#Pute@Praxis: Puten mit ungekürzten Schnäbeln

Putenküken mit ungekürztem OberschnabelBild vergrößern
Ein Putenküken mit ungekürztem Oberschnabel.


Putenküken auf einem StrohballenBild vergrößern
Ein Strohballen erhöht die Strukturierung im Stall und wird von den Tieren als Möglichkeit zum Aufbaumen genutzt.


Putenhennen mit BeschäftigungsmaterialBild vergrößern
Eine aufgehangene Frisbee dient als Beschäftigungsmaterial für die Putenhennen.


Ein praxisbezogenes Projekt mit medialem Wissenstransfer

Ziel des MuD Tierschutz-Projektes #Pute@Praxis ist es, bereits vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahren zur Verbesserung des Tierschutzes in der Putenhaltung in die Praxis zu übertragen, deren Praxistauglichkeit zu prüfen und die Erfahrungen durch neuartige Kommunikationsmittel und Medien für ein breites Fachpublikum aufzuarbeiten und zugänglich zu machen.

Das Thema Tierwohl ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus gesellschaftlichen Interesses gerückt. Ein wichtiger Schritt zu mehr Tierwohl ist die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Legehennen und Mastputen, um zukünftig auf das Schnabelkürzen verzichten zu können. Laut Tierschutzgesetz sind nicht-kurative Eingriffe bei Nutztieren nicht erlaubt und bedürfen einer Ausnahmegenehmigung. Während bei den Legehennen bereits auf das Schnabelkürzen verzichtet wird, konnte dieses Ziel in der Mastputenhaltung noch nicht erreicht werden. Um gefahrlos auf das Kürzen des Oberschnabels verzichten zu können, müssen wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis umgesetzt werden Hier setzt das Projekt #Pute@Praxis an.

Wissen - Dialog - Praxis

Das Projekt ist Teil der Projektphase Wissen-Dialog-Praxis der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz. Der Schwerpunkt Wissen-Dialog-Praxis zielt darauf ab, bereits gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen mit Hilfe von Praxisbetrieben in die Praxis zu übertragen und dort auf ihren Erfolg zu evaluieren. Maßnahmenpakete, die auf Status Quo-Analysen der teilnehmenden Betriebe basieren, werden unter Praxisbedingungen umgesetzt und ggf. optimiert. Die tierhaltenden Betriebe werden bei der Planung, Umsetzung und Durchführung von Wissensmittlern (Wissenschaftlern und Beratern) betreut. Gemeinsames Ziel ist die Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung sowie die Wissensvermittlung der Maßnahmen für ein breites Fachpublikum.

Das Projekt #Pute@Praxis

Seit einigen Jahren haben sich viele Studien mit dem Thema Vermeidung von Federpicken und Aggressionsverhalten auseinandergesetzt, um die Voraussetzungen für die Haltung von Puten mit intakten Schnäbeln zu erarbeiten. Viele Erkenntnisse aus der Wissenschaft wurden in landwirtschaftlichen Betrieben modellhaft umgesetzt. Nun gilt es, diese Erfahrungen mittels Wissenstransfer in die Praxis zu überführen. Im Rahmen des MuD Tierschutz-Projektes #Pute@Praxis werden die Erfahrungen aus diesen Studien und Projekten und Maßnahmen, für die in den letzten Jahren nachweislich positive Effekte beobachtet werden konnten, zu einem Optimierungspaket zusammengeführt. Ziel ist es, dieses Wissen in der Praxis zu etablieren, um langfristig den Verzicht auf das Schnabelkürzen umzusetzen, wie es das Gesetz vorsieht.

Ansatz des Vorhabens ist die Optimierung der Haltungsumwelt durch die Einbringung von Beschäftigungsmaterial und Strukturierung, die Anpassung des Lichtmanagements, der Fütterung sowie des Gesundheitsmanagements. Zeitgleich soll eine Erhebung des Arbeitsaufwandes und der Wirtschaftlichkeit erfolgen, um die Praxistauglichkeit der Maßnahmen zu testen.

Umgesetzt und getestet werden die Maßnahmen zunächst während eines Mastdurchgangs im Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse. Darüber hinaus werden sechs Praxisbetriebe in das Vorhaben einbezogen. Diese erhalten intensive Betreuung und Beratung. Sie werden bei der Vorbereitung auf den Kupierverzicht begleitet.

Die Erfahrungen der Betriebe werden in Praxisempfehlungen einfließen.

Projektlaufzeit: 01.05.2020 – 30.04.2023

Die Förderung der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Mehr Informationen: www.mud-tierschutz.de

Ansprechpartner

 

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Thünen-Institut
GWV NRW
BMEL PTBLE