Krautsäume an Waldrändern und Gehölzen

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Was sind Krautsäume?

Saumstrukturen an Gehölz- bzw. Waldrändern, bestehend aus Krautschicht und Gräsern, stellen in der Kulturlandschaft ein wichtiges „Übergangsbiotop“ zwischen Wald/Gehölz und Feldflur dar.

Sie entstehen durch das „Aus-der-Bewirtschaftung-Nehmen“ von streifenförmigen Grünland- oder Ackerbereichen im Übergang zu Gehölz bzw. Wald und beanspruchen damit häufig Flächen, deren Ertragsfähigkeit eingeschränkt ist - z. B. durch Beschattung oder Nährstoffkonkurrenz.


Welchen ökologischen Nutzen haben Krautsäume?

Sie erhöhen die ökologische Vielfalt des Lebensraumes. Sie schaffen Rückzugsräume für verdrängte Tiere und Pflanzen, indem sie Deckungsmöglichkeiten und ein reichhaltiges Nahrungsangebot bereitstellen. Zudem fungieren sie als Leitlinien für wandernde Tiere und als Verbindungselement zu anderen Biotopen.

Säume werden gerne von Rebhühnern, Neuntötern oder Bluthänflingen genutzt. Auch Nützlinge, wie Wildbienen, Schlupfwespen oder Schwebfliegen profitieren von diesen Übergangsstrukturen. Zahlreiche weitere Insektenarten (z.B. viele Heuschreckenarten) profitieren von Säumen und nutzen sie als Vernetzungsstrukturen.


Was ist bei der Anlage von Krautsäumen zu beachten?

Der zur Erhaltung der Krautsäume nötige Pflegeaufwand ist in der Regel gering. Die Pflanzen der Krautschicht siedeln sich in der Regel von selbst an. Eine Einsaat ist nur auf Ackerflächen zu empfehlen, besonders dann, wenn sich schnell ein geschlossener Bestand entwickeln soll, z. B. um Problemunkräuter einzudämmen. Die Breite der Saumstreifen sollte für ausreichenden Platz sorgen und mindestens 5 m betragen. Das regelmäßige Mähen oder Mulchen ist nötig, um einer Verbuschung vorzubeugen, kann allerdings gegebenenfalls in mehrjährigem Turnus erfolgen. In krautreichen und nicht zu dichtwüchsigen Säumen ist die Artenvielfalt am höchsten. Bei angrenzenden Acker- oder Grünlandflächen sollte dabei nicht bis an den Rand gemäht werden. Die Pflegemaßnahmen beschränken sich ansonsten auf ein gelegentliches Auslichten und Zurückschneiden der an die Saumstrukturen angrenzenden Sträucher und Bäume.


Welche Programme gibt es, um Krautsäume an Waldrändern und Gehölzen anzulegen?

Für landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Nordrhein-Westfalen verschiedene Möglichkeiten Streifen im Rahmen von (Förder-)Programmen anzulegen:

  • Für das Greening als ökologische Vorrangfläche (ÖVF): Pufferstreifen
  • Als Agrarumweltmaßnahme: „Blüh- und Schonstreifen bzw. –fläche“
  • Im Vertragsnaturschutz: „Blüh- und Schutzstreifen bzw. –fläche“
  • Als nicht förderfähige „freiwillige“ Blüh- und Bejagungsschneise
Die förderrechtlichen Details zu den verschiedenen Maßnahmen sind im Maßnahmenfinder Biodiversität zu finden.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Team Biodiversität
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

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