Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln und Tomaten

Kraut- und BraunfäuleBild vergrößern
Kraut- und Braunfäule an Tomaten

Schadbild:

Blätter und Stängel von Kartoffeln und Tomaten weisen graugrüne bis bräunliche Flecken auf. Blätter vertrocknen vom Rand her oder gehen in Fäulnis über. Bei starkem Befall sterben Pflanzen auch vorzeitig ab. An den Knollen der Kartoffeln zeigen sich graue, leicht eingesunkene Flecken sowie im Innern braune Faulstellen. An Tomatenfrüchten treten braune, leicht eingesunkene Flecken auf, vorwiegend auf der oberen Fruchthälfte. Das darunter liegende Fruchtfleisch verhärtet und wird ebenfalls braunfaul.

Schaderreger:

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) ist eine Pilzkrankheit, die bei feuchter Witterung auftritt und sich sehr schnell ausbreitet. Der Pilz befällt zuerst Kartoffeln und wechselt später auf Tomaten über. Bei Kartoffeln geht ein Befall meist von infizierten Knollen aus, die als Pflanzgut verwendet wurden.

Gegenmaßnahmen:

Kartoffeln können durch vorbeugende und wiederholte Spritzungen mit zugelassenen Fungiziden (z. B. COMPO Pilz-frei Polyram WG, Pilzfrei Dithane oder Cueva Pilzfrei) vor Befall geschützt werden.

Für Tomaten ist es wichtig, diese möglichst weit getrennt von Kartoffeln anzubauen. Zusätzlich die Pflanzen durch ein Regendach vor Niederschlägen schützen. Eventuell auch Tomatensorten auswählen, die weniger anfällig sind (z. B.' Myrto', 'Phantasia', 'Philovita', 'Vitella').

Bei anhaltend feuchter Witterung können Tomaten zusätzlich durch Fungizidspritzungen vor Befall geschützt werden. Für Freilandtomaten ist z.B. Bayer Garten Gemüse-Pilzfrei Infinito ausgewiesen. Für Tomaten im Kleingewächshaus eignen sich auch die Mittel Atempo Kupfer-Pilzfrei und Cueva Pilzfrei (Wartezeiten beachten).


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst
Nevinghoff 40, 48147 Münster
 
Die auf den Packungen angegebenen Anwendungsvorschriften müssen sorgfältig eingehalten werden.

Autor: Andreas Vietmeier