Schwarzbrache und offene Bodenstellen

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Schwarzbrache im Frühjahr

Was sind Schwarzbrachen oder offene Bodenstellen?

Offene Bodenstellen oder Rohbodenflächen sind vegetationsfreie oder vegetationsarme Bereiche, die je nach Bodenbeschaffenheit und Ausrichtung unterschiedlich ausgeprägt sein können. Sie umfassen ebene, mehr oder weniger geneigte Flächen ebenso wie vertikale Strukturen und können auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, auf angrenzenden Strukturen wie Rainen, Böschungen, Wegen – hier z. B. als Furchen oder Fahrspuren – vorkommen.


Welchen ökologischen Nutzen bieten Schwarzbrachen oder offene Bodenstellen?

Schwarzbrachflächen erfüllen vielfältige Funktionen. Für zahlreiche Pflanzenarten und an den Lebensraum gebundener Tierarten sind Brachen Rückzugsraum und Nahrungsquelle. Auch erfüllen sie für viele Tierarten eine wichtige Funktion als Brut- und Nistplatz in der Kulturlandschaft.

Bei einer mehrjährigen Anlage werden außerdem Boden verbessernde Effekte deutlich. Auf Flächen mit einem hohen Vorkommen von seltenen Ackerwildkräutern bietet sich eine Schwarzbrache an. Hier wird eine spontane Selbstbegrünung zugelassen. Die hohe Artenvielfalt der Spontanvegetation und das reiche Blütenangebot stellen für viele verschiedene Arten der offenen Feldflur einen attraktiven Lebensraum dar. Das Blütenangebot fördert die Entwicklung von Insekten, die wiederum anderen Tierarten als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen.

Sie dienen einerseits bestimmten Pionierpflanzen als Lebensraum, bieten gleichzeitig aber auch zahlreichen Tierarten (Insekten!) sowohl Nistmöglichkeiten als auch Überwinterungsquartiere. Über zwei Drittel der mitteleuropäischen Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln gehören, nisten im Boden und ihre Entwicklungsstadien überwintern hier. Für viele andere Insekten des Offenlandes (Wegameisen, bestimmte Heuschrecken, Käfer- und Schmetterlingslarven) stellen Rohbodenflächen ebenfalls wichtige Siedlungs- und Überwinterungsräume dar. Sie sind dann besonders wertvoll, wenn sie mehrjährig bestehen und sich in ihrer Nähe blühende Strukturen befinden, sodass Nahrungs- und Nisthabitate miteinander kombiniert werden. Auch für bestimmte Amphibienarten (z.B. Gelbbauchunke, Knoblauchkröte) sind Rohbodenflächen als Rückzugsräume oder Laichhabitate - in Form temporär wasserbespannter Bodenmulden - wichtige Lebensräume.


Was ist bei der Umsetzung von Schwarzbrachen oder offenen Bodenstellen zu beachten?

Für die Neuanlage von Rohbodenflächen bieten sich in erster Linie Teilbereiche von sogenannten Eh da-Flächen an - sowohl auf oder an landwirtschaftlichen Nutzflächen, Landschaftselementen und Wegen sowie auch im Bereich der Hofstelle selbst. Zur Herstellung empfiehlt sich eine maschinelle Bearbeitung beispielsweise mit Grubber oder Fräse und die Fläche in räumlicher Nähe zu Blühstreifen oder blütenreichen Strukturen anzulegen, um mit einem gleichzeitigen Angebot von Nist- als auch Nahrungshabitaten Insekten in besonderer Weise zu fördern. Je nach Aufwuchs sollten die Rohbodenflächen zwei bis drei Jahre liegengelassen und dann benachbart neue Flächen anlegt werden, sodass unterschiedliche Aufwuchsstadien gleichzeitig vorhanden sind.

Oft reichen schon wenige Quadratmeter bzw. Streifen von einem halben Meter Breite, bei vertikalen Strukturen genügen Höhen von wenigen Zentimeter, um Wildbienen Nistmöglichkeiten zu bieten.

Auf vorhandenen Rohbodenflächen ist ein Zuwachsen zu verhindern. Rohbodenflächen müssen vor Verbuschung und zunehmender Beschattung geschützt werden. Eingriffe sollten stets behutsam und ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfolgen, um eventuell vorhandene Bienennester nicht zu gefährden.


Welche Programme gibt es, um Schwarzbrachen anzulegen?

Informationen zur finanziellen Förderung, Fristen und Regelungen für landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen im Rahmen von Agrarumweltprogrammen, Vertragsnaturschutz und Greening können dem Maßnahmenfinder Biodiversität entnommen werden.


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Team Biodiversität
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-335
Telefax: 0221 5340-196335
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

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