Schorf an Apfel und Birne

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Schorf an Apfelblatt


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Schorf an Apfel


Schadbild:

Auf den Blättern zeigen sich olivgrüne, später braun werdende Flecken, die sich im Laufe der Zeit fast vollständig über die gesamte Blattfläche ausbreiten. Starker Befall lässt Blätter beulenartig verkrümmen und vorzeitig absterben. Zur Ernte sind die Schorfflecken häufig auch an den Früchten zu finden, die dann eine leicht korkartige Fruchtoberfläche aufweisen. Häufig platzen die Flecken auf und zeigen anschließend typische Rissbildungen.

Schaderreger:

Der Schorfpilz (Venturia inaequalis) überwintert im Falllaub. Etwa zur Zeit des Knospenaustriebs werden die Sporen des Pilzes, die sich in den Fruchtkörpern im alten Falllaub bilden, ausgeschleudert. Sie verursachen die ersten neuen Schorfinfektionen. An erkrankten Blättern bilden sich dann während der gesamten Vegetation fortlaufend neue Sporen, die auch die Früchte befallen. Ein stärkeres Auftreten dieser Krankheit ist vor allem in Jahren mit häufigen Niederschlägen zu erwarten.

Gegenmaßnahmen:

Vorbeugend sollten im Herbst alle kranken Blätter zusammengekehrt und entsorgt werden. Beim Baumschnitt möglichst für einen lichten Kronenaufbau sorgen, um das Abtrocknen der Blätter nach Niederschlägen zu fördern.

Direkte Bekämpfungsmaßnahmen mit Fungiziden sind zwar grundsätzlich auch im Haus- und Kleingarten möglich, aufgrund der Vielzahl erforderlicher Behandlungen aber wenig praktikabel. Für einen guten Wirkungsgrad müssten ab Beginn des Austriebs bis kurz vor Ernte der Früchte regelmäßige Spritzungen im Abstand von 10 bis 14 Tagen erfolgen. Zugelassen sind derzeit Netzschwefel-Präparate (z. B. COMPO Mehltau-frei Kumulus WG) und Pilzfrei Ectivo.


Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst
Siebengebirgsstraße 200, 53229 Bonn · Nevinghoff 40, 48147 Münster
 
Die auf den Packungen angegebenen Anwendungsvorschriften müssen sorgfältig eingehalten werden.

Autor: Andreas Vietmeier