grünland ohne zeitliche Bewirtschaftungseinschränkungen“
  • Als nicht förderfähige „freiwillige“ Teilflächenextensivierung

Die förderrechtlichen Details sind im Maßnahmenfinder Biodiversität zu finden.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Team Biodiversität
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

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